Großbritannien bringt neues Steuergesetz für Glücksspiel durch

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UK Steuergesetz

Schon in der ersten Hälfte des Jahres gab die britische Regierung bekannt, dass man das Steuergesetz bezüglich des Online-Glücksspiels überdenken muss. Die vorherrschenden Bedingungen auf dem Markt seien  für inländische und ausländische Buchmacher zu verschieden, sodass durch die bislang geltenden Gesetze eine Wettbewerbsverzerrung stattgefunden hatte. Denn bisher war es so, dass nur im Inland sitzende Unternehmen zur Kasse gebeten wurden. Für britische Buchmacher wurden hohe Steuern fällig, um dafür auf dem streng regulierten Markt ihr Angebot zu präsentieren.

Der Grund zum Wechsel des Unternehmenssitzes – ausgeräumt

Für ausländische Anbieter galt bisher eine Steuerfreiheit. Dies war ein Grund, warum viele in Großbritannien gegründeten Buchmacher mit der Zeit nach vorzugsweise Gibraltar oder teilweise auch Malta gezogen waren. Dort werden schließlich nur 1 Prozent Steuern erhoben.

Damit soll nun laut der britischen Regierung Schluss sein. Möchte man am britischen Glücksspiel-Markt teilnehmen und ein Stück von dem 2 Milliarden-Kuchen abhaben, müssen alle Unternehmen, vollkommen unabhängig von dem Sitz, die für Großbritannien anfallenden Steuern zahlen. So werden nun für ausländische Unternehmen 15 Prozent Steuern fällig. Sollte sich ein Unternehmen weigern, die Steuern zu zahlen, so kann es zu Geld- und Haftstrafen kommen. Die Steuern sind an das britische Schatzamt abzuführen, welches ab sofort kontrollieren wird, welche Anbieter in Großbritannien aktiv sind.

Mögliches Eigentor geschossen?

Anhand der komplizierten Situation in Deutschland hat man schon gesehen, dass einige Buchmacher sich von solchen Märkten zurückziehen. Eine solch hohe Steuerlast ist von vielen Anbietern einfach nicht tragbar bzw. zu kompliziert auf die Kunden abzuwälzen. Da das neue Steuergesetz festlegt, dass für die Besteuerung der Ort des Verbrauchers entscheidend ist, könnten sich einige Buchmacher möglicherweise auch vom britischen Glücksspiel-Markt zurückziehen.

Die Chancengleichheit hat die Regierung zwar geschaffen, ob das nicht aber ein mögliches Eigentor war, wird man in näherer Zukunft sehen. Sollten sich die Anbieter nicht vom britischen Markt zurückziehen, darf sich das Schatzamt über ca. 300 Millionen Pfund im Jahr freuen.