30 Millionen Dollar am Samstag in Dubai!

Geld für Ostereier verdienen mit Pferdewetten

Der Renntag um den Dubai World Cup steht in meiner dritten Kolumne im Fokus. Wenn es um Preisgelder von 30 Millionen Dollar geht, ist das wichtigste Argument genannt. Ich beschäftigte mich darüber hinaus ein wenig mit dem deutschen Programm an Ostern, dessen Preisgelder natürlich wesentlich niedriger sind. Außerdem blicke ich in die letzte Woche zurück. Ein Stichwort lautet hier Winx. Die Superstute aus Australien hat am vergangenen Samstag tatsächlich zum 24. Mal in Folge gewonnen.

Unser Autor Marco Hoffmann ist ein Kenner der Materie. Er ist seit seiner Kindheit vom Galopprennsport begeistert. Auch in dieser Woche blickt er auf den Rennsport in Deutschland und wagt einen Blick über die Grenzen. Dabei schaut er vor allem nach Dubai zum dortigen Millionenrenntag rund um den Dubai World Cup. Was den deutschen Rennsport betrifft, ist er wehmütig. Der Bremer Rennverein begeht seinen Abschiedsrenntag. Ostern wird im deutschen Rennsport aber noch wesentlich mehr geboten.



Der Dollar-Regen am Samstag in Dubai

Was sind das für Zahlen? 30 Millionen Dollar werden Samstag in Dubai insgesamt ausgeschüttet. Davon alleine 10 Millionen im Highlight, dem Dubai World Cup. Es handelt sich um eines der wertvollsten Galopprennen der Welt. Gibt es einen Heimsieg für die Herrscher von Dubai? Durch Talismanic oder durch Thunder Snow? Ich halte beide für chancenreich. Oder gewinnt einmal mehr ein amerikanisches Pferd? Der Zweite aus dem wertvollsten Galopprennen der Welt, dem Pegasus World Cup, tritt an. Das ist West Coast. Doch er ist nicht der einzige Amerikaner. Gunnevera wurde in der besagten Prüfung Ende Januar Dritter. Mubtaahij kann bereits auf einen zweiten und vierten Platz 2016 und 2017 im Dubai World Cup verweisen. Und Forever Unbridled ist eine Seriensiegerin. Im Grunde kann ich mir die Hälfte der zehn Starter als Sieger vorstellen. Wenn ich mich für einen entscheiden müsste, dann für West Coast.

Eine deutsche Hoffnung am Millionenrenntag

Wer sich mit diesem Sport nicht auskennt, wird eventuell nicht wissen, dass deutsche Galopper seit Jahren weltweit erfolgreich sind. Somit verwundert es nicht, dass es auch einen Starter an diesem Tag aus Deutschland in Dubai gibt. Das ist der von Waldemar Hickst trainierte Hengst Parviz im über 3200 Meter führenden Dubai Gold Cup. Er wird als chancenreicher Außenseiter gehandelt. Auch ich kann ihn mir nur schwer als Sieger vorstellen. Zu stark erscheint mir vor allem der Franzose Vazirabad. Er ist der Sieger dieses Rennens aus den Jahren 2016 und 2017. Es laufen 16 Pferde, da ist einiges möglich. Dass der Favorit die Generalprobe nicht gewonnen hat, sondern Rare Rhythm, macht mich bei meiner Wette nicht nervös. Auf diesen Samstag kommt es an. Es geht immerhin um eine Million Dollar an Preisgeld.

Meiler und Sprinter

Die Veranstaltung beginnt bereits um 13.45 Uhr mit der Godolphin Mile. Mit den Leistungen aus den letzten Wochen halte ich Heavy Metal für chancenreich. Es folgt eine Prüfung für arabische Vollbilder. Über dieses Rennen kann ich mir kein Urteil erlauben. Nach dem erwähnten Dubai Gold Cup steht das UAE Derby auf dem Programm. Der Ire Mendelssohn ist mein Favorit in einem internationalen Feld. Er kostet einst drei Millionen Dollar! Im Al Quoz Sprint, dem 5.Rennen, erneuern Ertijaal und Blue Point ein Duell aus der Generalprobe. Doch es gibt viele Möglichkeiten. Gesprintet wird auch im nachfolgenden Dubai Golden Shaheen. Nur der Untergrund ist ein anderer. In den vergangenen Wochen zeigte sich der im Bahrain trainierte Jordan Sport gut aufgelegt. Seine Mutter stammt aus Deutschland. Jockey Adrie de Vries ist ein in Deutschland bestens bekannter Niederländer. Die höchste Marke, um in der Fachsprache zu bleiben, hat der Amerikaner Roy H.

Weitere bedeutende Rennen in Dubai

Der Dubai Turf ist seit jeher eine Domäne der Europäer. Und der Japaner. Das liegt am Grasuntergrund. Den können die amerikanischen Pferde meist nicht. Aus dem Land der aufgehenden Sonnen treten gleich fünf Starter an. Wenn mich nicht alles täuscht, ist Real Steel der stärkste. Er hat bereits 2016 in Dubai gewonnen und eine stahlharte Leistung gezeigt. Vivlos ist der Sieger aus 2017. Von den Vorleistungen her die Nummer eins aus Europa ist der Ire Lancaster Bomber. Vor dem großen Highlight Dubai World Cup steht das Longines Dubai Sheema Classic an. Hier laufen drei Japaner. Die Formen sind schwer zu deuten, doch der fünffache Sieger Rey De Oro ist meiner Meinung nach eine Wette wert zu sein. Andererseits hat Satono Crown trotz schwächerer letzter Leistungen die höhere offizielle Einstufung. Aus Europa bevorzuge ich Cloth of Stars, den ich für ein bärenstarkes Pferd halte. Er wird in Frankreich trainiert.

Pferderennen Finale

Tradition und möglicher Abschied in Bremen

Am Karfreitag finden traditionell Galopprennen in Bremen statt. Trotz dieses kirchlichen „stillen“ Feiertags gibt es seit den 80er Jahren eine Sondererlaubnis für diese Veranstaltung. Erleben wir sie 2018 zum letzten Mal? Es ist der offizielle Abschiedsrenntag des Rennvereins. Die Stadt will ein Wohngebiet errichten. Noch liegen nicht einmal Gutachten vor, somit ist unklar, ob eine Bebauung möglich ist. Dass alleine die Nachricht des Endes nicht gerade die Sponsoren Schlange stehen lässt, ist logisch. Ein minimale Hoffnung auf eine Fortsetzung in ferner Zukunft besteht. Eine Bürgerinitiative handelt strategisch klug. Die Gutachten betreffend gibt es Gerüchte, dass nur eine Teilbebauung möglich sein könnte. In finanzieller Hinsicht würden die politischen Pläne nicht aufgehen. Möglicherweise wird bald ein seit den späten 70ern verschollenes Dokument auftauchen, das die Bebauung verbietet, weil die Rennbahn als Ausgleichsfläche für ein Mercedes-Werk in einem stark bebauten Stadtteil festgelegt wurde. – Zuerst einmal gibt es acht Rennen ab 11.10 Uhr.

Osterhighlights in Hannover und Köln

Wenn es eine deutsche Rennbahn gibt, die sich als innovativ präsentiert, ist es die Neue Bult vor den Toren von Hannover. Ab 13.45 Uhr werden am Ostermontag neun Rennen gestartet. Da einen Tag zuvor Berlin-Hoppegarten abgesagt hat, übernahmen die Hannoveraner das dortige Highlight. Nun geht es einmal in der Listenklasse für die Stuten um 25.000 Euro und einmal für die Sprinter. In diesem Rennen bevorzuge ich Schäng. Der Vorjahressieger mag weiches Geläuf. In der anderen Spitzenprüfung ist nach Vorjahresleistungen Peace in Motion meine Favoritin. Ebenfalls am Ostermontag gibt es Rennen in Köln. Highlight ist der Grand Prix Aufgalopp. Die besten Pferde im Feld sind meines Erachtens Veneto und Devastar. Erstgenannter war mit fünf Siegen einer der Aufsteiger der vergangenen Saison. Sein vermutlich bester Konkurrent war mit Ausnahme des letzten Auftritts 2017 sehr konstant. Vielleicht erwächst in Trainingsgefährte Northsea Star ein ernsthafter Konkurrent. Eine weitere Veranstaltung ist in Saarbrücken.

Ein Rückblick auf Winx

Nicht verschweigen möchte ich in dieser Kolumne die australische Superstute Winx. Sie hat am vergangenen Samstag wie erwartet gewonnen. Es war ihr 24. Sieg in Serie. Gleichzeitig wurde sie damit zur Weltrekordlerin. Kein Pferd vor ihr hat jemals in 17 Rennen auf höchstem Level gesiegt. Winx imponierte dieses Mal zwar nicht so wie bei ihrem letzten Erfolg. Doch der Sieg geriet nie in Gefahr. Die Klasse der Gegner war schätzungsweise besser als bei den Starts zuvor. Die Quote war wenig überraschend gering. Es gab nicht mehr als Wechselgeld. Leider wurde entschieden, dass Winx nicht im Sommer nach Europa kommt.

Eine kleine Vorschau

In der kommenden Woche blicke ich auf die Ereignisse in Dubai rund um den Dubai World Cup zurück. Die deutschen Rennen werden natürlich ebenfalls ein Thema sein. Und ich schaue voraus auf die kommenden Highlights. Am ersten vollständigen April-Wochenende steht zum Beispiel das erste deutsche Grupperennen der jungen Galoppsaison an: Die Frühjahrs Meile in Düsseldorf. Grupperennen gibt es auch in Frankreich, England und Irland. Die erkläre ich immer mit den Worten, dass sie quasi die Champions League des Galopprennsports sind. Ganz große Highlights stehen nicht an. Aber: Eine Woche später ist das Grand National in Aintree. 40 Pferde werden im vielleicht berüchtigsten Galopprennen der Welt um den Sieg kämpfen.


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