In Auteuil springen sie wieder

Dortmund am Sonntag: Hohe Quoten?

Dies ist die 50. Kolumne von Hoffmanns Horses. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Themen sind der Renntag am Sonntag in Dortmund, die Grupperennen in Auteuil und der erneute Auftritt von Winx, die vor ihrem 31.(!) Sieg in Folge steht. Abseits des Sports gibt es ebenfalls einiges zu berichten. In Bremen wurde der nächste Schritt zum Erhalt der Galopprennbahn getan. Und auch in Neuss wird derzeit gekämpft. Die Politik macht es dem Sport nicht leicht.

Unser Autor Marco Hoffmann ist, wie ohne Unterlass an dieser Stelle erwähnt wird, ein Experte für den Galopprennsport. Die Voraussage, dass Winx Samstag zum 31. Mal in Serie gewinnt, hat er nicht exklusiv. Bessere Quoten versprechende Tipps für Auteuil und Dortmund sind wahrscheinlich. Wie bekannt hat er „111 Gründe, den Galopprennsport zu lieben“ im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf veröffentlicht. Er war zudem beteiligt am Buch „Die Galopprennbahn Bremen – Ende einer Ära?“, welches im MusketierVerlag erschien.



Gute Quoten am Sonntag in Dortmund

Zweimal noch veranstaltet Dortmund in diesem zu Ende gehenden Winter, dann beginnt in Deutschland die Saison der Grasbahnrennen endlich wieder. Es gab in der Vergangenheit immer mal wieder hohe Quoten auf den deutschen Sandbahnen. Mehrfach gut gefallen hat mir der in der Prüfung für Sieglose startende Asaaleeb. Alinaro ist zwar das beste Pferd, jedoch eventuell nicht mehr so gut wie früher. Bei den Sprintern setze ich auf den zuverlässigen Dark Forrest, der in diesem Winter noch zu einem Sieg kommen müsste. Es ist nicht leicht für diese Veranstaltung Vorhersagen zu machen, denn im Schnitt können die Starter wirklich nicht viel. Aber gerade das verspricht gute Quoten. Sechs Rennen ab 10:50 Uhr gibt es, was bekanntlich nicht ungewöhnlich ist.

Grupperennen in Auteuil

Minimal ruhiger wird es in England und in Irland im Hindernissport, denn das Cheltenham Festival naht. Ich werfe deshalb einen Blick nach Frankreich, wo auch gesprungen wird. Das Hindernis-Mekka Auteuil, eine der Pariser Bahnen, hat unter der Woche seine Tore geöffnet. Am Sonntag stehen zwei Prüfungen der Gruppe 3 im Mittelpunkt einer acht Rennen umfassenden Karte. Im Prix Juigne wähle ich Serienschock. Wie der Name es bereits vermuten lässt, ist der Elfjährige ein Ex-Deutscher. Vor allem ist der in bester Verfassung, lief nun dreimal in Folge ins Geld. Einmal davon ging es nicht über die Sprünge. Im Prix Robert de Clermont-Tonnere geht es über die schweren Hindernisse. Milord Thomas sowie Storm of Saintly kann ich besser einschätzen als viele der Konkurrenten. Sie haben in der Vergangenheit tolle Leistungen gezeigt, erstgenannter erreichte zwar beim Saisonstart das Ziel nicht, doch zuvor war er zuverlässig. Nur gewonnen hat er letztmals 2017.

Winx vor Sieg 31

Das beste Pferd der Welt Winx hat am Samstag einen weiteren Auftritt. Niemand zweifelt am 31. Sieg in Folge. In Randwick kann die unglaubliche Stute zum vierten Mal in Folge die Chipping Norton Stakes der Gruppe 1 gewinnen. Die meisten ihrer Gegner bezwang sie bereits locker beim letzten Auftritt. Das gibt für die Wetter also nicht mehr als Wechselgeld. Wie wäre es mit einer Zweierwette? Es geht also darum, wer hinter Winx Platz 2 belegt. Anbieten würden sich Happy Clapper. Er ist von den sechs Gegnern der einzige, der nicht am gleichen Stall wie Winx vorbereitet wird, dem von Chris Waller. Zugegeben: Siegt Winx nicht, gibt es richtig hohe Quoten. Doch das wünscht sich kein Fan dieses Sports.

Neuss am letzten Sonntag

Wisperwind kam am letzten Sonntag in Neuss mit einem ungemein hohen Gewicht zu Sieg 16 in seiner Karriere. Das war durchaus bemerkenswert. Über eine Perlenkette freuen konnte sich zuvor Rebecca Danz. Sie wurde zwar nur Dritter im Endlauf dieses Wettbewerbs, aber das reichte für diesen Preis, übrigens handelt es sich um die Weltmeisterin der Profireiterinnen. Vergeben wird die Perlenkette seit dem Jahr 1961. – In Neuss ist übrigens Schluss für diese Winter, das Frühjahr kommt. Ob irgendwann ganz Schluss ist? Zwar soll die Bahn anders als in Frankfurt und Bremen nicht bebaut werden, aber die SPD will keinen Galopprennsport mehr, aus Kostengründen. Nicht alle Parteien sind dieser Meinung. Ganz wie in Bremen. Es ist schon seltsam, wie politische Denkweisen für Kämpfe gegen einen Sport sorgen.

Pferderennen Finale

Rückblick aufs internationale Geschehen

Am vergangenen Samstag standen Rennen in England im Mittelpunkt. Keiner der großen Favoriten konnte in Kempton gewinnen und der seinen Einstand über die Sprünge gebende Ex-Deutsche Ecco Lief unauffällig. Er sprang gut, kam aber nur ins Mittelfeld. Es gewann Fussil Raffles vollkommen überzeugend. Angels Breath wurde von Southfield Stone Überraschend bezwungen, dennoch gilt er weiterhin als großer Favorit für seinen Auftritt in Cheltenham. Keine Überraschung gab es im Winter Derby durch den klar favorisierten Wissahickon. Im Vorfeld in dieser Kolumne nicht erwähnt wurde das Highlight des zu Ende gehenden Meetings in Cagnes-sur-mer, in dem es doppelte deutsche Beteiligung gab. Aber leider keinen Erfolg. Der Sieger Good Question überraschte. In Katar war Julio parallel erfolglos, was aber am Verlauf des Rennens gelegen haben soll.

Bremen: Die Bahn kann gerettet werden

In Bremen wird am 26. Mai parallel zur Bürgerschaftswahl und zur Europawahl über die Bebauung der Galopprennbahn abgestimmt. Eine Bürgerinitiative hat etwas geschafft, das als Sensation bezeichnet werden kann. Letzten Donnerstag war die Abstimmung zum Thema in der Bremer Bürgerschaft und der Ausgang stand vorher fest. Es ging nur darum das Projekt sofort zu stoppen oder die Bürger entscheiden zu lassen. Die Reden der Politiker waren teils echt ärgerlich. Dem Rennverein sind keine erfolgreichen Rennen mehr gelungen und auch die Rennen in Frankfurt wurden eingestellt, weil Pferderennen wegen des Internet nicht mehr profitabel sind, hieß es. „Kein Mensch kann davon ausgehen, dass jemals wieder Pferde auf der Bahn laufen.“ (SPD). „Die Zeit der Pferderennen ist vorbei, sie kommt nicht wieder.“ (Grüne). Deren Vertreterin sagte außerdem: „Eine Rennbahn gehört nicht mitten in eine Stadt.“ Beide betonten, dass das Rennbahngelände nicht öffentlich zugängig ist. Das ist Quatsch. Und: welches Fußballstadion ist offen?

Neue Wettarten ab dem 31. März

Die beiden neuen Wettarten, die im deutschen Galopprennsport eingeführt werden, stehen früher zur Wahl als ursprünglich angekündigt. Es geht um die „Multi“-Wette und um die „2 aus 4“. Bereits beim Renntag am Sonntag, 31. März 2019 in Köln erfolgt die Premiere. Als Folge kommen alle Wetter bereits bei der Saisoneröffnung mit dem Grand Prix-Aufgalopp in den Genuss neuer Wettoptionen. Bei der „Multi“ gilt es vier Pferde vorherzusagen, die auf den ersten vier Plätzen einkommen. Es handelt sich um einfachere Form der bisherigen Viererwette. Während bei der Viererwette die ersten vier Pferde in richtiger Reihenfolge vorherzusagen sind, ist die Reihenfolge der gewetteten Pferde bei dieser Option egal. Die „2 aus 4“-Wette ist dagegen relativ einfach zu treffen. Denn es müssen zwei der ersten vier Pferde korrekt vorhergesagt werden. Dabei ist es egal, welche der ersten vier Plätze die beiden gewetteten Pferde erreichen. Die „2 aus 4“-Wette soll die bisherige Platzzwillingswette ersetzen.

Hoffmanns Horses: Es wird Frühling

Dubai mit dem Super Saturday, England, Frankreich, natürlich Dortmund, das dürften die Orte sein, die in der nächsten Kolumne von Hoffmanns Horses eine Rolle spielen. Natürlich werfe ich auch den ersten Blick auf das am Dienstag, dem 12. März beginnende Cheltenham Festival. Das ist nochmal was ganz anderes als Auteuil.


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