Wie aus „Schnee von gestern“ „Schnee von morgen“ wird

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Dass der Fußball-Zirkus ein schnelllebiges Geschäft ist, dürfte jedem Fan, Gelegenheitszuschauer und Medienkonsument klar sein. Der damalige Bundesliga-Trainer Christoph Daum wurde des Kokainkonsums (berauschender Schnee) überführt und konnte deshalb nicht Bundestrainer werden. Sebastian Deisler litt unter Depressionen und Burn-out, outete sich und beendete seine Karriere. Stefan Kießling erzielte in Hoffenheim ein Phantomtor, obwohl der Ball nachweislich am Außennetz landete und Leverkusen deshalb mit 2:1 gewann. Das sind alles Erinnerungen an vergangene Bundesliga-Tage und „Schnee von gestern“. Sorry, laut einem Versprecher von Jens Jeremies in dem Fußball Witz „Schnee von morgen“.

Vom Wadenbeißer zum Champions-League Sieger

In der Stadt Görlitz, dem östlichsten Punkt Deutschlands, nur ein Steinwurf von der polnischen Grenze entfernt, wurde Jens Jeremies geboren. Ebenfalls aus dieser Stadt stammt Dixie Dörner, ehemaliger Nationalspieler und erster DDR-Trainer, der in der Bundesliga arbeitete. Jeremies kickte in der Zeit von 1994 bis 2006 für Dynamo Dresden in der Bundesliga und landete über den Umweg TSV 1860 München im Sommer 1998 beim FC Bayern München. Aufgrund seiner „unbarmherzigen“ Spielweise und Härte, auch gegen sich selbst, verpasste man ihm den Spitznamen „Wadenbeißer“. Er unterzog sich fünf Knieoperationen und spielte meist mit Schmerzmitteln. 2001 erfüllte er sich mit dem Gewinn der Champions-League einen Traum, was ihn zu folgender Aussage veranlasste: “Deswegen gibt es von meiner Seite aus nichts zu bereuen."

„Jerry“ schaufelt „Schnee von morgen“

Im Fußball Cartoon trägt sogar der Schneemann ein Trikot von Jens Jeremies, während „Jerry“ Schnee und Bälle vor dem Tor entfernt. Es wird deutlich, dass die Karikatur das Sprichwort und den Ausspruch von ihm wörtlich nimmt. Jeremies verfügt im Stadion der Bayern über eine private Loge und gründete eine Stiftung, die Kindern und Jugendlichen aus sozialer Not hilft und ihnen Zukunftsperspektiven aufzeigt. Wie sehr man ihn als Spielertypen vermisst, ließ Uli Hoeneß nach dem verlorenen Champions League Finale gegen Chelsea verlauten: „Ich habe keinen Jens Jeremies gesehen, der dem Gegner schon beim Einlaufen in die Waden beißt." Dieses Statement von Hoeneß ist drei Jahre her, also gemäß Jens Jeremies „Schnee von morgen“.