Arbeitssucht anstatt von Spielsucht?

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Glücksspiel

Bereits vor einigen Tagen berichteten wir, dass der Staat das Glücksspielmonopol möglicherweise ausnutzt, unter dem Schein gegen die Spielsucht und für den Schutz von Minderjährigen zu sorgen. Laut einer neuen Untersuchung ist dabei jeder Arbeitnehmer in Deutschland gefährdet, nach Arbeit süchtig zu werden. Jeder neunte leidet bereits an dem sogenannten „Workaholism“. Ein Wirtschaftspsychologe fordert nun die Konsequenzen, da es hierbei um eine ernst zu nehmende Krankheit  handle.

Der Workaholism oder zu Deutsch Arbeitssucht scheint in Deutschland bislang deutlich unterschätzt zu sein. Nach neuesten Erkenntnissen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK ist jeder neunte Arbeitnehmer dabei bereits arbeitssüchtig. Jeder siebte Arbeitnehmer sei gefährdet, so die Bild-Zeitung.

Arbeitssucht sei eine ernst zu nehmende Krankheit

Der Wirtschaftspsychologe Stefan Poppenreuther fordert gegenüber der Bild, dass die Arbeitssucht dringend wie Glücksspiel- und Kaufsucht als eine ernst zu nehmende Krankheit einzustufen ist. Ob man sich dabei an die richtige Adresse gewandt hat, um Forderungen bezüglich Gesundheitsangelegenheiten zu stellen, sei dahingestellt. Laut Poppenreuther würde die Anerkennung der Krankheit zu einer Erleichterung der Therapien führen. Außerdem könne man so bereits in den Betrieben gezielte Vorsorgemaßnahmen ermöglichen.

Demnach sollte sich der Staat vielleicht weniger stark um das Glücksspielmonopol kümmern, sondern eher um die rund 4,5 Millionen Deutschen, die an Arbeitssucht leiden.

Folgt man der Auffassung des obersten Verwaltungsrichters, so sind die Glücksspielsuchtbekämpfung und die Sicherung des Jugend- und Spielerschutzes ein legitimes Ziel des Gesetzgebers. Man könne eine Einschränkung der Niederlassungsfreiheit allerdings nur vornehmen, wenn man die gesetzten Ziele auch konsequent verfolge. So bringe es nichts bzw. wirkt dem eindeutig entgegen, wenn man umfangreiche Werbemaßnahmen für das staatliche Glücksspielangebot einleitet.