Zahlungsblockaden sollen illegales Online-Glücksspiel bekämpfen

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Sportwetten

Das Unternehmen im Internet ohne eine deutsche Lizenz Glücksspiel wie Casino-Spiele, Poker und auch Wetten anbieten, ist in den meisten Fall nicht legal. Die Bundesländer meinen seit Einführung des Glücksspielstaatsvertrags sogar, dass sich die Anbieter strafbar machen und ihr Angebot illegal ist. Über die letzten Jahre hatte man an zahlreiche große Unternehmen aus dem Ausland Mahnungen und Verbote geschickt, doch diese werden in der Regel ganz einfach ignoriert. Nur wenige Anbieter melden sich mit einem Widerspruch zurück und erhoffen sich damit einen Aufschub. Nun möchte man härtere Maßnahmen einleiten.

Bundesländer wollen Zahlungen blockieren

Im vergangenen Jahr haben die Bundesländer mehr als 100 ausländische Glücksspielangebote im Internet untersagt, dabei sind es weit mehr, die ihre Glücksspiele, Wetten und Poker nicht legal anbieten. Auch aktuell laufen wohl 28 Verbotsverfahren, hatte die Süddeutsche Zeitung laut heise.de in einer Umfrage in den 16 Bundesländern Deutschlands herausgefunden. Kaum ein Glücksspielunternehmen hält sich demnach an die Verbote für den deutschen Markt.

In den meisten Fällen werden die Schreiben ganz einfach ignoriert, da man sie für europarechtswidrig hält. In anderen Fällen werden Schreiben zum Widerspruch verschickt, um ein endgültiges Verbot aufzuschieben. Die Bundesländer meinen nun jedoch, dass ein Widerspruch den Beschluss nicht aufschieben kann. Das Verbot würde ab dem Moment gelten, in dem das Schreiben seinen Adressaten erreicht. Wer auch nach der angegebenen Frist noch Spieleinsätze aus Deutschland akzeptiert, mache sich strafbar.

Aus diesem Grund wolle man nun zu härteren Maßnahmen greifen. Sämtliche Zahlungswege sollen mithilfe von Banken und anderen Kreditinstituten blockiert werden. Unternehmen sollen keine Gelder mehr an deutsche Kunden ausschütten können und Einzahlungen bei solchen Unternehmen werden ebenfalls blockiert. Zuständig für die Umsetzung dieser Blockade von Zahlungen ist das Bundesland Niedersachsen. Erfahrungen habe man mit solch drastischen Maßnahmen bisher kaum. Doch hat ein ähnliches System bereits in den USA vor einigen Jahren funktioniert. Damals hatte man der Glücksspielindustrie einen heftigen Hieb verpasst.

Schutz der Bürger stehe im Fokus

Im Fokus der Bemühungen stehe laut offiziellen Aussagen der Schutz der Bürger. Solch „schnell, suchtfördernden Spielformen“ entsprechen wohl nicht den erlaubten Glücksspielen. Das Unterbinden der Zahlungsströme solle die Online-Casinos und andere unerlaubte Angebote im Kern treffen. Dass die Unterbindung funktionieren wird, bezweifeln Finanzinstitute derzeit. Man könne nicht wissen, ob es sich um eine Zahlung im Zusammenhang mit unerlaubtem Glücksspiel handelt oder nicht.

Sportwetten-Fans müssen sich aktuell keine Sorgen machen. Wenn überhaupt machen sich die Wettanbieter strafbar und bevor die Zahlungswege blockiert werden, wird man genug Zeit haben, um sein Geld sicher auszuzahlen.