Die Derbywoche in Hamburg startet am Freitag

Und in Irland wird der Derbysieger gesucht

In der aktuellen Kolumne von Hoffmanns Horses steht die Derbywoche in Hamburg im Fokus. Sie beginnt am Freitag, bietet vor einer kleinen Pause auch Rennen am Samstag und Sonntag. Weitere Highlights finden an diesem Wochenende im Ausland statt: Das Derby in Irland und der Grand Prix von Saint Cloud in Frankreich. Es versuchen sich einige der besten deutschen Rennpferde. Und können in dieser Prüfung auf höchstem Level für eine interessante Quote sorgen.

Unser Autor Marco Hoffmann ist ein Experte für den Galopprennsport. Er arbeitet für diverse Publikationen und hat Anfang Juni den Pressecup beim Frühjahrs-Meeting in Baden-Baden gemeinsam mit einer Partnerin gewonnen. Abermals gibt es in dieser Ausgabe von Hoffmanns Horses eine Übersicht über anstehende Ereignisse aus diesem Sport, beispielweise bei der Derbywoche in Hamburg. Ein weiteres Mal erwähnen wollen wir, dass Marco Hoffmann im Mai das Buch „111 Gründe, den Galopprennsport zu lieben“ im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf veröffentlicht hat.



Start zur Derbywoche in Hamburg

Am Freitag beginnt die Derbywoche in Hamburg. Es ist ein gemischter Renntag mit vier Galopp- und vier Trabrennen geplant. Highlight zum Auftakt ist der Lange Hamburger. So heißt eines der längsten deutschen Rennen für bessere Pferde. Ich gehe von einem englischen Sieg aus, da mir die vermeintlich besten deutschen Starter Moonshiner und Adler nicht übermäßig gefallen. Gegen St Michel spricht eigentlich nur, dass dieser seit dem letzten August nicht gelaufen ist. Außerdem reist kein Jockey aus England mit. Dafür sitzt der beste deutsche Rennreiter in seinem Sattel: Andrasch Starke, der sich trotz Geburtsort Stade gerne nach seinen Derbysiegen als „Hamburger Jung“ bezeichnet.

Am Samstag wird bei der Derbywoche gesprintet

Der Preis der Mitglieder des Hamburger Renn-Clubs e.V., auch als Hamburger Flieger-Preis bekannt, ist das Highlight bei der Derbywoche am Samstag. In diesem Gruppe-III-Rennen geht es um 55.000 Euro und über 1.200 Meter. Der von Champion Markus Klug trainierte Millowitsch gilt als eines der populärsten Rennpferde in Deutschland. Auf den unterschiedlichsten Distanzen ist der Hengst zu Hause. Kürzlich gewann er in Baden-Baden. Wenn der Boden weich ist (wonach es nicht unbedingt ausschaut), setze ich auf Schäng. Bemerkenswert, dass der in Bremen trainierte Hengst in Baden-Baden zweimal Eisen verlor (vor dem Rennen und kurz nach dem Start) und auf unpassendem Geläuf fast gewonnen hätte. Somit erscheint eine Revanche gegen Millowitsch vorstellbar. Der Hamburg-Sieger von 2016 war letztes Jahr Dritter hinter Daring Match, der kürzlich nicht die Erwartungen erfüllte. Einziger Dreijähriger ist der im Besitz von unter anderem Fußball-Profi Timo Horn (1. FC Köln) stehende Julio, der nicht zu unterschätzen ist.

Der Hansa Cup als Highlight am Sonntag

Der Hansa Cup ist das Highlight am Sonntag bei der Derbywoche in Hamburg. Gleich drei Pferde sattelt Champion-Trainer Markus Klug. An die Stelle seines größten Triumphs kehrt Derby-Sieger Windstoß zurück. Er ist die Wahl von Stalljockey Adrie de Vries ist gegenüber Dschingis Secret, den aktuellen Galopper des Jahres und Vorjahressieger des Hansa-Preis. Wie bei seinem Vorjahrestriumph vor gut zwölf Monaten wird Martin Seidl im Sattel sitzen. Colomano, der letztjährige Derby-Favorit, komplettiert das Trio und wird Maxim Pecheur im Sattel haben, den letztjährigen Derbysiegreiter. Nicht nur, weil Adrie de Vries (Spitzname: Fliegender Holländer) in toller Form reitet, gehe ich mit Windstoß. Die RaceBets-Festkurse gibt es unter diesem Link. Vom restlichen Starterfeld rechne ich bei Walsingham mit einer Platzierung.
Parallel zur Derbywoche in Hamburg ist im deutschen Galopprennsport Jahr für Jahr eher wenig los. Die einzige weitere Veranstaltung findet am Sonntag in Hassloch (Pfalz) statt.

Ein Rückblick auf das letzte Wochenende

Den Großen Preis der Wirtschaft in Dortmund am Sonntag gewann Degas vor Palace Prince. Jockey Adrie de Vries setzte diesen im richtigen Moment ein. In der Statistik stehen nun drei Treffer. Doch erstmals war dieser Wallach wirklich auf der Linie Erster. Royal Ascot handele ich im nachfolgenden Abschnitt ab. Ein kurzer Blick zu den Trabern sei mir gestattet. Und zwar nicht in der Vorschau, sondern im Rückblick. Wäre die letzte Kolumne nicht bereits aufgrund von Royal Ascot so früh veröffentlicht worden, hätte ich auf den Start von Bold Eagle am Sonntag in Vincennes verwiesen. Nach einem ärgerlichen Ausflug nach Schweden, wo er nach unzähligen vergeblichen Startversuchen disqualifiziert wurde, kam er zu einem erwarteten Erfolg in der Heimat. Die Dotierung des Rennens lag bei 200.000 Euro. Was dies in einem deutschen Kapitel zu suchen hat? Bei der gleichen Veranstaltung gab es einen Sieg für den deutschen Traber Orlando Jet.

Pferderennen Finale

Toller Sport bei Royal Ascot

Soll ich an dieser Stelle die großen Sieger des Royal Ascot-Meetings aus der vergangenen Woche auflisten? Ich entscheide mich für die Pferde, die mich am meisten beeindruckt haben. Am Dienstag war das vor allem der Zweijährige Calyx. Ein unglaublich schnelles Pferd. Und Without Parole, der unbesiegt blieb. Schade, dass er nicht im Derby gelaufen ist. Hinter ihm hatte der Franzose Wootton kein gutes Rennen. Mittwoch wurde Cracksman überraschend von Poet’s Word besiegt. Donnerstag machte Shang Shang Shang aus den USA beim Start-Ziel Sieg einen tollen Eindruck. Ebenso wie Stradivarius im Gold Cup. Kurz sah es nach meinem Favoriten Vazirabad aus. Der Favorit Order of St George enttäuschte. Die beiden Starter aus Deutschland waren Freitag und Samstag ohne Chance. Ebenso wie zahlreiche allgemein gut gewettete Pferde.

Saxon Warrior Favorit im Irish Derby

Wenn Samstag das Irish Derby auf dem Curragh ansteht („auf dem“ wie „auf Schalke“) stehen die Starter der irischen Startrainers Aidan O’Brien im Fokus. Nachdem er im Epsom Derby überraschend als Favorit versagte, gibt es die zweite Chance auf einen Triumph für Saxone Warrior. Laut den RaceBets-Festkursen können aber auch Dee Ex Bee aus England und der für die Herrscher von Dubai (die übrigens das englische Derby gewannen) laufende Old Persian gewinnen. Saxon Warrior ist mit der Quote von 15:10 sehr klar favorisiert. Nach seinem Sieg in den 2000 Guineas zu urteilen glaube ich, dass er gewinnt. Möglich, dass ihm die Bahn von Epsom nicht lag. Auffallend ist, dass es in kaum einen Klassiker in diesem Jahr den Erwartungen entsprechend ablief. Wie wird es Samstag um 18.20 Uhr sein?

Grand Prix de Saint Cloud mit deutscher Beteiligung

Am Sonntag wird in Saint Cloud der Grand Prix entschieden. Es geht um 400.000 Euro. Das finale Starterfeld steht noch nicht fest zu dem Zeitpunkt, an dem ich diese Kolumne verfasse. Ich gehe aber von deutschen Teilnehmern aus. Der mit einem Sieg in Baden-Baden in die Saison gestartete Iquitos und der aufgrund einer Regeländerung nur noch in Frankreich laufende Oriental Eagle sind Kandidaten. Letztgenannter kann die Gegner aus den Hufen galoppieren und für eine gute Quote sorgen. Er läuft nur gut, wenn ihm die Zunge angebunden wird, ansonsten spielt er mit ihr im Rennen. In Deutschland ist das Anbinden nicht mehr gestattet. Der im deutschen Besitz stehende Waldgeist dürfte als einer der Favoriten antreten.

Nächste Woche: Wer gewinnt das Derby?

In meiner nächsten Kolumne Hoffmanns Horses steht noch einmal die Derbywoche in Hamburg im Fokus. Wer gewinnt das wichtigste deutsche Galopprennen? Royal Youmzain und Weltstar sind die Favoriten. In Hamburg gibt es von Mittwoch bis Sonntag Rennen. International sind Gruppe-I-Rennen in Sandown und Deauville im Programm. Wir haben interessante Wochen im Galopprennsport.


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