Die Geschichte der Sportwetten (Kapitel 1.7)

Sportwetten GeschichteIm Grunde genommen hat jeder schon einmal mehrere Situationen erlebt, in denen er mit einer Wette konfrontiert wurde. Ob er nun wollte – oder aber auch nicht. Entweder hat diese Person selbst eine Wette angeboten. Oder ihm wurde selbige in Aussicht gestellt. Das Wetten scheint dem Menschen im Blut zu liegen. Es ist irgendwie tief in den Genen verwurzelt. Es ist der Ehrgeiz, auf sein Recht zu pochen. Und das geschieht dann meist so: Zwei Parteien diskutieren über ein Thema und nehmen unterschiedliche Positionen ein. Von denen rücken sie keinen Deut ab. Sie sind sich eben sicher, richtig zu liegen. Und weil das so ist, soll also eine Wette entscheiden. „Sollen wir wetten?“ oder „Darauf verwette ich meinen Allerwertesten“ fallen dann schnell als Standardsprüche. Und es muss sich dabei gar nicht immer ausschließlich um eine Sportwette oder um Geld oder andere materielle Dinge als Einsatz handeln. Viele vereinbaren einfach nur einen Schlagabtausch „um die Ehre“. Was trotzdem bleibt: die Wette zwischen zwei Parteien um einen bestimmten Einsatz, bei dem nur einer recht behält.

Sportwetten in der Antike

In der heutigen Zeit sind – insbesondere bei den Sportwetten – diese zwei Parteien klar definiert. Auf der einen Seite steht der Spieler, der glaubt zu wissen, wie ein Ereignis am Ende ausgehen wird. Die Gegenpartei bilden die Buchmacher. Sie halten dagegen und offerieren dafür eine Quote. Den Einsatz und seine Höhe wiederum bestimmen die Spieler selbst. Entweder also, die Buchmacher streichen diesen ein. Oder aber der Spieler behält recht – und gewinnt seinen Einsatz multipliziert mit der Gesamtquote. Und weil es besonders bequem und komfortabel ist, haben sich Sportwetten mittlerweile längst online etabliert. Der Gang in einen Wettshop oder gar die telefonische Abgabe oder das Tippen auf dem postalischen Weg gehören immer mehr der Vergangenheit an. Die Grundidee einer Wette allerdings ist bis heute erhalten geblieben. Doch wo liegen ihre Wurzeln?

Tatsächlich spielt der Sport dabei eine große Rolle. Das liegt schlicht und einfach daran, dass sportliche Wettkämpfe schon in der Antike stattfanden. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Olympischen Spiele. 1896 fanden die ersten Sommerspiele der Neuzeit in Griechenlands Hauptstadt Athen statt. Doch es gab dieses sportliche Kräftemessen auch schon in der Antike. Schon damals zählten diese Wettkämpfe zu den bedeutendsten Ereignissen im Sport. Historiker fanden heraus, dass von etwa 880 vor Christi bis etwa 393 nach Christi alle vier Jahre im Sommer solch ein Großereignis im heiligen Hain von Olympia stattfand. Dieser vierjährige Zeitraum heißt bis heute Olympiade. Während dieser Zeitspanne also wetteten Menschen meist ihr ganzes Hab und Gut auf den Sieg eines Olympioniken. Die Aussicht auf Ruhm und Reichtum war einfach zu verlockend.

Geschichtswissenschaftler gehen davon aus, dass diese Art von Sportwetten erstmal 676 vor Christi im Rahmen der 23. Olympiade stattgefunden haben. Andere Beispiele sind ebenso allen präsent. Entweder aus den Comics des gallischen Helden Asterix oder auch aus diversen Monumentalfilmen wie „Ben Hur“, wo das dramatische Wagenrennen eine entscheidende Rolle spielt. Die Römer wetteten also auf die todesmutigen Gladiatoren oder auf auf die Sieger der beliebten Wagenrennen. Wohlhabende Bürger verwetteten nicht selten sprichwörtlich „Haus und Hof“. Die Faszination der Sportwette hielt sie also auch schon vor tausenden von Jahren im Bann.

Vom Pferderennen zu Fußballwetten

Ein weiterer Meilenstein der Sportwetten ist auf der Insel zu suchen: In England waren im 18. Jahrhundert Pferderennen sehr beliebt. Und zu dieser Zeit kam es erstmals auch zu Varianten der Sportwetten. Denn die Engländer wetteten beileibe nicht einzig und alleine auf das Gewinnerpferd, sondern schon damals auf bestimmte Ausgänge. Wobei der Gedanke, der dahinter steckte, recht simpel war: Derartige Veranstaltungen mussten finanziert werden. Dies sollte durch Wetteinsätze gelingen. Das Wettfieber war somit ausgebrochen – und es machte auch auf dem europäischen Festland nicht halt. In Deutschland kam es erstmals 1810 zu einer Sportwette, ebenfalls – ganz nach britischem Vorbild – beim Galopprennen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde schließlich Fußball immer populärer. Da war es nur eine logische Konsequenz, dass England im Jahre 1921 die Fußballwette einführte. Als der Zweite Weltkrieg beendet war und der deutsche Fußball immer beliebter wurde, wurde in Deutschland das Toto (siehe Glossar), umgangssprachlich auch als Elfer-Wette bekannt, eingeführt. Menschen tippten fortan auf die Ausgänge von elf Fußballspielen. Toto war staatlich organisiert und hatte ebenfalls einen vorbildlichen Grundgedanken: So sollte der deutsche Sport durch die Einnahmen gefördert werden.

Geschichte Wetten Pferde

Bei Pferderennen wird traditionell gewettet

 

Wettshops, Sportwetten auf dem Postweg, Online-Wetten

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts allerdings war das Wetten in England noch illegal. Und somit auch die sogenannten Bookmaker. Das änderte sich 1853 (wenngleich eine offizielle Legalisierung der Buchmacher in Großbritannien erst 1961 stattfand). Und damit war dann der Weg frei für die Buchmacher. Eines der ältesten, traditionsreichsten und bis heute bekanntesten Unternehmen ist Ladbrokes, das im Jahr 1886 gegründet wurde. Neben Sportwetten auf Pferderennen entwickelte sich auch schnell das Hunderennen zu einer populären Alternative, bis der Fußball es immer mehr in ein Nischendasein drängte. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg ergaben Untersuchungen, dass die wett-verrückten Briten rund fünf Prozent ihres Geldes für Sportwetten, aber auch Glücksspiel investierten. Das alleine zeigt schon, dass der Weg der professionellen Wetten nicht aufzuhalten war. Erst recht nicht, als immer mehr Buchmacher-Shops auf der Insel öffneten. Ein weiterer sehr bekannter Vertreter war William Hill, das 1934 seine Pforten öffnete.

Was letztendlich auf der Insel funktionierte, sollte schon bald in vielen anderen Ländern Europas einen Boom auslösen. Zunächst noch auf einem etwas längeren „Dienstweg“, auf dem Buchmacher Tippscheine und Quoten wöchentlich an ihre Kunden per Post sendeten. Intertops ist hier als bekannter deutschsprachiger Buchmacher zu nennen. Der Bookie wurde 1983 gegründet, zunächst noch in England mit entsprechender britischer Lizenz für Buchmacher. Im Jahr 1992 wurde Salzburg in Österreich neuer Firmensitz. Und Intertops ist deswegen ein sehr gutes Beispiel, weil dieser Buchmacher weltweit im Jahr 1996 auch die erste Online-Sportwette annahm – und damit eine neue Ära einleitete. Das Zeitalter des Internets war angebrochen. Und mit Beginn des neuen Jahrtausends mehrten sich die Bookies, die nun auch online mit einer Webseite und entsprechenden Angeboten für Sportwetten interessierte Spieler in die Welt der Wetten einluden. Durch die rasante technische Entwicklung entstand so ein praktisch völlig neuer Markt mit schier unerschöpflichen Potenzial. Das zeigt auch die aktuelle Entwicklung, bei der Live-Wetten eine immer größere Rolle bei den Sportwetten einnehmen.

Fazit: Die Sportwetten-Geschichte zusammenfasst

  • Gewettet wurde schon in der Antike
  • Im Mittelpunkt stand stets das sportliche Kräftemessen
  • Mit Pferderennen, später mit Fußball, etablierten sich Sportwetten

Weiterführende Seiten: Grundlagen und Basics aus der Welt der Sportwetten

Was ist ein Buchmacher? (Kapitel 1.1)

Was ist eine Sportwette? (Kapitel 1.2)

Was ist die Wettquote? (Kapitel 1.3)

Was ist eine Systemwette? (Kapitel 1.4)

Wie hoch ist mein Wettgewinn? (Kapitel 1.5)

Was ist eine Live-Wette? (Kapitel 1.6)

Die Geschichte der Sportwetten (Kapitel 1.7)

 

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Autor Frank Port
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