Wetten richtig analysieren (Kapitel 3.3)

shutterstock_23484829Wir haben euch mittlerweile hoffentlich aufzeigen können, dass ihr „Kommissar Zufall“ beim Platzieren von eigenen Sportwetten so gut es geht ausklammern solltet. Das gelingt schon einmal sehr gut, wenn ihr euch nur für Sportveranstaltungen, Wettbewerbe und einzelne Spiele entscheidet, für die ihr euch am meisten interessiert und wo ihr euch gut, besser noch: sehr gut auskennt. Gehen wir nun also weiter ins Detail. Wie betreibe ich eine geeignete Analyse? Wir gehen in unseren Beispielen, weil es einfach die beliebteste Sportart in einer der populärsten Ligen der Welt ist, von einem Fußballmatch in der Bundesliga zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen im Nordderby aus. Die meisten unserer Tipps sind aber auch nahtlos übertragbar auf andere Sportarten.

Die Analyse der Statistik

  • Tabelle
  • Heimstärke und Auswärtsstärke
  • Direkter Vergleich

Als quasi „Mutter aller Statistiken“ dient die Tabelle, die – meist in Form von erreichten Punkten – ein aktuelles Spiegelbild des laufenden Wettbewerbs zeigt. Sie fasst also die wichtigsten Daten einer Saison auf einen Blick zusammen. Das könnt ihr auf Anhieb aus der Tabelle lesen und sollte berücksichtigt werden:

  • Welches Team war bis zu diesem Zeitpunkt wie erfolgreich?
  • Auf welchem Platz liegen die beiden Konkurrenten?
  • Und wie viele Plätze trennen sie?

Mit der Überprüfung dieser Fragen habt ihr euch einen ersten Eindruck verschafft, wer Favorit, wer eher Außenseiter sein könnte. Darüber hinaus zeigt eine Tabelle in der Regel auch an, welche Mannschaft bisher wie torhungrig war, wie viele eigene Treffer erzielt, wie viele Tore aber auch kassiert wurden. Und in der Darstellung der bis dato erreichten Anzahl an Siegen, Unentschieden und Niederlagen sollte ebenso noch überprüft werden, ob einer der zwei Kontrahenten eventuell besonders häufig unentschieden spielt und als „Remis-König“ der Liga gilt.

Ausführliche Analysen sind unerlässlich

Ausführliche Analysen am Schreibtisch sind unerlässlich

In vielen Fällen findet ihr neben der Gesamttabelle auch gleich zwei besondere Formen der Darstellung der Daten vor. Nämlich jene, die die Heimtabelle und Auswärtstabelle abbilden. Hier werden – wie der Name schon sagt – nur die Partien gewertet, die ein Team vor eigenem Publikum oder aber eben auf fremden Plätzen absolviert hat. Ihr solltet also die oben genannten Fragen noch ein weiteres Mal „durchspielen“, selbstverständlich die Heimtabelle für die gastgebende Mannschaft HSV und die Auswärtstabelle für Werder Bremen, weil die Grün-Weißen als Gast anreisen.

Der dritte wesentliche Bestandteil der Statistik eines Spiels ist der sogenannte direkte Vergleich. Die dazugehörigen Schlagworte von „Angstgegner“ und „Lieblingsmannschaft“ sind euch sicherlich schon häufiger über den Weg gelaufen. Überprüft deswegen auch folgende Dinge:

  • Wie fällt die Bilanz zwischen dem HSV und Werder insgesamt aus?
  • Wie fällt die Heimbilanz für den HSV gegen Werder aus?
  • Tut sich eine der beiden Mannschaften im Nordderby besonders schwer?

Angemerkt sei, dass ihr natürlich die direkten Vergleiche in diesem Nordderby noch gewichten müsst. Wenn die Hamburger beispielsweise in der 80er Jahren zehn Mal in Serie nicht gegen Werder Bremen verloren hätten, ist das zwar ein bemerkenswerter Erfolg, spielt aber keine so große Rolle, wenn dagegen die Bremer in drei der letzten vier Derbys gewonnen haben. Das solltet ihr bei eurer Analyse ebenso bedenken wie weiterführende Fragen: Hat etwa einer der beiden Rivalen in den vergangenen Partien keine und nur sehr wenige Treffer erzielt? Oder sind dem anderen Team immer Tore gelungen? Den ersten Schritt eurer Analyse habt ihr damit beendet.

Die Analyse der Mannschaft

Nun sind Statistiken sicherlich schon sehr aussagekräftig. Und die letzten Ergebnisse der beiden Rivalen gegeneinander liefern ebenfalls erste Antworten, auf welchen Ausgang ihr bei dieser Paarung setzen solltet. Und doch liefern Tabelle, Heim- und Auswärtsstärke sowie der direkte Vergleich nur erste Erkenntnisse. Denn weitere Faktoren, die ein Spiel beeinflussen können, sollten dringend beachtet werden:

  • Formkurve der Mannschaften
  • Aktueller Kader
  • Stimmung im Team

Im Abschnitt vorher haben wir bereits die beiden Teams vom HSV und Werder im direkten Vergleich unter die Lupe genommen. Doch wie steht es um die sogenannte Formkurve der jeweiligen Mannschaft? Dazu solltet ihr euch zumindest die Bilanz der letzten fünf Partien anschauen. Wie oft wurde gewonnen oder verloren? Sind gewissen Serien zu erkennen – hat also zum Beispiel Werder in den letzten fünf Begegnungen nicht mehr gewonnen und nur sehr wenige Tore geschossen? Oder sind die Grün-Weißen gar schon seit fünf Matches ohne einzige Niederlage? Wie also schon bei der Tabelle solltet ihr auch die Formkurve der beiden Gegner genau beleuchten und wiederum auch die Formkurven recherchieren, die sich lediglich auf Heim- und Auswärtsspiele beziehen, um auch dort eventuelle positive oder negative Serien zu erkennen.

Als nächstes gilt es, sich Informationen über den aktuellen Kader der beiden Teams zu beschaffen. Denn natürlich beeinflussen letztendlich die elf Akteure, die auch tatsächlich mitspielen, den Spielverlauf ganz entscheidend. Nicht jede personelle News ist wichtig. Wenn ein Spieler, der ohnehin bislang bestenfalls zu Kurzeinsätzen kam, wegen einer Zerrung pausieren muss, kann diese Info getrost vernachlässigt werden. Wenn einer der Stars ausfällt, sieht die Sache natürlich schon ganz anders aus. Beantwortet bei eurer Analyse deswegen auch folgende Fragen:

  • Welche Akteure sind die Schlüsselspieler der jeweiligen Teams?
  • Welche Spieler fallen gelb-gesperrt oder nach einer Roten Karte aus?
  • Welche Spieler sind verletzt oder gerade eben erst wieder fit?

Habt ihr alle Antworten zusammengetragen, ist eure Analyse der beiden Mannschaften fast abgeschlossen. Ein letzter Aspekt, den ihr noch berücksichtigen solltet, sofern es hier Auffälligkeiten gibt, ist die Stimmung im Team. Gab es zum Beispiel im Training eine heftige Auseinandersetzung? Pokert gerade ein Spieler – koste es was es wolle – um einen neuen Vertrag oder flirtet er mit einem anderen Club? So etwas schlägt sich natürlich auf die Stimmung nieder. Und beachtet auch: Jedes Team geht anders mit diesen Situationen um. Die einen sind eher verunsichert, andere zeigen den „Jetzt erst recht“-Effekt. Diese Faktoren solltet ihr nicht außer Acht lassen.

Die Analyse der Rahmenbedingungen

Zum Abschluss einer ordentlichen Analyse wollen wir euch noch vier Faktoren vorstellen, die nicht zwangsläufig eine entscheidende Rolle spielen, aber durchaus ein Match beeinflussen können. Wer also ganz genau analysieren will, geht diesen Aspekten bei einer Sportwette ebenso noch auf den Grund:

  • Erwartungshaltung der Fans
  • Ausgangslage
  • Trainer
  • Wetter

Wenn der Hamburger SV auf Werder Bremen trifft, dann brennt buchstäblich der Baum. In einem Derby kochen gerne mal die Emotionen höher. Nicht bei allen Sportwettern sind diese Partien beliebt, weil sie besonders unberechenbar sind. Selbst wenn einer der beiden Erzrivalen eine noch so rabenschwarze Serie hingelegt hat: Ein Derby (siehe Glossar) kann neue Kräfte freisetzen. Auf der anderen Seite gibt es auch noch die Erwartungshaltung der eigenen Fans. Wie sehr stehen diese hinter dem Team? Feuern sie es auch bei einem Rückstand an – oder kippt die Stimmung in der Arena schnell?

Nicht unwichtig ist die Ausgangslage vor einer Partie. Wenn sich die Bundesliga dem Ende entgegen neigt, geht es um die sprichwörtliche Wurst. Um Abstieg, um die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb, vielleicht sogar um die Meisterschaft. Wie stark ist also das Nervenkostüm der jeweiligen Mannschaft? Wie geht sie mit dem Druck um? Auf der anderen Seite muss unbedingt überprüft werden: Geht es bei mindestens einem Team womöglich nur noch um die „Goldene Ananas“? Wenn das Duell sogar für beide Parteien keinerlei Bedeutung mehr hat, weil man sich weder verbessern noch verschlechtern kann, sollten Tipper besser gleich in Erwägung ziehen, hier keine Wette zu platzieren. Das Match hat dann eher nur noch den Charakter eines Freundschaftsspiels. Es fehlt womöglich die letzte Motivation oder Trainer geben Spielern aus der zweiten Reihe unerwartet eine Chance. Die schlechter einzuschätzenden Faktoren summieren sich, die Wette wird somit wesentlich risikoreicher.

Ein weiterer Punkt wird gerne mit einer Floskel versehen: „Neue Besen kehren gut“. Dahinter verbirgt sich natürlich ein möglicher Trainerwechsel, der den buchstäblich frischen Wind bringen soll. Nicht immer trifft solch ein erwünschter Effekt ein, aber beachtet werden sollte dieser Faktor allemal. Ebenso wie übrigens das Wetter! Das im hohen Norden gerne mal echtes „Schietwetter“ herrscht und es regnet, ist allgemein bekannt. Aber welche Mannschaften kommen mit möglicherweise nassen Rasen besser zurecht? Vermutlich das Team, das zu kämpfen weiß. Technisch hoch veranlagte Mannschaften, die es lieben, den Ball durch die eigenen Reihen laufen zu lassen, könnten Wind, Wetter und Regen zum Nachteil werden. Beim Tennis beispielsweise wäre ein vergleichbarer Faktor noch wichtiger: der Belag des Platzes und ob die Spieler dort als Spezialisten gelten.

Ihr habt anhand dieses Kapitels also eindrucksvoll veranschaulicht bekommen, dass ein Kreuz auf einem Tippschein zwar schnell gemacht ist. Dass dahinter aber eben auch eine Menge Arbeit stecken kann, wenn ihr die Welt der Sportwetten professioneller in Angriff nehmen wollt. Auf Dinge, die ihr unbedingt vermeiden solltet, weisen wir euch im nächsten Kapitel 3.4 Die Risiken bei Sportwetten ausführlich hin.

Fazit: Alle Infos zusammenfasst

  • analysiert die Tabelle und Heim- und Auswärtsstärke der Teams
  • analysiert den direkten Vergleich, die Formkurven, den Kader
  • verzichtet im Zweifel auf Spiele, in denen es um nichts mehr geht

 

Weiterführende Seiten: Erste Schritte beim Online-Wetten

Wie locken Buchmacher auf ihre Seiten? (Kapitel 3.1)

Auf welche Events sollte ich wetten? (Kapitel 3.2)

Wetten richtig analysieren (Kapitel 3.3)

Die Risiken bei Sportwetten (Kapitel 3.4)

 

Autor Frank Port
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