Klassische Siegerin in Düsseldorf gesucht

Außerdem: Die Elite trabt in Schweden

Die aktuelle Kolumne von Hoffmanns Horses hat die deutschen 1000 Guineas im Fokus. Dieser Klassiker für die Stuten wird am Sonntag in Düsseldorf entschieden. Sowohl die 1000 Guineas als auch die 2000 Guineas von Irland stehen am Samstag und am Sonntag an und sind natürlich ein weiteres Thema. Das war es dann auch mit den Guineas-Rennen. Ich nehme mich ansonsten erstmals seit längerem den Trabern an.

Unser Autor Marco Hoffmann ist ein Experte für den Galopprennsport. Diesem ist er seit seiner Kindheit verbunden und verfolgt die Geschehnisse im Inland und im Ausland intensiv. Es ist die Zeit der klassischen Rennen, was in dieser Kolumne bestens beobachtet werden kann. Erstmals seit längerem spielen auch die Traber eine Rolle. – Marco Hoffmann veröffentlicht in diesen Tagen das Buch „111 Gründe, den Galopprennsport zu lieben“ im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf.



Das Mehl-Mülhens-Rennen in Köln: Der Rückblick

Im Mehl-Mülhens-Rennen in Köln gab es am Pfingstmontag eine Überraschung – und erfreulicherweise einen deutschen Sieg. Der von Jean-Pierre Carvalho trainierte Ancient Spirit klaute unter Jockey Filip Minarik das Rennen. Gemeint ist, dass der Hengst früh vor das Feld zog und einfach immer weiter stiefelte. Ich glaube nicht, dass das geplant war. Kurz nach dem Start war der Hengst hinten, ließ sich aber nicht halten. Am Ende kamen die Gegner nicht mehr heran, unter anderem drei stark eingestufte Engländer. Die anderen deutschen Starter hatten nie Chancen auf mehr. Ich bin mir nicht sicher, wie dieses Rennen einzuordnen ist. Kurze Randbemerkung: Der nicht überzeugende Julio steht im Mitbesitz von Timo Horn, Torhüter beim 1. FC Köln. Wieso überhaupt Guineas? Das ist eine alte britische Währung. Sie wird heutzutage, weshalb auch immer, noch auf Auktionen „genutzt“. Früher waren die Klassiker 1000 Guineas und 2000 Guineas mit – genau – 1000 bzw. 2000 Guineas notiert.

Wer gewinnt die 1000 Guineas in Düsseldorf?

Auf die 2000 Guineas folgen in Deutschland die 1000 Guineas – und zwar mit (fast) einwöchiger Verspätung. Elf Stuten kämpfen um 125.000 Euro. Es ist auffällig, dass von den zwei Stuten aus dem Stall von Peter Schiergen Binti Al Nar der Ritt von Stalljockey Andrasch Starke gegenüber Angelita ist. Sie gewann im letzten Jahr beim dritten Start ein wertvolles Auktionsrennen. Es schloss sich ein zweiter Platz in Mailand auf Gruppe 3-Level an. Den bestätigte sie am 6. Mai in Frankreich in der Listenklasse. Angelita ihrerseits war Zweite in der wichtigsten Vorprüfung – die Siegerin läuft aus Verletzungsgründen nicht. Dritte wurde Suada. Bei Andreas Wöhler ist es etwas schwieriger mit der Wahl des Reiters, da Eduardo Pedroza gesperrt ist. Queens Harbour könnte vom Jockey her über Go Rose stehen, die bei der Generalprobe besser abschnitt. Es gewann Malakeh. Nyaleti ist natürlich ein starker Gast aus England. Ich empfehle die RaceBets-Festkurse.

Sechserpack in Dortmund am Samstag

Sechs Rennen werden am Samstag in Dortmund entschieden. Dass eine Veranstaltung um 11 Uhr am Vormittag beginnt und dass die Rennen alle 25 Minuten abgelassen werden und nicht wie gewohnt alle 30 Minuten, hängt mal wieder mit der Verbindung nach Frankreich zusammen. Diese ist der deutsche Galopprennsport vor einigen Jahren eingegangen. Ansonsten könnten einige Renntage gar nicht mehr finanziert werden. Die Besetzung der Veranstaltung erscheint interessanter als mehrfach in der letzten Zeit. Besonders die Prüfung für drei Jahre alte Pferde interessiert. Vielleicht laufen zukünftige Stars. Immerhin 38.000 Euro wert war der erstmals startende Glorious Warrior. Mit 7.000 Euro am höchsten dotiert ist ein Ausgleich 3. Im Vergleich zum Fußball müsste man von der dritten Liga sprechen. Esläuft mit Arno Mio ein Pferd, das auf Dauer besserklassigen Rennen zu Hause sein dürfte. Der vier Jahre alte Wallach begann die Saison mit einem Sieg. Es folgte ein zweiter Platz.

Ein weiterer Rückblick auf das Pfingstwochenende

Da die Guineas-Rennen im Fokus stehen, habe ich schon über das Mehl-Mülhens-Rennen geschrieben. Nun zu den weiteren Pfingsthighlights. Das Oleander Rennen gewann auf dem Rasen der Engländer Nearly Caught, der Vorjahreszweite. Er ist acht Jahre alt und dass die stärksten deutschen Pferde für weite Distanzen ihn nicht besiegen können, halte ich persönlich nicht für ein gutes Zeichen. Wobei der Zweite Sound Check in entscheidende Phase leider den Weg versperrt fand. So schien es zumindest. Doch aufgrund des nicht idealen Rennverlaufs, der aus einer Behinderung resultierte, gab es am Ende dann doch einen deutschen Sieg, denn Nearly Caught wurde disqualifiziert. Das ist alles legitim, wir haben es nicht mit einem umstrittenen Videobeweis wie im deutschen Fußball zu tun. In Hannover gewann überraschend der in Hoppegarten vorbereitete Balmain das Derby Trial. Der Hengst gilt als talentiert und als spätreif. Ob er gut genug für den Derbysieg ist? Ich bin gespannt.

Pferderennen Finale

Nun stehen die irischen Klassiker an

Auf dem Curragh, der Rennbahn im County Kildare, stehen an diesem Wochenende die ersten irischen Klassiker an. Abermals geht es um die 1000 Guineas und um die 2000 Guineas. Die Hengste treten am Samstag an und die Stuten am Sonntag. Zwei Besonderheiten gibt es zu beachten, die so in Deutschland nicht gelten. Zum einen handelt es sich meist um Revanchepartien, da die meisten Starter bereits in den 1000 Guineas und in den 2000 Guineas in England angetreten sind. Und zum anderen dominiert Trainer Aidan O’Brien den Sport in seinem Heimatland. Er wird mehrere Starter aufbieten. Der in Newmarket enttäuschende Gustav Klimt könnte der Hengste-Favorit sein und die ebenfalls nicht wie erwartet in England siegende Happily die Stutenfavoritin. Beides sind meine Tipps. Laut RaceBets-Festkursen wird bei den Hengsten Elarqam hoch gehandelt.

Endlich mal wieder die Traber: Elitloppet in Solvalla

Ich gebe zu, die Traber spielen viel zu selten eine Rolle bei Hoffmanns Horses. Das ist in dieser Woche anders. Solvalla ist die Rennbahn von Stockholm. Der Elitloppet wird seit 1952 über eine Distanz von 1609 Meter einmal im Jahr vor rund 50.000 Zuschauern entschieden. Ein großer Teil der Starter wird offiziell eingeladen. Die Besonderheit: Es gibt zwei Vorläufe und einen Endlauf. Klarer Favorit um 15.22 Uhr am Sonntag (warum nur diese krummen Startzeiten?) ist der Franzose Bold Eagle. Lange Jahre war er der beste Traber der Welt. Um 15.49 Uhr im zweiten Vorlauf gibt es mit Orlando Jet einen deutschen Teilnehmer, der aber riesiger Außenseiter ist. Die vier Erstplatzierten beider Läufe qualifizieren sich für das um 17.38 Uhr anstehende Finale. Im letzten Jahr gab es einen französischen Sieg. Bold Eagle wurde Zweiter. Trotzdem ist er mein Tipp. Zusatzinfo: Im 13.Rennen um 17.08 Uhr startet mit Portland ein deutscher Seriensieger.

Rückblick das internationale Geschehen

Der Traum von der Triple Crown geht für das Team von Justify weiter. Am letzten Samstag gewann er im Nebel(!) die 1,5 Millionen Dollar dotierten Preakness Stakes auf dem Pimlico Racecourse. Wie schon bei seinem Erfolg im Kentucky Derby saß Altmeister Mike Smith im Sattel. Als 14:10-Favorit triumphierte Justify, jedoch nicht so deutlich wie gedacht. Abwarten, was in zwei Wochen in den Belmont Stakes passiert. Vielleicht kann Good Magic magische Revanche nehmen und den Traum beenden. Es hat, dass 37 Jahre zwischen den beiden letzten US-Triple-Crown-Triumphen vergingen. Um unglaublich 820.000 € ging es am Pfingstsonntag auf der Hindernisbahn von Auteuil in Paris. Der Grand Prix de Paris ist das wichtigste Jagdrennen in Frankreich. Umso ärgerlicher für die Franzosen, dass es einen irischen Sieg gab durch On The Go. Unglaublich, was Trainer Willie Mullins für Preisgelder einheimst. Ärgerlich: Der zweimalige Sieger So French verlor bereits am ersten Sprung den Reiter.

Nächste Woche: Das Frühjahrsmeeting in Baden-Baden und Derbys

In meiner nächsten Kolumne Hoffmanns Horses, die voraussichtlich bereits am Dienstag oder am Mittwoch erscheint, steht das Frühjahrsmeeting in Baden-Baden im Mittelpunkt. Los geht es am Mittwoch. Weitere Renntage sind am Donnerstag, am Samstag und am Sonntag. Parallel veranstaltet am Sonntag Leipzig. Einen Tag nach Baden-Baden ist ein Renntag in München, also am Montag. International wird das Epsom Derby faszinieren, das am Samstag auf der gleichnamigen Rennbahn entschieden wird. Nur einen Tag später, am Sonntag, wird der Grand Prix du Jockey Club entschieden, das Derby von Frankreich.


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