Wie aus den Schachtscheissern die Veilchen wurden

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Der wenig schmeichelhafte Spitzname „Schachtscheisser" für die Kicker des FC Erzgebirge Aue noch aus DDR-Zeiten. Auch kurz nach dem Mauerfall wurden sie noch so genannt, weil der Bergbau im Erzgebirge schon immer eine zentrale und wichtige Rolle einnahm. Mit einem Schuss Selbstironie nennt sich sogar die Vereinszeitung „Schachtscheisser" und mittlerweile tragen viele Souvenirs und Fanartikel einen Aufdruck mit diesem Namen. Der Fußball Witz personifiziert den Spitznamen, in dem sich ein Auer Fußballfan diebisch darüber freut, dass ein Anhänger des Rivalen aus der ehemaligen DDR Oberliga und heutigen 3. Liga, Chemnitzer FC, in einen „Haufen" tritt – für ihn ein „Treffer".

Der Verein FC Erzgebirge Aue

Der Verein wurde 1949 als BSG Pneumatik Aue in Sachsen gegründet und gewann zwischen 1956 und 1959 als SC Wismut Karl-Marx-Stadt drei DDR-Meisterschaften. Von 1963 bis 1990 nannte sich der Verein, beziehungsweise die Werksmannschaft, BSG Wismut Aue und gehörte der DDR-Oberliga an. Insgesamt spielte der Klub 39 Jahre lang in der höchsten DDR-Spielklasse an, so lange wie keine andere Mannschaft. Seit 1993 nennt sich die Mannschaft FC Erzgebirge Aue und gehörte von 2003 bis 2008 sowie von 2010 bis 2015 der 2. Bundesliga an. Letzte Saison stieg man in die 3. Liga ab. Das Sparkassen-Erzgebirgsstadion bietet 15.690 Zuschauer Platz und seit 1950 werden dort die Heimspiele ausgetragen. Bis 2017 möchte der FC Erzgebirge Aue sein neues Stadion fertiggestellt haben, das über eine Kapazität von 16.485 Zuschauern verfügen soll. Die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp 20 Millionen Euro. Der Verein müsste eine Pacht von 250.000 Euro jährlich aufbringen, würde aber vom Erzgebirgskreis pro Jahr einen Betriebskostenzuschuss von 100.000 Euro erhalten.

Veilchen oder Schachtscheisser?

Am 16. April 1966 überraschte die Oberliga-Fußballmannschaft der BSG Wismut. Zum Oberligaspiel gegen Hansa Rostock trat man erstmals mit lila-weißen Trikots an. Seitdem bezeichnet man sie auch als die „Veilchen“ – ein Spitzname, der sich durchgesetzt hat und allgemein bekannt ist. Aktuell laufen die Auer Spieler in lila-weißen Trikots auf. Man kann sie nennen wie man will, aber für traditionsbewusste Fans kommt wahrscheinlich nur „Schachtscheisser" infrage und können über den Fußball Cartoon herzlich lachen.