Cheltenham beginnt!

Spitzenpferde und gute Quoten

In dieser Kolumne von Hoffmanns Horses werde ich, wie auch an den folgenden Tagen bis Freitag, die einzelnen Rennen des grandiosen Cheltenham Festivals bewerten und analysieren. Wer sich für die Hindernisrennen begeistert, wird sich wie ich auf die tollen vier Tage freuen. Ein Renntag beginnt immer um 14.30 Uhr deutscher Zeit und bietet sieben Rennen, in denen meist hohe Quoten zu erwarten sind. Natürlich gibt es auch einige klare Favoriten.

Unser Autor Marco Hoffmann ist, wie beständig als Vorlauf erwähnt wird, ein Experte für den Galopprennsport. Die Hindernisrennen sind seine Leidenschaft, mit dem am Dienstag beginnenden Cheltenham Festival kennt er sich besonders gut aus. Wie nie verschwiegen wurde, hat er „111 Gründe, den Galopprennsport zu lieben“ im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf veröffentlicht. Er war zudem beteiligt am Buch „Die Galopprennbahn Bremen – Ende einer Ära?“, welches im MusketierVerlag erschien.



Champion Hurdle als erstes Highlight

Das Champion Hurdle ist das erste der großen Festival-Rennen. Der in den beiden letzten Jahren siegreiche Buveur D’Air ist das zu schlagende Pferd. Doch er ist nicht mehr unbesiegbar, wie Verdana Blue an Weihnachten bewies. Die Niederlage hatte meiner Meinung nach taktische Gründe, der Wallach wurde erst kurz vorm Ziel überlaufen. Apple’s Jade ist von den irischen Startern laut Meinung vieler Experten am stärksten. Sie ist in dieser Saison gut wie nie. Ihr Sieg im Irish Champion Hurdle führt nun zu einem Versuch in der vergleichbaren Prüfung in Cheltenham. Die deutsch gezüchtete Laurina ist eine weitere Stute. Sie absolvierte kürzlich ihre Generalprobe in Punchestown und hatte keine Mühe. Seit Laurina in Irland trainiert wird, ist sie unbesiegt. Von den drei Favoriten bringt sie die beste Quote. Eigentlich ist eine Zweierwette logisch, vielleicht sogar eine Dreierwette. Wer kenn überraschen? Ich denke Espoir D’allen, der in dieser Saison unbezwungen ist.

Start mit dem Supreme Novices‘ Hurdle

Um 14.30 Uhr erklingt am Dienstag der Cheltenham Roar. Gemeint ist das Geräusch, das die geschätzten 50.000 Zuschauer machen, wenn der erster Start erfolgt. Der Beginn erfolgt auf Gruppe 1-Level. 18 Starter treten an und eigentlich war mein Favorit immer Angels Breath. Ich kam ein bisschen ins Zweifeln nach einer überraschenden Niederlage bei der Generalprobe, aber ich gehe davon aus, dass der Jockey nicht alles versucht hat. Der große Sieg soll an diesem Tag gelingen. Gefährlich werden kann der in vier Rennen erfolgreiche Al Dancer. Mein Geheimtipp ist Aramon, ein in Deutschland gezüchteter Wallach, der in Irland trainiert wird. Er hat gezeigt, dass er auf höchstem Level bestehen kann und die Iren gewinnen gerne die Auftaktprüfung. Ich erinnere mich, dass Aramon bei seinem früheren deutschen Trainer mal als bester Dreijähriger des Jahrgangs galt – und im Stall stand der spätere Derbysieger. Deutsch gezüchtet ist auch The Flying Sofa, aber großer Außenseiter.

Die Arkle Chase mit Lalor

Aus deutscher Sicht handelt es sich bei dieser Gruppe 1-Prüfung vielleicht um das interessanteste Rennen beim Festival. Der Grund heißt Lalor und ist deutsch gezüchtet. Für nur 8.000 Euro wechselte er nach Irland und ist nun Gruppe 1-Sieger. Der Wechsel von den Hürden zu den Jagdsprüngen erfolgte sehenswert mit einem Triumph auf höchstem Level. Ich habe seitdem kein Pferd aus dieser Generation so sauber springen sehen. Beim zweiten Start enttäuschte Lalor etwas, lief aber dennoch auf den dritten Platz. Er scheint große Pausen zu benötigen, was seine Trainerin (der ursprüngliche Trainer brachte sich übrigens tragischerweise um) bei der Vorbereitung beachtet hat. Ich hoffe auf einen Sieg. Glen Forsa und Kalashnikov sind die stärksten Gegner. Beide gehen ihre Rennen offensiv an.

Stuten im Mares Hurdle

Viele Wetter haben Benie Des Dieux aus Irland als Bankpferd beim Festival eingestuft, und sie scheint wirklich sehr solide zu sein. Sie besiegte Apple‘s Jade letztes Jahr in diesem Rennen und es gibt keine so gute Gegnerin diesmal. Okay, sie ist diese Saison nicht gelaufen, aber ihr Trainer Willie Mullins hat das in der Vergangenheit mit Quevega auch so gemacht, also wissen wir, dass sie mit 100 Prozent zu diesem Meeting kommen wird. Vielleicht wird Roksana sie ärgern können. Eigentlich gehe ich nicht davon aus. Benie Des Dieux hat seit November 2015 nicht mehr verloren. Damals wurde sie noch in Frankreich trainiert.

Pferderennen Finale

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Close Brothers Novices Handicap Chase

22 Starter bestreiten dieses Listenrennen. Es handelt sich um das sechste Rennen der Karte – ich bin jetzt also beim so genannten Rahmenprogramm. Die Favoriten heißen Riders Onthe Storm und A Plus Tard, aber ich möchte zwei andere Pferde nennen. Quamino ist ein Ex-Deutscher, der in Irland trainiert wird. Er wird zu hoher Quote an den Start kommen, hat aber gute aktuelle Form, also wer weiß. Movewiththetimes nenne ich wegen Trainer Paul Nicholls, der in grandioser Form agiert. Sein Wallach hat zwar zweimal das Ziel nicht erreicht, doch das treibt die Quote hoch. Gewettet war er…

Ultima Handicap Steeple Chase

Im dritten Rennen des Tages starten 23 Pferde. So etwas nennt man Wetträtsel. Ich habe mich für zwei Pferde als meine Tipps entschieden, gehe nicht mit dem Favoriten Give Me A Copper. Das ist so eine Gefühlssache. Bei Mister Whitaker gefällt mir, dass er zum einen aktuelle Form hat und zum anderen vor genau einem Jahr beim Cheltenham Festival am ersten Tag gewann. Für die sehr hohe Quote nenne ich O O Seven, dessen vorletzte Leistung mir gefiel. Ich bezweifle, dass es reicht, aber auch eine Platzierung kann eine nette Quote bringen. Man muss ja nicht nur auf Sieg tippen.

Die National Hunt Chase

In der Abschlussprüfung am Dienstag geht es über vier Meilen. Das ist eine sehr weite Distanz, die nicht alle Pferde beherrschen. Beim Vorabfavoriten Ok Corral bestehen von Seiten vieler Experten gewisse Zweifel. Auch Ballyward wird im Vorfeld gut gewettet. Er trägt Höchstgewicht und das kann drücken. Ein interessantes Pferd ist meiner Meinung nach Discorama. Er fiel beim letzten Mal, aber er lief bis dahin ein riesiges Rennen.

Hoffmanns Horses: Cheltenham Tag 2

Bei Hoffmanns Horses geht es bereits morgen weiter mit einem Ausblick auf Tag 2 beim Cheltenham Festival. Ende der Woche schaue ich zurück auf die Ereignisse der letzten Kolumne, zum Beispiel vom Dubai Super Saturday.


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Pferderennen Kolumne