Rückschlag bei Vergabe deutscher Wett-Lizenzen verzögert erneut

Du bist hier: Magazin » News » Regulierung
0
Sportwetten

Das Vergabeverfahren von Sportwettlizenzen in Deutschland entwickelt sich einmal mehr zu einer unendlichen Geschichte, die man so mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geplant hatte. Nachdem die zweite Runde des Verfahrens bereits in Sack und Tüten war, legte das zuständige Amt das Konzessionsverfahren erneut auf Eis. Ursprünglich war eine Entscheidung bezüglich der zu vergebenen Lizenzen bereits im Frühjahr dieses Jahres geplant. Damals beschwichtigte man die Anwärter, sich noch bis zum August zu gedulden. Seitdem hörte man nur wenig von den Fortschritten des Verfahrens.

Keiner der Anwärter entspreche den Anforderungen

Ein wichtiger Aspekt den das hessische Innen- und Sportministerium scheinbar stark vernachlässigt hatte, war die die Aufklärung. Viele Anwärter zogen bereits vor das Gericht, weil das zuständige Ministerium keinerlei Mitteilungen machte, wie weit das Verfahren bereits fortgeschritten war. Der letzte zuvor bekannte Stand war, dass es 14 der 41 Bewerber in die zweite Runde schafften. Diese wurden zu einem ausführlichen Gespräch geladen und hatten das Unternehmen vorzustellen. Daraufhin folgt nun ein herber Rückschlag im Vergabeverfahren.

„Im Sportwettkonzessionsverfahren wurde eine abschließende Prüfung der Anträge aller Antragsteller, die zur 2. Stufe des Konzessionsverfahrens zugelassen wurden, durchgeführt“, schreibt das Ministerium in einer E-Mail. „Dabei wurde festgestellt, dass […] keiner der Antragsteller die Erfüllung der Mindestanforderungen […] in prüffähiger Form nachweisen konnte.“ Demnach seien die Antragssteller nun dazu verpflichtet, weitere Unterlagen nachzureichen. Das wird die Bewerber, welche bereits in der ersten Runde ausgeschieden waren, besonders ärgern. Damals war es nicht möglich gewesen, fehlende Dokumente nachzureichen.

Ministerium macht sich keine Freunde

Bereits nach der ersten Phase, als der Buchmacher Victor Chandler ausgeschieden war, zog man deswegen vor Gericht. Den Prozess musste der Wettanbieter jedoch als aussichtslos anerkennen. Der zuständige Anwalt kommentierte den aktuellen Schritt des Ministeriums wie folgt: „Es scheint mir, dass es seine eigenen Bewertungsmaßstäbe infrage gestellt hat und nun einen eleganten Weg sucht, um dies nicht zugeben zu müssen.“

Die Bewerber, welche es in die zweite Runde geschafft hatten, dürfen nun erneut einen Antrag ausarbeiten. Auf die schlussendliche Entscheidung wird man bis zum nächsten Jahr warten müssen. Dann erwartet das Ministerium allerdings noch 80 verwaltungsrechtliche Verfahren. Bei dem Vergabeverfahren sei einiges schiefgegangen, erklärte der Anwalt.

Der einzige Trost für die Wettanbieter ist das Recht, nach dem Erhalt der Lizenz bis Mitte 2019 vollkommen legal Sportwetten sowohl im Internet als auch terrestrisch für Deutsche anzubieten.