Deutscher Sportwettenverband kämpft gegen Spielmanipulation

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DSWV

Um in Deutschland an einem Strang zu ziehen, hat sich vor einiger Zeit der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) gegründet. Im Sportwettenverband sind die größten in Deutschland aktiven Buchmacher vertreten, welche Beschlüsse treffen und immer wieder den Dialog mit der deutschen Gesetzgebung suchen. Seit Jahren war man bemüht, eine Einigung in Bezug auf die Sportwetten-Lizenzen in Deutschland zu finden. Mit dem zentralen Verband soll die Kommunikation zwischen den Buchmachern und dem Staat enorm erleichtert werden. Zu nennenswerten Ergebnissen in der Hauptproblematik „Lizenzen“ ist man aber dennoch bisher nicht gekommen. Als treibende Kraft in diesem Prozess gilt der Wettanbieter Tipico.

Breite Front gegen Spielmanipulation

Um mit den Sportwetten-Lizenzen voran zu kommen, probiert der DSWV gegen einige Ursachen vorzugehen, welche einen negativen Einfluss auf Sportwetten haben. Dazu gehört unter anderem das Thema der Spielmanipulation: Im Rahmen eines vom Deutschen Sportwettenverband organisierten Symposium zum Thema „Kampf gegen Spielmanipulation“ demonstrierten Sportverbände, Politik und Wettanbieter eine Geschlossenheit für die Integrität des Sports. Außerdem muss das laufende Sportwetten-Konzessionsverfahren harte Kritik über sich ergehen lassen.

Bemängelt wurden unter anderem die unzureichenden Möglichkeiten zur Strafverfolgung von Spielmanipulation in Deutschland. „Nur ein Strafrecht, das die Manipulatoren auf dem Spielfeld als Täter erfasst, kann Spielmanipulationen im Sport effizient bekämpfen“, kündigte Staatssekretär Ole Schröder vom Bundesinnenministerium an. Bevor man mit Strafrecht gegen Manipulation vorgeht, sollte laut Adrian Fiedler von Transparency International vor allem im Bereich der Prävention nachgebessert werden. Er sieht vor allem die Sportverbände in der Pflicht:  „Spielmanipulation verschwindet nicht allein durch ein Blatt Papier, sondern durch Veränderungen innerhalb des Sports.“

Möchte man gegen Spielmanipulation vorgehen, müsse der Sportwettenmarkt endlich einheitlich reguliert werden. „Der Sportwettenmarkt ist international. Wenn wir bestimmte Wetten nicht anbieten, können wir sie auch nicht überwachen“, wird der DSWV-Präsident Matthias Dahms in einer Pressemitteilung zitiert. Eine Einschränkung des Wettangebots sei demnach der falsche Ansatz. „Obwohl der Glücksspieländerungstaatsvertrag seit über drei Jahren in Kraft ist, sind die Länder anscheinend nicht in der Lage, den Glückspielmarkt klar und kohärent zu organisieren“, kritisierte Justiziarin Christina Gassner von der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Veränderung des Glücksspielstaatsvertrags in Aussicht?

Nachdem sich auch im Rahmen des Symposiums mehrfach gegen den Glücksspielstaatsvertrag ausgesprochen wurde, könnte eine Veränderung tatsächlich in Sicht kommen. Im Vorfeld hatte der hessische Innenminister Peter Beuth öffentlich angekündigt, sich für eine Änderung des Glücksspielstaatsvertrages einzusetzen. Selbst in den Reihen des Lotto-Blocks finden sich mittlerweile Befürworter einer Änderung: Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer von Lotto Hessen, hält die zahlenmäßige Begrenzung der Konzessionen für falsch und befürwortet ein Verfahren nach rein qualitativen Vorgaben.

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