Glücksspielkollegium vergibt 20 Sportwetten-Lizenzen

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Hessen

Seit dem 1. Juli 2012 gilt der aktuelle Glücksspielstaatsvertrag, laut dem es vorgesehen ist, dass 20 Wettanbieter in Deutschland eine Konzession erhalten. Nach zahlreichen Verzögerungen hat das Glücksspielkollegium nun eine Entscheidung getroffen. Man wird den Vertrag nicht, wie zuletzt  vermutet, an die gegebenen Umstände anpassen, die 20 Lizenzen wurden nun vergeben. Wirksam werden die Konzessionen erst dann, wenn die letzte Instanz eine rechtskräftige Entscheidung getroffen hat. Bis dahin besteht für Wettanbieter, welche keine Lizenz erhalten haben, die Möglichkeit, verschiedene Rechtsmittel gegen die Konzessionsvergabe einzuleiten. Nur weil die Konzessionen vergeben sind, ist die Geschichte nicht beendet.

20 Sportwetten-Lizenzen vergeben

Unter den Wettanbietern, welche eine Lizenz erhalten haben, befinden sich einige Namen, welche wahrscheinlich noch niemand gehört hat. Namen wie Tipico, bet365 oder Sportingbet, die wiederum jeder Sportwetter schon einmal gehört haben wird, befinden sich nicht auf der Liste. Das Glücksspielkollegium der Länder hat per Mehrheitsbeschluss folgenden Anbietern eine Sportwetten-Konzession gegeben:

  • Cashpoint (Malta) Ltd.
  • Admiral Sportwetten GmbH – Nummer 1 in Österreich und bereits in Schleswig Holstein aktiv
  • ODS ODDSET Deutschland Sportwetten GmbH (staatlicher Anbieter, bekannt aus Kiosken)
  • Oddsline Entertainment AG – Aktiv mit Filialen
  • Primebet International Ltd. – Teil von Wetten Leip und Betbull
  • ElectraWorks Ltd. – Bwin
  • Digibet Ltd.
  • Bet at home.com Internet Ltd.
  • Ladbrokes International PLC
  • Bet90 Ltd.
  • Deutsche Sportwetten GmbH – Telekom, derzeit mit Tipp3 aktiv (Update: Tipp3 hat seinen Wettbetrieb eingestellt)
  • Personal Exchange International Ltd. – Mybet
  • Polco Ltd. – Betfair
  • Intermedia GmbH
  • Bernd Hobiger Wettbüro Goldesel – Buchmacherlegende
  • RULEO Alpenland GmbH – mobile only, das bald startet
  • Racebets International Gaming Ltd. – Pferdewettenanbieter
  • Albers Wettbörsen Deutschland OHG mbH – Buchmacher mit stationären Filialen
  • IBA Entertainment Ltd. – Bet3000
  • Star Sportwetten GmbH – Stationärer Buchmacher aus Innsbruck

Tipico bezieht als erster Wettanbieter Stellung

Nach der Bekanntgabe lassen die ersten Stimmen nicht lange auf sich warten und so hat die Tipico Group bereits Stellung bezogen: „Natürlich halten wir diese Entscheidung für dringend fragwürdig, messen ihr aber keine große Bedeutung bei. Auf unser operatives Geschäft hat diese Entscheidung aktuell keinen Einfluss, da wir nun den vorgegebenen Rechtsweg beschreiten werden und uns hierbei deutliche Erfolgsaussichten ausrechnen“, kommentierte Jan Bolz, Vorstandsvorsitzender von Tipico Sportwetten. „Im laufenden Verfahren werden wir uns zu den Prozessinhalten vorerst nicht weiter äußern.“

Für den wahrscheinlich größten Wettanbieter in Deutschland sei die Beschränkung auf 20 vergebene Konzessionen europarechtswidrig. Die Zulässigkeit einer derartigen Vergabeentscheidung sei darüber hinaus äußerst fragwürdig. Tipico wird aus diesem Grund form- und fristgerecht Rechtsmittel gegen die Vergabe der Konzessionen einlegen.

Wie geht es nun weiter?

Durch die verschiedenen Rechtsmittel, welche die verschiedensten Anbieter nun nutzen werden, wird sich der Prozess der schlussendlichen Vergabe garantiert noch weiter hinziehen. Vielleicht werden die Klagen sogar so zahlreich, dass die Entscheidung nie zum Tragen kommt und doch eine Anpassung des Glücksspielstaatsvertrags nötig wird. Sollte die Entscheidung doch rechtsgültig werden, bleiben aktuell noch einige Fragen offen. Wie wird der Staat gegen Wettbüros und Wettanbieter im Internet vorgehen, welche keine Lizenz erhalten haben? Wie will man verhindern, dass Tipper bei nicht lizenzierten Anbietern ihre Wetten abgeben?

Durch den Erhalt einer Lizenz sind die Wettanbieter ab Inkrafttreten an strenge Regularien gebunden. Nicht lizenzierte Anbieter hätten einen Wettbewerbsvorteil, sollten sie nicht effektiv gebannt werden. Es bleibt abzuwarten, was am 18. oder 19. September passiert. Dann sollen die endgültigen Lizenzen vergeben werden. Bis dahin müssen etwaige Einsprüche eingelegt werden.