Preis der Diana: Stutenkönigin gesucht

Glorious Goodwood begeistert bis Samstag

Diese Kolumne von Hoffmanns Horses erscheint früher als gewohnt. Der Grund heißt Glorious Goodwood. Somit gibt es eine kleine, jedoch übersichtliche Problematik bezüglich zum einen des wichtigsten deutschen Galopprennens und eines Highlights der Traber. Ich rede vom Preis der Diana und vom Deutschen Derby. Allerdings lassen sich die Starter bereits frühzeitig absehen. Also kann ich es wagen. Das erstgenannte Meeting findet von Dienstag bis Samstag statt. Erwähnen möchte ich darüber hinaus das Galway Festival. Es endet am Sonntag.

Unser Autor Marco Hoffmann ist ein Experte für den Galopprennsport. Er arbeitet für diverse Publikationen aus diesem Bereich. In der aktuellen Ausgabe von Hoffmanns Horses schreibt er eine Übersicht über anstehende Ereignisse aus diesem Sport. Glorious Goodwood, der Preis der Diana und das Derby der Traber sind die Fokusthemen. Wie immer an dieser Stelle die Erwähnung, dass er das Buch „111 Gründe, den Galopprennsport zu lieben“ im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf veröffentlicht hat.



Diana: Wer wird die deutsche Stutenkönigin?

Im 160. Henkel-Preis der Diana – German Oaks geht es am Sonntag in Düsseldorf um 500.000 Euro. Es handelt sich um das deutsche Stutenderby. Favorisiert ist aktuell die von Jean-Pierre Carvalhos trainierte Well Timed. Mit Sand Zabeel und der vor Ort trainierten, kurzfristig in amerikanischen Besitz gewechselten Come On City wurden zwei Stuten nachgenannt. Das kostete jeweils 50.000 Euro. Solch eine Entscheidung wird nur getroffen, wenn ernstzunehmende Hoffnungen bestehen. Sand Zabeel ist die Wahl von Stalljockey Eduardo Pedroza gegenüber den ebenfalls von Andreas Wöhler trainierten Realeza, Felora und Sword Peinture, die vom Jockey her die zweite Wahl ist. Der bekanntlich im Derby erfolgreiche Markus Klug hat nur Dina im Aufgebot. Eine gute Stute, aber für mich nicht die Siegerin. Well Timed hat mir tatsächlich am besten gefallen, aber es wäre im Sport nicht ungewöhnlich, wenn sich Andreas Wöhler mit einem Diana-Sieg für die Derbyenttäuschung entschädigen würde. Zumal er ein Spezialist für die Diana ist.

Trabrennen: Derbysieger gesucht

Die Vorläufe zum Traber-Derby in Mariendorf am vergangenen Sonntag brachten erste überraschende Ergebnisse. Zum Auftakt konnte einer der Favoriten nicht das Finale erreichen. Ids Boko war im Vorfeld aber ebenfalls nicht aus der Welt. Der Mitfavorit auf den Derbysieg Very Impressive S war im zweiten Vorlauf erfolgreich. Er könnteauch am kommenden Sonntag auf die Siegerrunde gehen. Dann aber nicht für einen Wechselkurs. 10 Euro Einsatz brachten 10 Euro Gewinn. Chapter One, Sieger in Vorlauf drei, dürfte ein ernst zu nehmender Herausforderer sein. Was mehr noch für Mister F Daag gilt. Der war im letzten Vorlauf erfolgreich, ebenfalls für einen reinen Wechselkurs. Zusammengefasst: die drei zuletzt genannten Pferde machen meiner Meinung nach den Sieg im Derby am kommenden Sonntag um kurz nach 17 Uhr unter sich aus. Die RaceBets-Festkurse bestätigen dies. Übrigens: Auch bei den Trabern gibt es Sonntag eine Diana…

Weitere deutsche Highlights

Das Ostseemeeting in Bad Doberan fällt in diesem Jahr leider ins Wasser. Deutschlands älteste Rennbahn, wo die ersten Rennen in den 1820er Jahre ausgetragen wurden, hat finanzielle Probleme. Kürzlich wurde der letzte verbliebene Renntag abgesagt. Bad Harzburg übernimmt und verlängert somit seine sehr erfolgreiche Rennwoche. Einmal geht es über Sprünge.

Ein Rückblick auf die letzte Woche

Benbatl gewann mehr oder minder erwartungsgemäß am vergangenen Sonntag in München den Großen Dallmayr-Preis von der Spitze aus. Auch der zweite Platz ging durch Stormy Antarctic nach England. Das ist kein Ruhmesblatt für die deutsche Zucht, deutsch gezüchtet ist nämlich auch der Drittplatzierte nicht. Mann des Tages war am Samstag in Bad Harzburg der ansonsten nicht in der ersten Reihe stehende Wladimir Panov. Er gewann alle Superhandicaps: mit Dantos, Kiss The Wind und Lake Magadi. Arabino war im Auktionsrennen erfolgreich, mit dem gleichen Reiter. Im Seejagdrennen am Sonntag siegte Wutzelmann. Spannend war es am Samstag in den King George VI and Queen Elizabeth Stakes: der Favorit Crystal Ocean setzt sich vor das Feld und war deutlich voraus. Sein Trainingsgefährte Poet‘s Word kam jedoch immer besser auf und hatte im Ziel den Kopf vorne. Mein persönlicher Favorit Cracksman wurde wie erwartet kurzfristig wegen des Bodens abgemeldet.

Pferderennen Finale

Glorious Goodwood: Die deutschen Starter

Glorious Goodwood beginnt am Dienstag und endet am Samstag. Die Maschine öffnet sich erstmals um 14.50 Uhr. Das erste ganz große Highlight wird zur Eröffnung um 16.35 Uhr gestartet: die Qatar Goodwood Cup Stakes. Vorjahressieger Stradivarius dürfte gewinnen. Am Mittwoch sind zur gleichen Zeit die Qatar Sussex Stakes das Hauptrennen. Der Sieger verdient sagenhafte 560.200 Pfund. Der drei Jahre alter Expert Eye ist immer eine Wette wert. Und Without Parole hat noch nie verloren. Die Nassau Stakes am Donnerstag sind eine Prüfung für Stunden. Die Siegerin hat 340.260 Pfund. Mit Wild Illusion könnte eine erstklassige Dame antreten, die deutsches Blut hat. Am Freitag gibt keine Gruppe-I-Rennen, jedoch gleich drei, die ebenfalls zur Champions League in diesem Sport gehören. Am Samstag heißt der RaceBets-Favorit im Stewards‘ Cup Dreamfield.

Deutschland bei Glorious Goodwood

Für Glorious Goodwood sind einige deutsche Starter angekündigt. Der in Hamburg erfolgreiche Spinter Julio wurde mit einer Nennung für die Bonhams Thoroughbred Stakes ausgestattet, eine 100.000 Pfund Prüfung, die am 3. August stattfindet. Zuvor könnte er auf einer Auktion veräußert werden, was eine etwas seltsame Vorgehensweise ist in dieser Zeit des Jahres. Die von Peter Schiergen für das Syndikat Rapido trainierte Dreijährige Binti Al Nar war zuletzt Zweite im Sparkasse Holstein-Cup in Hamburg auf Gruppe-III-Level. Sie wurde für die L’Ormarins Queens Plate Oak Tree Stakes genannt. Auch dieses Rennen wird am 3. August entschieden. Eine Kandidatin für die Diana war diese Stute nie. Deutsche Starter in England sind gelegentlich erfolgreich. Es gab bisher immer gute Quoten.

Ein Blick nach Galway

In Galway ist das bis zum Sonntag veranstaltete Festival etwas spezieller aufgebaut. Nicht nur, dass in einigen der Prüfungen gesprungen wird, was im irischen Sommer ungewöhnlich ist. Es gibt auch einige nicht ganz so bedeutende Rennen und andere, die man erst auf den zweiten Blick als Highlight erkennt. Zum Beispiel um 20:20 Uhr am Mittwoch die Galway Plate, ein Jagdrennen. Der Sieger erhält 147.500 €. Geht es in Irland über Sprünge sind die Starter von Willie Mullins verstärkt zu beachten. Seit einigen Jahren aber auch die von Gordon Elliot. Diese Einschätzung gilt selbstverständlich auch für ein vergleichbares Highlight am Donnerstag, wenn es allerdings über die leichten Sprünge geht. Die Felder stehen in Irland leider erst kurzfristig fest. Die Auftaktprüfung am Dienstag könnte mit Exchange Rate ein deutsch gezüchtetes Pferd gewinnen, das über Hürden unbesiegt bleiben kann.

Nächste Woche: Gruppe-I-Sport in drei Ländern

In meiner nächsten Kolumne Hoffmanns Horses dürften Gruppe-I-Rennen in Irland und Frankreich im Mittelpunkt stehen. Doch ganz sicher bin ich mir den Fokus betreffend noch nicht. Übersichtlicher ist es in Deutschland. Samstag und Sonntag (11. und 12. August) ist ein kleines Meeting rund um den Großen Preis von Berlin in Berlin-Hoppegarten. Sonntag veranstaltet zudem Krefeld. Und am Mittwoch zuvor sind Rennen in Hannover.


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