Royal Ascot fasziniert die Galoppwelt

Dortmund am Sonntag als deutsches Highlight

In der aktuellen Kolumne von Hoffmanns Horses steht das von Dienstag bis Samstag die Galoppsportwelt faszinierende Meeting von Royal Ascot im Mittelpunkt. Diverse Boulevardblättchen freuen sich mehr auf dieses Ereignis als auf die WM. Die Queen zeigt sich mit ihrer Familie. Es gibt Hüte und Zylinder. Und ein paar Pferde. Gute Galopprennen werden auch in Deutschland entschieden. Zum Beispiel am Sonntag in Dortmund, wo der Große Preis der Wirtschaft ansteht.

Unser Autor Marco Hoffmann ist ein Experte für den Galopprennsport. Er arbeitet für diverse Publikationen und hat erst kürzlich den Pressecup beim Frühjahrs-Meeting in Baden-Baden gemeinsam mit einer Partnerin gewonnen. Abermals gibt es in dieser Ausgabe von Hoffmanns Horses eine Übersicht über anstehende Ereignisse aus diesem Sport. Nicht verschweigen wollen wir, dass Marco Hoffmann kürzlich das Buch „111 Gründe, den Galopprennsport zu lieben“ im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf veröffentlicht hat.



Royal Ascot – Start am Dienstag

Ich beginne meine früher als gewohnt erscheinende Kolumne ausnahmsweise einmal nicht mit Galopprennsport aus Deutschland. Royal Ascot steht im Mittelpunkt. Das Meeting. Royal Ascot ist dafür bekannt, dass Teilnehmer aus der ganzen Welt antreten. Beispielsweise aus den USA und aus Australien. Bemerkenswert häufig ist dies in den Sprintprüfungen der Fall. Meine persönliche Favoritin in den Kings Stand Stakes ist Lady Aurelia. Sie ist unfassbar schnell und hat als Vorjahressiegerin Erfahrung auf dieser Bahn. Wenn ich mir die letzten Leistungen anschaue, dürfte ihr stärkster Konkurrent Battaash heißen. Die St James‘s Palace Stakes sind ein weiteres Highlight. Dreijährige treten an. Darunter auch der in den ersten Klassikern hoch gehandelten Gustav Klimt. Ebenfalls für die Klassiker eingeplant jedoch nicht angetreten ist Without Parole. Er hat einen grandiosen Ruf. In den einleitenden Queen Anne Stakes gehe ich mit Rhododendron, die mir bei ihrem Einstand in die Saison sehr gut gefiel.

Cracks am Mittwoch – Gold Cup am Donnerstag

Am Mittwoch in den Prince of Wales Stakes geht wenig gegen Cracksman. Der ist eines der besten Pferde im Training. Er gewann beim Einstand in die Saison, obwohl er sich an der Maschine sichtlich den Kopf angeschlagen hat. Vielleicht tat er sich deshalb kurzzeitig gegen einen Außenseiter schwer. Der deutsche Derbysieger Windstoß war hinter ihm. Der Ascot Gold Cup ist ein Highlight am Donnerstag bei Royal Ascot. Es handelt sich um ein Rennen über 4000 Meter. Kaum eine Prüfung weltweit hat auf dieser Strecke eine solch große Bedeutung, zumindest wenn nicht gesprungen wird. Die beiden Favoriten sind Order of St. George aus Irland (Sieger 2016, letztes Jahr mit Pech geschlagen) sowie der aufstrebende Stradivarius. Sollte er tatsächlich antreten, setze ich der Quote wegen auf den Franzosen Vazirabad. Er ist auf den weiten Strecken eines der besten Pferde auf der Welt.

Weitere Highlights am Donnerstag und Freitag

Auch wenn es nicht zur höchsten Kategorie gehört, möchte ich auf die den Stuten vorbehaltenen Ribblesdale Stakes hinweisen. Aus mehreren Gründen. Es ist unklar, ob sie wirklich laufen, aber die in den Klassikern platzierte, aus der deutschen Zucht stammen der Wild Illusion und die irische klassische Siegerin Forever Together könnten es unter Umständen mit zwei aufstrebenden Damen zu tun haben, die mir bisher sehr gut gefallen haben. Ich meine Sun Maiden und Lah Ti Dar. Im Commonwealth Cup der Gruppe 1 am Freitag laufen vermutlich die meines Erachtens äußerst talentierten Sioux Nation und Expert Eye. Bei RaceBets ist es für sie im Vorfeld bemerkenswerte gute Quoten.

Samstag endet Royal Ascot

In den Diamond Jubilee Stakes am Samstag wird ein weiteres Mal gesprintet. Erfahrungsgemäß könnten Pferde antreten, die bereits am Dienstag aktiv waren. Im Vorfeld favorisiert wird der Schnelle Harry Angel. Lady Aurelia dürfte es etwas kürzer bevorzugen. Der Trainer hat ein weiteres US-Pferd genannt, nämlich Bound To Nowhere. Auch wenn sie nicht zur höchsten Kategorie gehören, glaube ich an ein spannendes Rennen um die Hardwicke Stakes. Klassepferde wie Hawkbill, Capri und Defoe werden als Starter gehandelt. Ob sie laufen, entscheidet sich erst am Donnerstag. Im Vorfeld recht eindeutig favorisiert wird bei RaceBets Crystal Ocean.

Pferderennen Finale

Und was wird in Deutschland geboten?

Der Große Preis der Wirtschaft ist das Highlight in dieser Woche in Deutschland, wenn es um den Galopprennsport geht. Am Sonntag in Dortmund finden sich sowohl ältere Pferde als auch Dreijährige an der Startmaschine ein. Das betone ich, weil der jüngere Jahrgang in diesem zum 31. Mal entschiedenen 1750-Meter-Rennen häufig das bessere Ende für sich hatte. Für Theo könnte die Distanz sprechen. Ich tendiere eher zu Potemkin, wenn er läuft. Degas ist ein besonderes Pferd. Er hat in seiner offiziellen Statistik zwei Siege stehen, hat aber noch nie als Erster die Ziellinie passiert. Wie das möglich ist? Beide Male profitierte er von der Disqualifikation eines Gegners.

Der Prix de Diane im kurzen Rückblick

Am letzten Sonntag wurde in Chantilly der Prix de Diane entschieden, das mit einer Million Euro dotierte Stutenderby. Es gab einen englischen Sieg durch Laurens. Fast noch besser gefallen hat mir der zweite Platz von Musis Amica. Ihr Reiter musste sie bereits früh unterstützen. Sie lag immer hinter dem Feld, teilweise recht deutlich. Als es auf der Zielgeraden ernst wurde, packte sie toll an.

Ein deutscher Rückblick auf das letzte Wochenende

Im Union-Rennen wurde am letzten Sonntag in Köln kurz vor dem WM-Spiel Deutschland gegen Mexiko nicht der Derbyfavorit gesucht. Sondern der Herausforderer für Royal Youmzain. Das ist nun, auch nach den RaceBets-Festkursen, Weltstar. Der von Markus Klug trainierte Hengst gewann wie erwartet auf passend weiter Distanz. Ob er wirklich seinem Bruder Windstoß in Hamburg nacheifern kann? Die Möglichkeit besteht. Das Derby schreibt bekanntlich so seine Geschichten. Der auf Platz zwei in der Union gelandete Destino war ein Außenseiter. Sein Bruder ist der aktuelle Galopper des Jahres. Mit dem Dritten Salve del Rio war zu rechnen. Kurz gesagt: Es gab keine wirklich neuen Erkenntnisse für das Derby. Die Listenrennen am Samstag in Hannover gewannen mit Sky Full of Stars und Nantany zwei Außenseiterinnen.

Nächste Woche: Die Derbywoche in Hamburg beginnt

In meiner nächsten Kolumne Hoffmanns Horses beschäftige ich mich mit der Derbywoche in Hamburg etwas intensiver. Aber noch nicht direkt mit dem Derby, das ist erst am 8. Juli. In Hamburg geht es bereits am Freitag kommender Woche los. Die weiteren Renntage sind Samstag und Sonntag. Dann geht es am Mittwoch weiter, ehe alles im IDEE Deutschen Derby kulminiert. International steht das Irish Derby an. Und einen Tag später der Grand Prix de Saint Cloud.


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