Wie man mit Unentschieden Quote macht (Kapitel 4.3)

shutterstock_269705399 Ihr habt es sicherlich schon bemerkt: Ganz egal, wie die Partie auch lauten mag, die Quote für ein Unentschieden ist meist besonders hoch. Es ist dabei gleichgültig, ob nun die Heimmannschaft der glasklare Favorit ist oder die Buchmacher eher die Gäste bevorzugen. Wenn wir beim Beispiel Bundesliga bleiben, machen wir doch die Stichprobe: Zum (sehr frühen) Zeitpunkt vor Start der Saison 2013/14, in dem auch dieses Edutainment-Modul entstanden ist, haben einige Bookies schon die Wettmärkte für den ersten, manche sogar bereit für den zweiten oder sogar dritten Spieltag in der Bundesliga eröffnet. Wir haben uns den ersten Spieltag bei drei der Marktführer bei Online-Sportwetten exemplarisch angeschaut. Nur eines der insgesamt 27 Spiele hatte eine Quote von 3,30 bei einem Remis. 10 Spiele hatten die Quote von 3,40 und 4 Partien die Quote von 3,50 bei einem Unentschieden. Bei 10 Begegnungen lag die Quote sogar höher als 4,00 – der Spitzenwert für ein Remis betrug sogar 7,50. Zusammenfassend lässt sich also zunächst einmal nüchtern betrachtet feststellen, dass die Quoten bei Unentschieden besonders hoch sind. In der Regel sind Wettquoten beim Öffnen des Marktes, also ihrer ersten Veröffentlichung, immer noch ein wenig höher. Weil bis zum Spieltag ja noch eine Menge passieren kann. Das soll uns aber nicht weiter stören, denn bei den hier vorgestellten Strategien geht es weniger um die aktuelle Form der Teams oder ob sie sich mit Verletzungen herumplagen müssen. Es geht vielmehr um das statistische Phänomen, dass Unentschieden viel häufiger vorkommen, als man annehmen mag. Bei unserer ersten ungünstigen Strategie, die wir vorstellen, ist deswegen nur konsequentes Setzen im Rahmen des eigenen Geldmanagements (siehe auch: 4.1 Fehler beim Wettenvermeiden) vermeintliche Erfolgsbasis. Anhand dieses negativen Beispiels wollen wir aufzeigen, wie wichtig das Analysieren ist. Bei der zweiten Taktik, die wir euch vorstellen wollen, kommt es schon eher auf eure Analysen an. Sie verspricht eher Erfolg.

Auf Unentschieden wetten: Der konsequente, aber eher falsche Weg

Zunächst wieder etwas Statistik vorweg: In den vergangenen zehn Jahren endeten mindestens 20 Prozent aller Spiele in der Bundesliga pro Saison unentschieden. In der Spielzeit 2010/11 wurde mit 20,6 Prozent der schlechteste Wert erreicht, in der Saison 2005/06 spielten die Vereine besonders häufig unentschieden. 31,4 Prozent aller Spiele endeten mit einem Remis. Grundsätzlich liegt der durchschnittliche Wert pro Jahr bei etwa 25 Prozent. Also jedes vierte Match endet tatsächlich auch unentschieden.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Pro Spieltag sind durchschnittlich zwei oder sogar drei Partien, auf die man unentschieden gesetzt hat, korrekt. Was also passiert, wenn ihr als Sportwetter eine Saison lang jedes Match als Einzelwette mit einem Remis-Tipp platziert – und zwar stets mit identischem Einsatz (und mag die hohe Quote noch so sehr zu höheren Einsätzen reizen)? Rechnen wir das doch mal aus und gehen dabei von 2 Euro Einsatz pro Spiel, also 18 Euro Einsatz pro Spieltag aus.

34 Spieltage x 9 Partien je Spieltag x 2 Euro Einsatz = 612 Euro Gesamteinsatz
Ein Vorteil wäre also schon einmal: Ihr hättet ein ganz fixes Budget, mit dem ihr über das Jahr planen könnt beziehungsweise auch müsst. 306 Spiele werden also pro Saison absolviert in der Bundesliga. Das bedeutet auch: Durchschnittlich endeten im vergangenen Jahrzehnt rund 25 Prozent aller Spiele pro Saison unentschieden, also etwa 76 dieser 306 Partien.

Analysieren wir nun einmal, wie hoch die Durchschnittsquote an einem Spieltag liegt, wenn alle Partien unentschieden getippt werden. Wie bereits erwähnt: Je früher auf Unentschieden platziert wird, sobald ein Markt, also ein neuer Spieltag, eröffnet wird, desto besser ist noch die Quote, die dann meist bei mindestens 3,40 anfängt. Realistisch ist, weil es ja auch einige höhere Remis-Quoten gibt und diese bisweilen auch eintreten, ein Wert von durchschnittlich 3,75. Errechnen wir also unseren Gewinn:

76 korrekte Einzelwetten x 3,75 Quote x 2 Euro Einsatz = 570 Euro
Ihr seht also anhand dieses Beispiels, dass es nicht ausreicht, grundsätzlich, stur und konsequent immer auf Remis zu setzen. Oder anders formuliert: Ihr seht, wie geschäftstüchtig die Buchmacher sind. Nach dieser Rechnung habt ihr in der Saison 42 Euro verloren. Nun basiert selbige auf Durchschnitts- und Erfahrungswerte. Wenn die Quote aller Remis einer Saison allerdings statt 25 auf etwa 27 Prozent steigt, dann liegt ihr im Gewinnbereich. 83 Matches würden unentschieden enden. Beim zuvor erwähnten Spitzenwert von rund 30 Prozent wären es sogar 92 Partien. Die Rechnungen ändern sich wie folgt:

  • 83 korrekte Einzelwetten x 3,75 Quote x 2 Euro Einsatz = 622,50 Euro
  • 92 korrekte Einzelwetten x 3,75 Quote x 2 Euro Einsatz = 690 Euro

Das erste Rechenbeispiel zeigt also: 10,50 Gewinn über ein ganzes Jahr verteilt, bedeutet noch nicht einmal einen Euro Gewinn pro Monat. Diesen Zeitaufwand könnt ihr euch schenken. Im zweiten Beispiel steigt der Gewinn zwar pro Saison auf 78 Euro. Aber diese 30-prozentige Quote von Unentschieden pro gesamter Saison wiederum hat es in den vergangenen zehn Jahren auch nur ein Mal gegeben. Von daher unsere Empfehlung: Besser Finger weg von diesen Thesen, mit denen einige Wetter gerne prahlen und von deutlichen Gewinnen sprechen. Das kann im günstigen Fall in einer gewissen Zeitspanne tatsächlich eintreten. Auf die Dauer betrachtet geht ihr bei dieser Strategie aber eher mit einer ausgeglichenen Bilanz „nach Hause“ – wenn überhaupt.

Wetten auf Remis zahlen sich oft aus

Wetten auf Remis zahlen sich oft aus

Auf Unentschieden wetten: Der bessere Weg

Wie euch das oben demonstrierte Negativbeispiel aufgezeigt haben sollte, reicht es einfach nicht aus, konsequent, aber eben auch stur immer und immer wieder auf einen Ausgang zu setzen. Der Plan kann aufgehen, birgt allerdings eher mehr Risiken. Und die oben genannte Variante verdeutlicht auch, dass es eben sehr wohl auf eine gezielte Analyse ankommt. Bleiben wir doch bei unseren 2 Euro Einsatz, greifen die weiter oben erwähnte 2er Kombiwette noch einmal auf und widmen uns abermals den Unentschieden. Es gibt nämlich Mannschaften, die sind besonders darauf „spezialisiert“, teilen sich also sehr häufig die Punkte mit ihren Gegnern. Will heißen: Diese Teams verlieren nicht oft, gewinnen aber eben auch nicht so häufig. Es sind die Remis-Könige ihrer Ligen.

Für unsere hier vorgestellte Strategie wollen wir vorab betonen, dass es Sinn macht, erst einmal die ersten Partien, sechs bis acht sollten es mindestens sein, einer Saison abzuwarten und diese Taktik nicht gleich beim Saisonstart anzuwenden gemäß der Statistiken der vorherigen Spielzeit. Dafür ändert sich in der Sommerpause einfach zu viel: Spieler wechseln, möglicherweise auch der Trainer und damit das System. Von daher sollte eine Tendenz abgewartet werden. Und wichtig: Der Spieler sollte mehr als nur ein, zwei Ligen analysieren. Je größer sein „Repertoire“, desto größer auch die Auswahlmöglichkeiten von geeigneten Wetten.

Es gibt diese Taktik in zwei Varianten. Die eine ist die hier vorgestellte Reihe von mehreren 2er Kombinationen. Eine zweite stellen wir euch im nächsten Kapitel 4.4 System-Wetten Tricks und Strategie genauer vor. Also nun die 2er Kombis mit Unentschieden-Tipps. Der Ansatz lautet, sich eine gewisse Anzahl an Partien auszuwählen, bei denen man ein Remis für am wahrscheinlichsten hält. Um die Quote wesentlich höher zu gestalten, treibt man es noch auf die Spitze. Man tippt bei diesem Match nicht einfach nur Remis, sondern prognostiziert, dass es sowohl zur Pause als auch beim Abpfiff unentschieden steht. Endet ein Match 0:0, ist das definitiv der Fall. (Möglich für eine gewonnene Wette ist aber natürlich auch, dass es zur Pause 1:1 steht und beim Abpfiff 2:2). Ihr tippt also eine sogenannte Halbzeit/Endstand-Wette (siehe Glossar).

Wonach sucht ihr konkret?

  • Nach Teams, die relativ häufig unentschieden spielen
  • Nach Teams, die relativ wenig Tore erzielen, denn
  • endet eine Partie torlos, ist die Halbzeit/Endstand-Wette definitiv erfüllt

Noch einmal: Je mehr Ligen und Teams ihr dabei bei euren Analysen im Auge habt, desto größer ist das Potenzial, entsprechende Partien, die in Frage kommen, herauszufiltern. Eine besondere Form des Spiels, die nicht zwingend die oben genannten Kriterien erfüllt, aber dennoch taugen kann, ist das vermeintliche Spitzenspiel. Das kennt ihr ja alle: Die Fans erwarten ein tolles Gipfeltreffen – und werden am Ende mit einer Nullnummer oder einem zähen 1:1 enttäuscht.

Habt ihr also eine gewisse Anzahl dieser Matches gefunden, liegt die konkrete Strategie ganz alleine in eurer Hand. Das hängt auch etwas vom Risiko ab. Grundsätzlich liegt die Quote einer Halbzeit/Endstand-Wette mit jeweils einem Unentschieden-Tipp bei mindestens 5,00 – meist aber noch deutlich höher. 5 Euro Einsatz bedeuten also 25 Euro Gewinn. Pickt ihr euch fünf Partien als Einzelwetten heraus, muss folglich nur eine richtig sein, um keinen Verlust zu machen. Meist wird die Quote noch etwas höher liegen und ihr macht somit mindestens einen kleinen Gewinn. Sind nur zwei Matches richtig, hättet ihr euren Einsatz sogar schon verdoppelt.

Habt ihr euch diese Strategie also angeeignet und ein Gespür dafür bekommen, in welchen Ligen welche Mannschaften gerne mal unentschieden spielen, häufig auch 0:0, dann lässt sich diese Strategie – das nötige Wissen in den jeweiligen Wettbewerben vorausgesetzt – noch erweitern. Mit 2er Kombiwetten, die wir vorher schon erklärt haben. Dazu braucht ihr:

  • zehn Matches für eine Halbzeit/Endstand-Wette auf Remis/Remis
  • kombiniert jeweils zwei davon zu einer 2er Kombiwette
  • erhaltet somit fünf 2er Kombis mit Halbzeit/Endstand auf Remis/Remis

Wenn wir davon ausgehen, dass euer Einsatz weiterhin 5 Euro beträgt, dann würde euer Gesamteinsatz für diese fünf 2er Kombis nach wie vor 25 Euro betragen. Allerdings erhöht sich auch der Gewinn, wenn wir von 5,00 als Quote bei Halbzeit/Endstand jeweils Unentschieden ausgehen. Nämlich:

Quote 5,00 x Quote 5,00 x Einsatz 5,00 Euro = 125 Euro
Umgekehrt bedeutet es: Erst nachdem ihr 25 dieser 2er Kombiwetten ohne einen einzigen Erfolg gespielt habt, rutscht ihr in ein Minus. Treffen beispielsweise bei insgesamt 24 dieser Kombiwetten nur drei zu (also 12,5 Prozent eurer Tipps gewinnen), hättet ihr mit vergleichsweise geringem Einsatz von 120 Euro für diese insgesamt 24 2er Kombis einen Gewinn von bereits mindestens 375 Euro beziehungsweise 255 Euro Reingewinn gemacht. Und wie erwähnt: Die Quoten liegen meist noch über 5,00 für diese Halbzeit/Endstand-Wetten.

Wer es sich also aneignet, Wettbewerbe und Teams besonders dahingehend zu analysieren, wo die Unentschieden, besser noch die torlosen Remis, in der Luft liegen, für den kann sich diese Strategie sehr lohnen. Eine weitere Variante ist noch möglich: die Systemwette.

 

Weiterführende Seiten: Strategien und Taktiken beim Online-Wetten

Fehler beim Wetten vermeiden (Kapitel 4.1)

Kombi-Wetten Tipps und Strategie (Kapitel 4.2)

Wie man mit Unentschieden Quote macht (Kapitel 4.3)

System-Wetten Tricks und Strategie (Kapitel 4.4)

Value Bets erfolgreich einsetzen (Kapitel 4.5)

Wie funktionieren Sure Bets? (Kapitel 4.6)

 

Autor Frank Port
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