Ischa Freimaak! Werder Bremen zittert vor Robert Lewandowski

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Eigentlich verbietet es sich in diesen Tagen ja, Vergleiche mit einem großen Automobilhersteller aus Wolfsburg anzustellen. Doch wir machen eine Ausnahme. Denn so wie der Käfer einst lief und lief und lief, so trifft und trifft und trifft heutzutage Robert Lewandowski. Quasi wie am Fließband. Der Stürmer vom FC Bayern München würde vermutlich selbst dann noch einen Treffer bejubeln, wenn ihn Heidi Klum zur nächsten Challenge als Polands Next Topmodel in High Heels auf den Rasen schickt.

Die bisherige Saisonbilanz des Robert Lewandowski liest sich jedenfalls märchenhaft. Arbeitstitel: 1001 Tor. Ein Dutzend davon hat er schon in der Bundesliga erzielt. Nach nur acht Spieltagen wohlgemerkt. Seine Nationalmannschaft schoss Lewandiwski fast im Alleingang zur Euro nach Frankreich: 13 Treffer, Einstellung des Rekords. Die 13 als Bestmarke? Das schaffte in der laufenden EM-Qualifikation nur noch einer: Der Schweizer von Eintracht Frankfurt: Haris Seferovic. Okay, der Eidgenosse stand 13 Mal im Abseits, was dann eher an Kugelblitz Ailton erinnert, unserem WM-Orakel von 2014. Weniger an Robert Superstar. Trotzdem sind wir damit schon beim Thema: Ailton, Werder, Lewandowski, Märchen – klingelt es?

In Deckung! Stadtmusikanten auf der Flucht

Richtig! Der FC Bayern reist am Wochenende in den hohen Norden. Dort gehen die Bremer Stadtmusikanten vorsichtshalber schon mal in Deckung, während sie rund ums Weserstadion noch ganz tief in sich kehren, ob sie denn nun lachen oder weinen sollen. Der eifrige Praktikant aus der Social-Media-Abteilung jedenfalls scheint entweder komplett schmerzfrei oder schlichtweg ignorant zu sein. Jedenfalls hätte er seine Worte etwas behutsamer wählen sollen. Denn da war auf Fanseite der Grün-Weißen folgender Post zu lesen: „Gute Nachricht: Das bundesligafreie Wochenende ist fast vorbei, am Samstag um 15.30 Uhr rollt hier wieder der Ball.“

Die Reaktionen waren bemerkenswert. „Wo ist die gute Nachricht?“, fragt der eine User. „Ich freue mich auf ein knappes 1:11“, beteuert der nächste. Und der dritte Insider liefert noch einen kostenlosen Veranstaltungstipp obendrauf: „Nach dem Spiel: direkt Frustsaufen auf dem Freimarkt.“ Dazu sei angemerkt: Der Freimarkt ist sowas wie das Oktoberfest des Nordens. Also auch so ein Ort, wo lallende Gestalten, dem Verlust der Muttersprache nahe, ein Potpourri von Helene Fischers Top-Hits schmettern. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Der Weser-Guard kennt die Probleme: Elf an der Zahl

Robert Lewandowski zählt nicht zu dieser Spezies. Er tritt selbst nach dem schnellsten Fünferpack aller Ligazeiten bescheiden auf, so als ginge ihn das alles rein gar nichts an. Typ Schwiegersohn beim Kennenlernen des Brautvaters. Und deswegen studiert der bodenständige Pole für den Jahrmarkt im Weserstadion vielleicht lieber einen Klassiker deutscher Liedkultur ein: „Einer geht noch, einer geht noch rein“. Passt auch irgendwie besser zum Robert als beispielsweise… „Atemlos“. Sprachlos machen einen derweil die Wettquoten. Glatte 15,00 zahlt etwa Betvictor für den Werder-Sieg. Selbst wenn Bremen nicht verliert (Doppelte Chance 1X), zahlt Mybet noch das 4,4-fache des Einsatzes. Da gibt es wirklich bessere Alternativen für einen Tipp. Ansonsten kann der geneigte Sportwetter auch gleich das Geld an Werder direkt spenden. Die sind ja knapp bei Kasse.

Zurück zum Spiel: Jannik Vestergaard, in Bremen nur der Weser-Guard, trotzt wie ein Leuchtturm dem aufziehenden Orkan aus München. Am Ende scheint allerdings auch der dänische Abwehrhüne ratlos. Denn da gibt es noch zehn weitere klitzekleine Problemchen: „Wir müssen eng an ihn rangehen. Aber fokussieren wir uns zu sehr auf Lewandowski, stehen Müller oder Douglas Costa da…“ Oder Alaba oder Vidal. Oder vielleicht schon Robben. Vermutlich aber doch Robert Lewandowski. Was wir also schon vor diesem Match gelernt haben? Die Bildzeitung hält nichts von Fußball-Märchen. Denn es könnte ja, ich meine nur rein theoretisch, auch Claudio Pizarro treffen. Pustekuchen. Schlagzeile am Mittwoch: Noch drei Tage bis zum Schlachtfest! In diesem Sinne: Ischa Freimaak!