Ladbrokes in Hessen nicht mehr zu erreichen

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Mit der folgenden E-Mail: „sports Ladbrokes.com/de wird für Ihre Region gesperrt. Ab sofort ist es nicht mehr möglich, ein neues Konto zu eröffnen. Ab Montag, den 21.12.2015 können Sie keine Einzahlungen mehr tätigen der wetten. Bestehende Kunden können sich jedoch weiterhin auf der Seite einloggen und Auszahlungen tätigen. Am 29.12.2015 ist ein Einloggen auf unserer Webseite in Ihrer Region (Hessen) generell nicht mehr möglich“ wendete sich Ladbrokes an seine Kunden in Hessen, um ihnen mitzuteilen, dass die Seite nicht mehr erreichbar sein wird.

Reagiert Ladbrokes auf noch nicht erteilten Lizenzen?

Es stellt sich die Frage, ob der englische Traditions-Buchmacher nunmehr darauf reagiert, dass es immer noch nicht möglich ist, in der Bundesrepublik die Sportwetten legal anzubieten. Das Bundesland Hessen wurde derzeit damit beauftragt, die Sportwetten-Lizenzen zu vergeben. Insgesamt 20 Konzessionen sollten an die Bewerber ausgegebene werden, letztlich wurde das Verfahren, nicht zuletzt durch Klagen der unterlegenen Bewerber, immer wieder verzögert und verlängert. Schließlich wurde die Lizenzvergabe vom Verwaltungsgerichtshof in Karlsruhe endgültig gestoppt. Im Urteil hieß es, das Verfahren sei fehlerhaft und intransparent. Die Richter waren der Ansicht, dass es der zur Zeit geltende Glücksspielstaatsvertrag nicht ermögliche, eine rechtswirksame Regelung des Glücksspiels zu erzielen.

Ladbrokes hatte sich im Jahr 2012 vom Innenministerium in Schleswig-Holstein eine Lizenz gesichert, so dass es dem englischen Buchmacher möglich ist, seine Dienstleistungen in diesem Bundesland legal anzubieten. Die Hauptlizenz von Ladbrokes stammt aus Gibraltar, die es dem Unternehmen ermöglicht, sein Angebot auf dem europäischen Markt legal zu offerieren. Es ist noch völlig unklar, weshalb der Buchmacher sein Angebot in Hessen gesperrt hat. Hinter verhaltener Hand heißt es jedoch, dass dies die Reaktion auf eine Abmahnung des Landes Hessen ist. Offizielle Stellungnahmen zu dieser Angelegenheit gibt es jedoch noch nicht.

Der leidige Glücksspielstaatsvertrag der Bundesrepublik

Außer Frage steht wohl, dass der deutsche Glücksspielstaatsvertrag überarbeitet werden muss, da sich sowohl die Betreiber als auch die Sportwetten-Fans ansonsten auch weiterhin in einer Grauzone bewegen werden. Sowohl der Verwaltungsgerichtshof in Karlsruhe als auch der europäische Gerichtshof in Brüssel bewerteten die Lizenzvergabe in Hessen als verfassungswidrig. Es wurde damit argumentiert, dass die Lizenzvergabe in Hessen als Alleingang bewertet werden müsse und somit nicht auf die gesamte Bundesrepublik übertragen werden könne. In der Urteilsbegründung der Richter hieß es: „…..Dieser vom Grundgesetz vorgegebener bundesstaatlichen Ordnung wird der Glücksspielstaatsvertrag mit der von ihm gewählten Aufgabenverteilung nicht gerecht….“.

Wie es nun in Sachen Glücksspiel in Deutschland weitergehen soll und warum Ladbrokes sein Angebot in Hessen nicht mehr offeriert, bleibt abzuwarten.

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