Iquitos vor der Titelverteidigung im Dallmayr Preis?

Und: Ein königliches Rennen in Ascot

In der neuen Kolumne von Hoffmanns Horses geht es wie in der Vorwoche um die Harzburger Rennwoche. Sportlich bedeutender sind die Rennen King George VI and Queen Elizabeth Stakes am Samstag in Ascot und der Große Dallmayr Preis am Sonntag in München. Iquitos kann seinen Titel verteidigen, aber Godolphin schickt mit Benbatl einen Crack aus England. Darüber hinaus verschweige ich diesmal die Traber nicht.

Unser Autor Marco Hoffmann ist ein Experte für den Galopprennsport. Er arbeitet für diverse Publikationen aus diesem Bereich. In der aktuellen Ausgabe von Hoffmanns Horses schreibt er eine Übersicht über anstehende Ereignisse aus diesem Sport. Der Große Dallmayr Preis in München, die King George VI and Queen Elizabeth Stakes und weiterhin die Harzburger Rennwoche sind die Fokusthemen. Wie immer an dieser Stelle die Erwähnung, dass er das Buch „111 Gründe, den Galopprennsport zu lieben“ im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf veröffentlicht hat.



Der Große Dallmayr Preis in München

Mit Vorjahressieger Iquitos im Aufgebot wird der Große Dallmayr Preis – Bayerisches Zuchtrennen am Sonntag in München-Riem entschieden. Es handelt sich angeblich um Deutschland größte Kaffee-Partie… Definitiv ist es in Deutschlands wichtigstes 2000-Meter-Rennen. Der von Hans-Jürgen Gröschel trainierte Galopper des Jahres 2016, der im letzten Jahr in dieser mit 155.000 Euro dotierten und über 2000 Meter führenden Gruppe-I-Prüfung unter dem verstorbenen Daniele Porcu triumphiert hatte, wird mit dem Franzosen Eddy Hardouin ins Rennen gehen. Eine harte Nuss ist der für arabische Interessen antretende Benbatl. Fragt sich nur, ob er seine Form aus dem Winter in Dubai abrufen kann. Nachgenannt für 15.500 Euro wurde Stormy Antartic, der bei seinem letzten Deutschland-Auftritt auf etwas kürzerer Distanz in Baden-Baden siegte. Von den Deutschen billige ich Lokalmatador Wai Key Star und Va Bank von Andreas Wöhler Chancen auf eine Platzierung zu. Unterstützt werde ich von den RaceBets-Festkursen.

International: King George VI and Queen Elizabeth Stakes

Die auf der königlichen Rennbahn von Ascot entschiedenen King George VI and Queen Elizabeth Stakes sind das Highlight des englischen Galoppsommers. Wenn ich mir die möglichen Starter für den Samstag anschaue, vermisse ich den herausragenden Starter. Nicht nur bei den RaceBets-Festkursen stehen Crystal Ocean und Poet’s Word recht niedrig. Sie sind mögliche Sieger. Wenn er laufen würde, was wegen des guten Geläufs früh unwahrscheinlich war, hätte ich Cracksman bevorzugt. Ich glaube seine letzte Leistung, als er als klarer Favorit Poet’s Word unterlag, wird überbewertet. Es lag nicht viel zwischen den beiden. Eine Formumkehr würde absolut in der Luft liegen. Vor allem wenn man an den Ruf von Cracksman vor einigen Wochen denkt. Bei RaceBets gäbe es auf ihn 80:10 und auf Poet’s Word nur 32:10.

Der Mittwoch in Berlin-Hoppegarten

Favorit in einem Listenrennen am Mittwoch auf der Hauptstadt-Rennbahn Berlin-Hoppegarten ist Daring Match. Der Vorjahressieger hat in dieser Saison abgesehen von einem zweiten Platz Mitte Mai in Dortmund zwar noch nicht überzeugt. Doch er gehört zu den besten Sprintern im Lande. Die gleichen Worte gelten für Scapina. Der unterlag er in Dortmund. Albertville ist erst drei Jahre alt und nichtsdestotrotz gefährlich in dieser Konkurrenz. Sie besiegte Mitte Juni in Dresden ein Pferd, welches danach in Hamburg triumphierte. Vor den beiden vermeintlichen Favoriten dieser Listenprüfung. Die ist interessant, hat aber nicht ganz das Niveau des Dallmayr Preis.

Weiter geht es in Bad Harzburg

Donnerstag, Samstag und Sonntag sind Rennen in Bad Harzburg. Die Harzburger Rennwoche endet zwar am Sonntag. Aber da Bad Doberan in diesem Jahr ausfällt, übernimmt der Harzburger Rennverein den 4.8. Highlight an diesem Donnerstag ist der Hindernissport: Ein Hürden-Listenrennen steht an, was in Deutschland eine Seltenheit ist: Sieben Pferde laufen und ich erwarte ein Duell des bereits am Wochenende erfolgreichen Interior Minister mit Falconettei und vor allem dem starken Tschechen Anaking. Samstag stehen gleich drei Superhandicaps im Fokus. Es ist schwer Prognosen abzugeben. Bestätigt hat sich die Gefährlichkeit der Münchener Starter. Wertvollstes Rennen ist ein Aktionsrennen für Dreijährige: Der im Harz prominente Farbe vertretende Arabino dürfte beste Chancen besitzen. Die Leichtgewichte im Programm haben Vorteile. Zum Abschluss am Sonntag gibt es ein Seejagdrennen. Es muss nicht wie in der Vorwoche Good Prince gewinnen.

Pferderennen Finale

Zufriedenheit in Bad Harzburg

Der erste Teil der Rennwoche in Bad Harzburg verlief zur Zufriedenheit aller. Der Besucherzuspruch ist wie gewohnt hoch. Nur ein langes Gewitter am Sonntag sorgte für eine Verzögerung, ansonsten gingen wohl alle Pläne auf. Sportlich wurde ebenfalls viel geboten. Onyxa gewann das Superhandicap am Samstag. Der Münchener All Access belegte Platz 2. In den Hindernisrennen siegten Rosenkönig am Freitag, sowie am Samstag Interior Minister und Wutzelmann. Dieser wiederholte seinen Vorjahressieg. Das Seejagdrennen am Sonntag gewann wie erwähnt Good Prince für den Präsidenten des Rennvereins. Trotz nur weniger Starter war es ein Spektakel. Im Superhandicap am gleichen Tag gewann das Ostsee-Pferd Kiss the Wind. Abermals belegte ein Münchener Gast Platz zwei: Laquyood.

Ein Rückblick auf die Irish Oaks

Einen Rückblick auf das internationale Highlight des letzten Wochenendes darf ich nicht vergessen. Das irische Stutenderby Irish Oaks gewann am Samstag die Engländerin Sea of Class. Sie macht ihrem Namen alle Ehre. Ich hatte vermutet, dass sie gewinnt. Doch wie in Irland üblich, waren die Pferde aus dem Stall von Aidan O‘Brien favorisiert. Dieser ohne Zweifel erstklassige Trainer hat in der gesamten Saison keinen Klassiker gewinnen können. Das ist bemerkenswert.

Ein Blick zu den Trabern

In der nächsten Woche werden die Traber eine etwas größere Rolle in meiner Kolumne einnehmen: Das Traberderby in Berlin-Mariendorf wird am 5. August entschieden. Am kommenden Sonntag stehen die Vorläufe an. Ich halte mich an die RaceBets-Festkurse und gehe deshalb davon aus, dass die interessantesten Starter Emilion, Mister F Daag, Very Impressive S und Chapter One heißen. Das sind jedenfalls die Favoriten in den vier Vorläufen. Die fanden bis vor einigen Jahren übrigens direkt am Derbytag statt. Im Grunde kaum vorstellbar. Übrigens muss in den Vorläufen nicht zwingend gewonnen werden, damit die Pferde sich für das wichtigste deutsche Trabrennen qualifizieren. Eine Platzierung reicht.

Nächste Woche: Stuten-Derby und Traber-Derby

In meiner nächsten Kolumne Hoffmanns Horses werde ich neben dem Traber-Derby ein anderes Derby in den Mittelpunkt stellen: Auf der Galopprennbahn von Düsseldorf wird der Henkel-Preis der Diana entschieden: Das Deutsche Stuten-Derby. Es ist die 160. Austragung. Nach dem Großen Dallmayr Preis wird also direkt eine weitere Gruppe-I-Prüfung in Deutschland gestartet. International begeistert das Meeting Glorious Goodwood ab Dienstag mit zahlreichen Grupperennen.


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