40 Starter im Grand National in Aintree

Wie viele Pferde erreichen am Samstag das Ziel?

In dieser Kolumne steht, wie bereits in der letzten Woche angekündigt, das wohl berüchtigtste Jagdrennen der Welt im Mittelpunkt: Das Grand National in Aintree. Es wird am Samstag um 18.15 Uhr gelaufen, führt über 7,2 Kilometer und über 30 schwere Sprünge. Das Preisgeld: 1 Million Pfund! Natürlich blicke ich auch auf die Ereignisse im deutschen Galopprennsport.

Unser Autor Marco Hoffmann ist seit seiner Kindheit vom Galopprennsport begeistert. In jeder Woche schreibt er in seiner Kolumne Hoffmanns Horses über Ereignisse aus dem weltweiten Pferderennsport und lässt dabei den deutschen Sport nicht aus den Augen. Der konzentriert sich am kommenden Sonntag auf Köln. Das Hauptaugenmerk in Hoffmanns Horses gilt diesmal aber dem Grand National in Aintree. Unser Autor ist ein großer Freund von Hindernisrennen. Wie heißt sein Sieger im berüchtigtsten Jagdrennen der Welt?



Das Grand National in Aintree

Es heißt, dass fast jede englische Hausfrau einige Pfund auf das Grand National in Aintree wettet. 40 Pferde treten an und eine größere Anzahl wird den ersten Sprung nicht überstehen. So ist es jedenfalls in den meisten Jahren. Im Schnitt erreichen zehn bis zwölf Starter das Ziel. Natürlich habe ich mir alle potenziellen Starter angeschaut. Anders als in normalen Rennen ist eine Analyse aber meist schnell hinfällig. Selbst wenn ein Pferd gut und fehlerfrei springt, was absolut nicht garantiert ist, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit auf eine Behinderung durch viele reiterlose Pferde. Die offiziellen Favoriten hießen in der Woche vor dem Rennen Blaklion und Anibale Fly. Ich persönlich bevorzuge Seeyouatmidnight, Vieux Lion Rouge und Valseur Lido. Der eine gefiel mir bei seiner Generalprobe. Ohnehin konnte er früher mehr. Die anderen beiden haben deutsche Väter. Vieux Lion Rouge besitzt zudem Erfahrung: In den Vorjahren war er Sechster und Siebter in diesem Rennen.

Weitere Spitzenrennen in Aintree

In Aintree wird an drei Tagen toller Hindernissport geboten. Mich persönlich interessieren am Donnerstag die Betway Bowl Chase und das Betway Aintree Hurdle. Mein Favorit aus dem Gold Cup, der am Ende auf Platz zwei eingekommene Might Bite, startet. Über Hürden gibt es deutsche Beteiligung durch Izzo. Auf ihn bin ich gespannt. Er wird zwar in Frankreich trainiert, jedoch von der Deutschen Carina Fey. Er ist deutsch gezüchtet, hat einen deutschen Besitzer und ist talentiert. Und dann ist da die Foxhunters Chase. Auf Gallery Exhibition sitzt Guy Disney, ein Kriegsveteran mit einer Beinprothese. Sein Ritt in einem offiziellen Rennen ist fraglos eine Besonderheit. Ich bevorzuge Unioniste und Wonderful Charm. Freitag ist im Highlight, der Melling Chase, der Ire Min mein Favorit. Im Stayers Hurdle am Samstag kann der deutsch gezüchtete Franzose Serienschock für einen Schock bei den Buchmachern sorgen.

Der Blick nach Deutschland: Highlights am Wochenende

Das Schwarzgold-Rennen (Gruppe 3, Dotierung 55.000 Euro) ist das deutsche Highlight an diesem Wochenende, an dem es im hiesigen Galopprennsport weiterhin recht ruhig zugeht. Es sind nur Rennen in Köln und in Zweibrücken. Ein guter Hinweis auf die Chancen sind in dieser bedeutenden Prüfung die Jockeys. Wenn es einen offiziellen Stalljockey gibt, hat dieser die Wahl. Und er wird sich auf das Pferd setzen, das seiner Meinung nach die größten Siegchancen besitzt. Ich deute mal, dass am Stall von Markus Klug Dina stärker eingestuft wird als Bützje und Suada. Dina wird von Adrie de Vries geritten, den fliegenden Holländer. Bei Peter Schiergen ist Angelita die Wahl von Andrasch Starke gegenüber Wierland.

Weitere Höhepunkte in Köln

Ich habe mir das Rahmenprogramm in Köln genauer angeschaut. Wie immer um diese Jahreszeit sind die Rennen für die Dreijährigen einen genauen Blick wert. Weshalb dies so ist, habe ich in einer meiner letzten Kolumnen erläutert. Ich persönlich achte vor allem auf Starter aus den Ställen von Andreas Wöhler, Markus Klug und Peter Schiergen. Die haben die meisten Vergleichsmöglichkeiten. Von der sportlichen Bedeutung her ist ein Ausgleich 2 das wichtigere Rennen. Diese Klasse ist vergleichbar mit der zweiten Liga im Fußball. Ein niedriges Gewicht kann sich positiv auswirken. Der Reiter von Gen Chi bringt nur 52 Kilo in den Sattel. Die Konkurrenz trägt teilweise 60 Kilo. Interessant ist, dass Trainer Markus Klug bei einer noch nicht veröffentlichten Umfrage eines Fachblattes die Stute Walatah als stark steigerungsfähig einstuft. Auch sie läuft in diesem Rennen.

Pferderennen Finale

Ein weiteres Mal Winx

Am Samstag ist es wieder so weit: Die ungewollte Hauptprotagonistin dieser wöchentlichen Kolumne Winx geht wieder an den Start. Sie soll in Randwick ihr 25.Rennen in Serie gewinnen. Ich gehe davon aus, dass genau dies in den Queen Randwick Stakes geschieht. Es gibt kein Anzeichen dafür, dass diese Serie reißt. Im Rahmenprogramm startet einer der besten Deutschen, die nach Australien verkauft wurden: Almandin ist im Sydney Cup am Ablauf. Er ist ein Sieger des bedeutendsten australischen Galopprennens: Dem Melbourne Cup. Ich finde es schwierig, in Australien zu wetten. Pferde laufen häufig auf unpassenden Distanzen und man weiß nicht immer, ob es sich um ein Rennen zur Vorbereitung handelt oder ob gewonnen werden soll. Winx ist eine Ausnahme.

Ein kurzer Rückblick auf das letzte Wochenende

Das deutsche Highlight am letzten Wochenende, die Frühjahrsmeile in Düsseldorf, gewann wie im Vorjahr der von Sascha Smrczek trainierte Lokalmatador Wonnemond. Es war knapp gegen den aufgrund seines Namens auffälligen Millowitsch und gegen den favorisierten Noor Al Hawa. Ich habe so das Gefühl, dass dieser eine etwas weitere Strecke bevorzugt. Am Stall von Andreas Wöhler war man mit dieser Leistung aber allgemein nicht zufrieden. Objektiv betrachtet war es national wie international ein eher ruhiges Wochenende. Ob bei den Dreijährigen in Düsseldorf zukünftige Stars siegten? Ich habe meine Zweifel. Eine Ausnahme könnte Alounak sein, der Sieger im Grafenberger Derby Trial der Listenklasse. Er gewann überzeugend, beeindruckte mich persönlich aber nicht.

ParisLongchamp: Ein fabulöser Neustart

Aus Longchamp wurde ParisLongchamp. Ich glaube so etwas nennt man Branding. Die für unzählige Millionen Euro umgebaute Pariser Nobelrennbahn wurde am vergangenen Sonntag nach zweieinhalb Jahren wiedereröffnet. Im Highlight, dem mit 130.000 Euro dotierten Prix d’Harcourt, gab es einen englischen Sieg durch Air Pilot. Interessanter aus meiner Sicht: Die beste zwei Jahre alte Stute im letzten Jahr in Deutschland Rock My Love gab ihren Saisoneinstand bei dieser Veranstaltung im mit 80.000 Euro dotierten Prix Vanteaux. Und sie wurde erstmals besiegt. Die Dreijährige rockte dabei überhaupt nicht. Sie wurde vor einigen Monaten für sicherlich nicht wenig Geld verkauft. Besser rockte die ein Jahr älteren Diana Storm im Prix Zarkava. Ihr zweiter Platz hinter der Siegerin Bebe d’Amour wurde mit einer sensationellen Platzquote belohnt. Für 10 Euro Einsatz gab es 94 Euro zurück!

Nächste Woche: Krefeld und Berlin-Hoppegarten

Zum Abschluss dieser Kolumne folgt eine Vorschau auf die folgende Woche. In Deutschland stehen am Sonntag in einer Woche zwei Galoppveranstaltungen auf dem Programm: In Krefeld und auf der Hauptstadtrennbahn Berlin-Hoppegarten. Und international? Ich sehe in den verschiedenen Vorschauen keine im Vorfeld elektrisierenden Spitzenprüfungen, die vergleichbar sind zum Beispiel mit dem Grand National in Aintree. Große Rennen werfen aber dennoch ihre Schatten voraus, jedoch erst eine oder zwei Wochen später. Ich spreche vom Punchestown Festival, vom Kentucky Derby und von den ersten klassischen Rennen in England: Die 1000 Guineas und die 2000 Guineas. Das bedeutet, dass ich in naher Zukunft in dieser wöchentlich erscheinenden Kolumne über viele interessante Prüfungen berichten darf.


Noch mehr Expertenwissen zum Thema Pferderennen gibt es hier

Pferderennen Kolumne

Antwort hinterlassen