Lizenzierungsverfahren sei gescheitert, neue Lösung soll her

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Sportwetten

Das Vergabeverfahren der 20 Lizenzen zum Betrieb und der Ausrichtung von Sportwetten im Internet sorgte in letzten Monaten immer wieder für Schlagzeilen. Das Vergabeverfahren sei schlicht und ergreifend nicht ausgereift und zeitgemäß. 20 Lizenzen zu vergeben, würde zum Ausschluss einiger bekannter Wettanbieter führen. Auf dem SpoBis 2014 kam genau dieses Thema zur Sprache und das Ergebnis ist relativ eindeutig. Demnach sei das Lizenzierungsverfahren zum Glücksspielstaatsvertrag gescheitert und eine neue Lösung soll her.

Branchenkenner sprechen sich gegen Lizenzierungsverfahren aus

Auf dem SpoBiS 2014 zogen DFL-Public Affairs-Direktor Dr. Holger Blask, Hans-Jörn Arp, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein, Christoph Schmidt, Geschäftsführer von Oddset Deutschland Sportwetten und MAXCAT-Geschäftsführer Stefan Meurer ein gemeinsames Fazit: Das Lizenzierungsverfahren, das die Lizenzierung von 20 Sportwettenanbietern vorsieht, werde zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis führen. Ausschlaggebend sei unter anderem, dass die im Glücksspielstaatsvertrag vorgesehene Limitierung auf 20 Lizenzen nicht den Marktgegebenheiten entspreche.

Eine mögliche Alternative sei die Orientierung an dem Vergabemodell in Schleswig-Holstein. Mit einer regulierten Öffnung des Marktes in Deutschland könnte man sämtliche Probleme aus dem Weg schaffen. In Schleswig-Holstein hat sich das dort vorherrschende Glücksspielgesetz bewährt. Dieses sieht keine Höchstzahl von Genehmigungen vor und regelt eine marktkonforme Ausgestaltung von Online-Gaming-Angeboten.

Hans-Jörn Arp zog im CCD in Düsseldorf eine positive Zwischenbilanz. Die Lösung in Schleswig-Holstein zur Regulierung würde gute Ergebnisse erbringen. „Die von uns lizenzierten Anbieter haben im vergangenen Jahr rund 160 Millionen Euro an Abgaben gezahlt, von denen rund ein Drittel direkt dem Sport zuflossen. Auch Lotto konnte von gestiegenen Umsätzen durch zugelassene Vermittler profitieren.“

Bewährtes Schleswig-Holstein-Modell soll Lösung sein

Dr. Holger Blask wies zudem darauf hin, dass die DFL die Ausarbeitung des schleswig-holsteinischen Modells von Anfang an unterstützt habe. Die Anforderungen an den Glücksspielstaatsvertrag seien im Lizenzierungsverfahren unmöglich umzusetzen. Als Lösung schlägt er vor, das Regulierungsmodell an das Kieler Modell anzupassen und somit den Markt reguliert zu öffnen. Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags hätten sich zudem weitere Auswirkungen geäußert. Christoph Schmidt erläutert, dass Oddset seitdem online noch überhaupt keine Umsätze erzielen konnte und befürchtet, dass dieser Zustand noch länger anhalten könnte.

Der Gründer von MAXCAT, Stefan Meurer, ist sich sicher, dass es keine Lizenzerteilung geben würde. Es gab in der Vergangenheit zu viele Probleme, dass es nun noch zu einer zufriedenstellenden Erteilung kommen könnte. Auch er hat sich daher für eine Umsetzung des Modells aus Schleswig-Holstein ausgesprochen.