Zahlungsverkehr mit illegalen Glücksspielanbietern unmöglich

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Hessen

Der deutsche Glücksspielmarkt befindet sich derzeitig in einem starken Umschwung. So wurde erst vor einiger Zeit das sogenannte Glücksspielkollegium eingeführt, welches laut dem aktuellen Glücksspielvertrag als zuständige Aufsichtsbehörde und als Organ zur Erfüllung deren Aufgabe dient. Dem Glücksspielkollegium obliegt außerdem die abschließende Beurteilung aller Anträge auf Erlaubnisse und Konzessionen in den ländereinheitlichen Verfahren. Es besteht aus 16 Mitgliedern, welche durch die obersten Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder benannt werden (Je Land ein Mitglied).

Banken sollen Zahlungsverkehr blockieren

Noch immer gibt es Anbieter von Sportwetten und Glücksspiel, die aus verschiedenen Gründen in Deutschland als illegal gelten. Solche Anbieter aus dem EU-Ausland sollen künftig von deutschen Kunden kein Geld mehr bekommen können. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet, sollen Banken und Kreditkarteninstitute verpflichtet werden, alle Zahlungswege zu sperren.

Im Glücksspielstaatsvertrag  steht bereits, dass ein solches „Payment Blocking“ möglich ist. Bisher wurde davon lediglich noch kein Nutzen gemacht. „Es wird höchste Zeit, dass Anbietern ohne Zulassung in Deutschland auf diese Weise das Handwerk gelegt wird“, wird der Vorsitzende des Deutschen Lottoblocks, Michael Burkert, zitiert. Wichtig sei dafür lediglich eine verbindliche Schwarze Liste mit den nötigen Informationen der Anbieter, welche blockiert werden sollen.

Eine derartige Liste bestehe bereits in den Ländern Belgien, Norwegen und der USA. Vor allem in Belgien wurde die Liste schon sehr erfolgreich eingesetzt. Etwas zu streng nahm man es mit dem österreichischen Anbieter bwin. Die ausgesprochene Sperre gegenüber dem Buchmacher führte zu Umsatzeinbüßen, wurde aber schon seit 20. Mai wieder aufgehoben.

Rechtliche Grauzone soll geklärt werden

Bislang agieren viele Anbieter in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone. Mit dem im Juli 2012 in Kraft getretenen Vertrag soll der deutsche Markt geöffnet werden und 20 Lizenzen herausgegeben werden. Die Bewerbungsliste ist lang, einen Vorteil werden wahrscheinlich jene Wettanbieter haben, die in der Vergangenheit bereits Steuern an den Fiskus abführten. Der Vergabeprozess gerät allerdings ins stocken, da es große Probleme mit der EU-Rechtskonformität des Glücksspielvertrags gibt.

(Bildquelle: http://verwaltung.hessen.de/irj/HMdI_Internet?cid=5e99ccc1ea5adf26267776d5e6ed9317)