Frühjahrsmeeting in Baden-Baden

Derby Time in England und Frankreich

Diese Kolumne von Hoffmanns Horses beschäftigt sich vor allem mit dem aus vier Tagen bestehenden Frühjahrsmeeting in Baden-Baden. Das erste wichtige Meeting der deutschen Galoppsaison 2018 beginnt am Mittwoch. Weitere Renntage sind am Donnerstag, Samstag und Sonntag. Das ist natürlich längst noch nicht alles. In England und in Frankreich stehen am kommenden Wochenende die Derbys an: In England am Samstag, in Frankreich am Sonntag. Weitere Spitzenrennen werden entschieden. Geboten wird einiges in dieser Woche.

Unser Autor Marco Hoffmann ist ein Experte für den Galopprennsport. Diesem ist er seit seiner Kindheit verbunden und verfolgt die Geschehnisse im Inland und im Ausland intensiv. Mit Spannung schaut er diesmal auf die Rennen in Baden-Baden. Marco Hoffmann hat vor wenigen Tagen „111 Gründe, den Galopprennsport zu lieben“ im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf veröffentlicht.



Frühjahrsmeeting in Baden-Baden

Das Frühjahrsmeeting in Baden-Baden beginnt am Mittwoch. Es ist das erste größere Highlight der deutschen Galoppsaison. Auch wenn sich nicht wie früher Spitzenrennen an Spitzenrennen reiht, blickt man als Rennsportfan mit einer gewissen Faszination in das kleine Renndorf Iffezheim, wo sich die Rennbahn befindet. Mittwoch beginnt alles um 17.20 Uhr mit einer Veranstaltung der PMU. Die Rennen werden also nach Frankreich übertragen. Ein Ausgleich 1 steht im Mittelpunkt, quasi die Bundesliga des Galopprennsports. Mein Tipp ist der Niederländer Divisional, der in Iffezheim immer gut läuft. Donnerstag ist die Badener Meile das Highlight. Wonnemond ist der aktuelle Star auf dieser Distanz. Palace Prince als Vorjahressieger gehört ebenfalls in die Wettdispositionen. Favorit ist aber der englische Gast Stormy Antarctic. Das belegen auch die RaceBets Festkurse.

Samstag wird beim Frühjahrsmeeting gesprintet

Im Mittelpunkt steht am Samstag beim Frühjahrsmeeting die Silberne Peitsche, ein wichtiges Rennen für die Sprinter. Der beste aus Deutschland ist nach Vorjahresleistung Daring Match. Scapina hat sich aber als aufstrebendes Talent gezeigt. Sie bezwang den Favoriten bereits an Himmelfahrt. Mein Geheimtipp ist Schäng, der selten vom Glück verfolgt ist. Er braucht es weich unter den Hufen. Als er dies vor anderthalb Jahren in Iffezheim vorfand, verlor er früh ein Hufeisen. Ein Mensch wäre mit nur einem Schuh auch nicht so schnell wie gewohnt. Im Diana Trial proben Stuten für das Stutenderby. Nicht alle der startenden Pferdedamen besitzen eine Nennung. Ich glaube, die besten Chancen besitzt Realeza. Ihr Trainer Andreas Wöhler bezeichnet sie als Nummer 1 ihrer Generation am Stall. Das Debüt endete mit einem zweiten Platz, an den sich direkt ein Sieg anschloss.

Der Sonntag beim Frühjahrsmeeting in Baden-Baden

Das große Highlight beim Frühjahrsmeeting in Baden-Baden ist der Große Preis der Badischen Wirtschaft. Nicht wenige rechnen mit dem Endkampf Guignol gegen Iquitos. Es wäre ein Deja Vu. Sowohl bei der Vorjahresaustragung als auch im Großen Preis von Baden im September gewann Guignol vor dem Galopper des Jahres 2016. Beide haben pausiert. Ich glaube Oriental Eagle kann ihnen mit seiner bevorzugten Taktik davonlaufen. Er scheint nicht wie einst gedacht auf die ganz weiten Wege festgelegt zu sein, das zeigte sein in Rekordzeit erzielter Sieg kürzlich im Gerling-Preis in Köln. Spannend wird ebenfalls das Iffezheimer Derby Trial. Mit dem von Andreas Wöhler trainierten Royal Youmzain startet der aktuelle Derby-Vorabfavorit. Sein Sieg im Bavarian Classic auf sichtlich zu kurzer Distanz machte ihn auch zu meinem Derbyfavoriten. Um diesen Status zu behalten, muss er dieses Gruppe-III-Rennen gewinnen.

Was sonst im deutschen Galopprennsport los war und ist

Sonntag sind Rennen in Leipzig. Am Montag, direkt nach dem Frühjahrsmeeting, veranstaltet München. Nun noch ein kurzer Rückblick: In den deutschen 1000 Guineas gewann am letzten Sonntag zum dritten Mal in Folge eine Gaststute. Objektiv betrachtet war die Engländerin Nyaleti beste Pferd im Feld. Sie dominierte allerdings so sehr, dass das nicht unbedingt für die deutschen Stuten spricht. Spät kam Malakeh auf und ließ wie bei ihrem Sieg in der Generalprobe Go Rose hinter sich. Binti Al Nar, eigentlich die stärkste Deutsche, machte nicht auf sich aufmerksam.

Pferderennen Finale

Das Derby von England

Seit dem Jahr 1780 wird das englische Derby entschieden. An diesem Samstag ist es mal wieder so weit. Gelaufen wird es traditionell auf dem etwas speziellen Kurs von Epsom. Saxon Warrior aus dem Stall des irischen Startrainers Aidan O’Brien gilt seit Monaten als Derbyfavorit. Er lief auf zu kurzer Distanz in den englischen 2000 Guineas – und gewann, obwohl es hieß, er brauche das Rennen noch. Wenn er sich wirklich durch den Start verbessert hat, gewinnt er und bleibt unbesiegt. Die RaceBets-Festkurse weisen ansonsten auf Roaring Lion und Young Rascal. Auf sie gibt es 6,5faches und zwölffaches Geld. Auf den Favoriten nur 1,7faches. Übrigens soll in einem der Highlights am Freitag, dem Coronation Cup, der aktuelle deutsche Derbysieger Windstoß an den Start gehen. Leicht wird es gegen den Crack Cracksman nicht.

Das französische Derby am Sonntag

Das französische Derby trägt irritierenderweise den Titel Grand Prix du Jockey Club. Ebenfalls irritierend ist, dass die Distanz kürzer ist als gewohnt in Derbys, die eigentlich immer über die 2400-Meter-Strecke führen. Wie in England gilt es die Pferde aus dem Stall von Aidan O’Brien stark zu beachten. Wer nach den stärksten Franzosen sucht, sollte sich an den klassischen Sieger Olmedo und an Study of Man halten. Vorabfavorit der Franzosen ist laut den RaceBets-Festkursen erstgenannter. Er zahlt die Quote von 35 für 10 Euro Einsatz.

Rückblick auf das internationale Geschehen

Einiges los war am letzten Wochenende. Pakistan Star bleibt das beste Pferd in Hongkong. Der deutsch gezüchtete, charakterlich nicht einfache Wallach gewann am Sonntag sein zweites Gruppe-I-Rennen in Folge. Dass es in klassischen Rennen des Öfteren Überraschungen gibt, weiß man als Experte. In Irland bestätigte sich dies am Samstag in den 2000 Guineas. Romanised zahlte 26faches Geld. In den irischen 1000 Guineas am Sonntag gewann Alpha Centauri und somit ebenfalls ein unterschätztes Pferd. Im Elitloppet in Solvalla (Schweden) bestätigte sich so manches, was ich an den Trabern nicht so sehr schätze. Es gab zwei Vorläufe, im ersten startete der klare Favorit Bold Eagle. Nach, wenn ich mich nicht verzählt habe, fünf ungültigen Startversuchen war dieser so genervt, dass er die Lust verlor. Das sah man richtig. Er begann früh zu galoppieren und wurde disqualifiziert. Fünf vergebliche Startversuche in Galopprennen sind nicht vorstellbar. Den Elitloppet gewann im Finale Ringostarr Treb.

Nächste Woche: Highlights national und international

In meiner nächsten Kolumne Hoffmanns Horses blicke ich auf das Frühjahrsmeeting zurück. Voraus schaue ich auf die Belmont Stakes in den USA, auf das Stutenderby in Italien, auf das Diana Trial in Berlin-Hoppegarten und auf vieles mehr. Deutsche Rennen sind am Mittwoch, dem 6. Juni in Köln (und eher kein Thema in dieser Kolumne), am Freitag in Hannover und in Mannheim, am Samstag und Sonntag in Berlin-Hoppegarten, sowie ebenfalls am Sonntag in Krefeld und Rastede. Die letztgenannte Veranstaltung spielt bei mir keine Rolle.


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