Der moderne Fußballtrainer – Moderator, Manager und Psychologe

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Das Bundesliga-Karussell dreht sich immer wieder enorm schnell. Davon sind natürlich auch die Trainer betroffen. Besonders bei sportlichem Misserfolg wird gerne der Trainer ausgetauscht. Natürlich wird in dem Fußball Witz übertrieben, denn dass ein Trainer in einem Jahr fünf Stationen durchläuft ist eher unwahrscheinlich. Außerdem bewegt sich ein durchschnittlicher Bundesliga-Trainer nicht auf dem Gehaltsniveau, dass er Arbeitslosengeld beantragen muss.

Steigende Anforderungen an den Trainer

Jürgen Klinsmann, ehemaliger Nationalspieler und heutiger Nationaltrainer der USA, sieht massive Anforderungen im Trainerberuf. Dazu gehört der komplizierte Umgang mit den Medien und vielen ausländischen Spielern. Aus diesem Grund lässt zum Beispiel der FC Bayern seine Mannschaftssitzungen simultan übersetzen, damit alle Spieler den Inhalt verstehen. Von einigen Trainern wird die Präsenz in den Medien gerne zur Selbstdarstellung genutzt. Nach einer Studie des Berliner Psychologen Christian Nawraht, „Arbeiten auf dem Schleudersitz“, klagen mehr als 50 % der befragten Trainer aus der ersten und zweiten Bundesliga sowie der Regionalliga über Schlafprobleme. Über 30 % leiden unter Kopfschmerzen und ca. 20 % unter Bluthochdruck. Nawraht vermutet, dass zum sportlichen Erfolgsdruck noch der Umgang mit den Medien zu Stress führt. Der Fußballlehrer klassischer Prägung ist heutzutage ohnehin nicht mehr sehr angesagt. Vielmehr ist ein Trainertyp gefragt, der wie ein Manager aus der Industrie agiert.

Paradebeispiel HSV – Acht Trainer in 7 Jahren

Der HSV verschliss in sieben Jahren acht Trainer und fünf Übergangs-Übungsleiter. Der Holländer Bert van Marwijk schaffte gerade einmal fünf Monate, Mirko Slomka nur 16 Spiele. Thorsten Fink durfte immerhin knapp zwei Jahre trainieren, während Michael Oenning der erfolgloseste Trainer war, der je beim HSV arbeitete. Nicht zu vergessen ist dabei der Einfluss, den Sponsoren und Investoren auf personelle Entscheidungen ausüben. Beispielsweise war Investor Klaus-Michael Kühne Mirko Slomka immer ein Dorn im Auge. In der abgelaufenen Saison wurde Bruno Labbadia für die letzten Spiele verpflichtet, der den Abstieg vermied und nun einigermaßen erfolgreich in Hamburg arbeitet. Der Fußball Cartoon nimmt die ständigen Trainerwechsel auf die Schippe und zeigt, dass sich unter Umständen ein Besuch auf dem Arbeitsamt lohnt.