Endlich: Start in die Grasbahnsaison

…und Winx steht vor ihrem 24. Sieg in Folge!

Woran erkennen Freunde des Galopprennsports, dass es endlich Frühling wird? Die Saison der deutschen Grasbahnrennen beginnt. Am Sonntag starten die Rennpferde in Düsseldorf und Mannheim. Auch in England geht es nach dem grandiosen Cheltenham-Festival nun mit der Saison der Flachrennen los. Großer Sport wird in naher und ferner Zukunft geboten. Es lohnt sich Kunde bei einem der Pferdewetten-Anbieter zu sein. Dort kann nicht nur gewettet werden. Die meisten Rennen sind live in Video Streams verfolgbar.

Unser Autor Marco Hoffmann ist ein Kenner der Materie. Er ist seit Kindesbeinen von diesem Sport begeistert und verfolgt den Galopprennsport mit all seinen Highlights national wie international intensiv. Schon aus diesem Grund kann er so manchen guten Tipp geben. Auch in dieser Woche blickt er auf den Rennsport in Deutschland und wagt einen Blick über die Grenzen. Dabei schaut er bis ins ferne Australien, wo an diesem Samstag das beste Pferd der Welt startet.



Cheltenham: Einfach nur grandioser Rennsport

Grandioser Sport wurde in der vergangenen Woche beim Cheltenham Festival geboten. Eine Reihe von großen Favoriten gewann. Dienstag waren das Footpad in der Arkle Chase und Buveur d’Air im Champion Hurdle. Am Mittwoch holte sich der kommende Superstar Samcro das Ballymore Novices‘ Hurdle und Altior die Queen Mother Champion Chase. Etwas überraschender waren die Siege Donnerstag von Penhill im Stayers‘ Hurdle und von Balko des Flos in der RyanAir Chase. Mit dem Triumph von Native River im Cheltenham Gold Cup konnte gerechnet werden. Anders war dies bei den drei größten Außenseiter-Siegen, die allesamt 34faches Geld brachten. Am Mittwoch sorgte Veneer of Charm für diese Quote und am Freitag Mohaayed sowie Kilbricken Storm. Der einzige Sieg eines Pferdes mit deutscher Abstammung brachte durch die von einer deutschen Mutter stammenden Laurina am Donnerstag im Mares‘ Hurdle „nur“ anderthalbfaches Geld. Die Quote lag also bei 1,5.

Mein lohnendster Sieger in Cheltenham

Einen Außenseiter hatte ich während dieser phantastischen vier Tage erfolgreich getippt. Und hinter diesem steckt eine ungewöhnliche Geschichte. Pacha du Polder gewann wie in der Vorsaison die Foxhunters‘ Chase. Er zahlte 26faches Geld. Mein einziges Argument für diesen Tipp war, dass der Wallach das Rennen bereits 2017 gewonnen hatte. Mir war nicht bewusst, dass in diesem Amateurrennen eine Reiterin in seinem Sattel saß, für die es erst der zweite öffentliche Ritt war. Harriet Tucker brachte das Kunststück fertig, dieses Rennen von weit hinten kommend zu gewinnen. Und das auf einer Distanz von 5294 Meter! Vor dem letzten Sprung war der elf Jahre alte Pacha du Polder kaum im Bild zu sehen. Nach dem Rennen wurde bekannt, dass die Reiterin sich am letzten Sprung eine Schulter ausgekugelt hatte. Dennoch hielt sie sich im Sattel und gewann trotz kaum möglicher Unterstützung.

Am Sonntag: Aufgalopp in Düsseldorf

Am Wochenende richte ich meinen Blick nach Düsseldorf. Nachdem am Freitag in Dortmund die Wintersaison mit der letzten Sandbahnveranstaltung endet, starten die Pferde am Sonntag erstmals auf Gras. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr. Immerhin steht ein Ausgleich 2 im Mittelpunkt. Wer diese Klasse nicht einschätzen kann, dem sage ich immer, dass ein Vergleich mit dem Fußball möglich ist. Der Ausgleich 2 ist quasi die zweite Liga. Favorit ist in Düsseldorf der treue Niederländer Film. Im Frühjahr lohnt es, sich einen Blick auf die Rennen der Dreijährigen zu wagen. Die Vertreter der großen Ställe haben die meisten Vergleichsmöglichkeiten. Wenn Nennungen für große Rennen wie zum Beispiel das Derby abgegeben wurden (was einiges an Geld kostet), ist das ein Zeichen für Hoffnungen. Auch zukünftige Stars fangen klein an. Es empfiehlt sich vor allem auf Starter aus den größten Rennställen zu achten: Das sind Andreas Wöhler, Markus Klug und Peter Schiergen.

Auch Mannheim startet in die neue Saison

Wenn ich über den Saisonstart in Düsseldorf berichte, kann und will ich Mannheim nicht verschweigen. Der Badische Rennverein startet in seine Jubiläumssaison. Sehr sympathisch ist mir, dass in Mannheim die Hindernisrennen zum Programm gehören. Dass dies auf den großen Rennbahnen nicht mehr der Fall ist, hat meines Erachtens auch mit einem Desinteresse der Verantwortlichen zu tun. Ich bin überzeugt, dass viele Zuschauer diese Rennen sehen wollen, da sie spannend sind. Klar, das Niveau in Cheltenham ist ein anderes. Aber brechend voll ist die Bahn dort nicht ohne Grund. Im Richard Grimminger-Gedächtnis Preis wird sich zwar vermutlich nur ein kleines Starterfeld an der Startstelle versammeln. Doch es reisen Starter aus dem hohen Norden an (der starke Falconettei zum Beispiel). Und der 14 Jahre alte Supervisor kann auf seiner Lieblingsbahn zeigen, dass Hindernispferde auch im hohen Alter noch leistungsbereit sind. In Mannheim geht es um 14.15 Uhr los.

Pferderennen Finale

Ein Blick nach Frankreich

Am vergangenen Samstag führte Schneetreiben zum Abbruch einer Veranstaltung in Frankreich. Die ausgefallenen Rennen wurden unter der Woche nachgeholt. Fast an jedem Tag versuchten sich wie gewohnt in Deutschland trainierte Pferde jenseits der Landesgrenze. Dass zum Saisonstart in Straßburg 18 in Deutschland trainierte Pferde genannt wurden, ist fast schon wenig. Mehr hat mich persönlich verwundert, dass die Franzosen immer mehr zu krummen Startzeiten zu tendieren scheinen. Das erste Rennen in Straßburg wurde für 12.02 Uhr geplant, das 5.Rennen mit dem Ex-Deutschen Horst für 14.02 Uhr. Das an jedem Tag in Frankreich auf irgendeiner Bahn gelaufene sogenannte Quinte Handicap mit möglichen Quoten in Millionenhöhe hat seit einiger Zeit 13.47 Uhr als feste Startzeit. Dabei muss nur mal ein Pferd keine Lust auf die Startmaschine haben und schon stimmt der ganze Zeitplan nicht mehr.

Wie geht es in England weiter?

Nicht nur in Deutschland startet an diesem Wochenende die Saison der Grasbahnrennen, sondern auch in England. Klar, die Hindernisrennen (anders ausgedrückt: die National Hunt Season) findet auf Gras statt. Gemeint ist im Grunde, dass die Grasbahnrennen auf der Flachen beginnen. Doncaster ist traditionell mit einem Doppelmeeting der Startpunkt. Wie in Düsseldorf und Mannheim starten keine großen Stars. Und wie hierzulande kann es sich lohnen, die kleinen Rennen für Dreijährige genauer zu betrachten. Haben die Starter Nennungen für das Epsom Derby, für die Epsom Oaks und/oder für die 1000 Guineas oder die 2000 Guineas tragen sie Hoffnungen. Die müssen sie nun auf dem grünen Geläuf einlösen.

Winx: Sieg 24 in Serie ist wahrscheinlich

Die australische Stute Winx ist derzeit das beste Pferd der Welt. Die offizielle Weltrangliste weist zwar den Amerikaner Gun Runner als ebenso stark aus. Doch eine sechs Jahre alte Stute, die 23 Mal in Folge auf hohem Niveau gewinnt, ist einfach nur großartig. Am Samstag läuft sie auf der Rennbahn von Rosehill Garden und steht vor ihrem 24. Sieg in Folge. Natürlich wird es für die Wetter einmal mehr nur Wechselgeld geben. Nach diesem Start soll entschieden werden, ob die Superstute im kommenden Sommer in Europa angreift. Ich gehe mal von einem Start bei Royal Ascot aus. Zwar wird ein Sieg auf einem anderen Kontinent ihren Zuchtwert nicht weiter steigern. Und was Preisgelder betrifft ist mit 16 Millionen Australischen Dollar so einiges erreicht worden. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Winx einst „nur“ 230.000 Australian Dollar gekostet hat. Aber Stars sind auch deshalb Stars, weil sie weltweit im Blitzlichtgewitter stehen.

Vorschau auf den Dubai World Cup Tag

Nur noch wenige Tage sind es bis zu einem der weltweit faszinierendsten Galopp-Events, das in der nächsten Woche den Fokus in meiner Kolumne einnimmt. Auf der imposanten Rennbahn Meydan im Emirat Dubai wird am Samstag, 31. März, ein Programm der Superlative präsentiert. In neun Rennen geht es um 30 Millionen Dollar! Allein fünf Rennen gehören zur Gruppe I, drei zur Gruppe II. Hinzu kommt das weltweit wichtigste Ereignis für die Arabischen Vollblüter. Die Distanzen bewegen sich von 1200 Meter bis 3200 Meter. Fünf Rennen werden auf Sand, vier auf Gras entschieden. Das herausragende Ereignis um den an Geschichten reichen Dubai World Cup (Dotierung: 10.000.000 Dollar) war oft eine Domäne des Gastgebers, der Familie al-Maktoum. Oder es gewannen Gäste aus den USA. Sheikh Mohammed scheint mit Talismanic gut gerüstet. Der Hengst hat kürzlich seine Generalprobe in Chantilly bestanden.


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