Krefeld: Bessere Dreijährige am Start

In großen Hufstapfen – Weltstar als Favorit

In dieser Kolumne steht ein Rennen im Krefeld im Mittelpunkt: Das Dr. Busch Memorial. Erstmals in dieser Saison werden in Deutschland bessere dreijährige Hengste in die Startmaschine einrücken. Ein Weltstar ist zweifellos dabei… Zumindest als ein Name. Natürlich blicke ich auf das Grand National vom letzten Wochenende zurück und schaue, was die grandiose australische Stute Winx gemacht hat. Langsam kommt Schwung in diesen Sport. Es wird halt Frühjahr. Wichtige Rennen stehen an, national wie international.

Unser Autor Marco Hoffmann ist seit seiner Kindheit dem Galopprennsport verbunden. Er befasst sich mit dem nationalen und mit dem internationalen Sport. Auch in seiner neuesten Kolumne von Hoffmanns Horses widmet er sich wieder dem Themen Pferderennen und Pferdewetten und erzählt einige ungewöhnliche Geschichten. Dass der am Sonntag in Krefeld laufende Weltstar der Bruder eines Hengstes namens Windstoß ist, dürfte sich unter den meisten Experten bereits rumgesprochen haben. Windstoß ist der aktuelle Derbysieger in Deutschland.



Das Dr. Busch Memorial mit Weltstar in Krefeld

Wie ich bereits mehrfach in meinen Kolumnen angedeutet habe, ist der Jahrgang der Dreijährigen im Galopprennsport besonders wichtig. Einige bedeutende Rennen können nur von drei Jahre alten Pferde bestritten werden. Zum Beispiel das Derby. Eine erste Etappe auf dem Weg zu diesem Highlight (und zu anderen großen Rennen) ist das am Sonntag entschiedene Dr. Busch Memorial in Krefeld. Die Überschrift kann lauten: „Weltstar in Krefeld“. Und schon werden die Leute aufmerksam. Weltstar ist ein drei Jahre alter Hengst aus dem Stall von Markus Klug. Talent ist bei diesem Bruder des aktuellen Derbysiegers Windstoß vorhanden. Bei seinem Debüt im letzten Oktober gewann er. Bei Start zwei reichte es zwar nur zu Rang 4 in gehobener Klasse. Doch an diesem Tag enttäuschten rätselhafterweise alle Starter seines Trainers. Wild Max aus dem Stall von Andreas Wöhler dürfte sein stärker Konkurrent sein. Doch was kann der unbesiegte All For Arthur?

Weitere Highlights am Sonntag

In Krefeld beginnt die Veranstaltung am Sonntag um 14.15 Uhr an. Verwunderlich, dass es nur sechs Rennen gibt, die größtenteils übersichtlich besetzt sind. Wo ist das Jagdrennen, das die Zuschauer gerne sehen? Parallel findet eine Veranstaltung in Hoppegarten statt. Im Mittelpunkt der acht Rennen, die ab 14 Uhr gestartet werden, steht der Preis von Dahlwitz. Es geht über 2000 Meter. Zehn Pferde treten an. Das stärkste ist sicherlich Enjoy Vijay. Das ist der Zweite aus dem letztjährigen Derby. Wenn er bereits genügend Kondition bei seinem Saisondebüt hat, muss er in dieser Konkurrenz ganz nach vorne laufen. Devastar und Incantator sind vermutlich seine stärksten Gegner. Beide haben bereits Kondition gesammelt. Das ist früh in der Saison stets ein Vorteil.

Ein Blick nach Hoppegarten am Samstag

Bereits am Samstag öffnet die Hauptstadtrennbahn Berlin-Hoppegarten erstmals im Jahr 2018 ihre Tore. Es ist der erste von zwei Renntagen an diesem Wochenende, nachdem am Ostermontag noch wegen Frost und nicht praktikabler Bahn abgesagt werden musste. Los geht es bereits um 11.25 Uhr. Der Grund ist eine Kooperation mit dem französischen Wettanbieter PMU, der die Rennen nach Frankreich überträgt. Das wichtigste ist die Abschlussprüfung: Das Altano-Rennen der Listenklasse. Ich glaube, dass der letztes Jahr meist in Frankreich gelaufene Moonshiner über das meiste Potenzial verfügt. Sound Check und Khan sind meines Erachtens weitere Pferde mit genügend Talent, um zu gewinnen.

Rückblick auf das Schwarzgold-Rennen

Nach meiner Vorschau nun ein kurzer Rückblick. Das Schwarzgold-Rennen am letzten Sonntag in Köln gewann Bützje. Das war aus mehreren Gründen ein bemerkenswerter Sieg. Diese Stute war eigentlich nur dritte Wahl aus dem Stall von Championtrainer Markus Klug, zumindest vom Reiter her. Sie galoppierte die Gegner aber aus den Schuhen und war am Ende überlegen. Gekostet hat sie auf einer Auktion nur 5.500 Euro. Auf das Konto des neuen Besitzers werden 32.000 Euro gebucht. Den Deckhengst It’s Gino habe ich mal gestreichelt. Er wurde vor zwei Jahren nach Frankreich abgegeben, weil der Zuspruch in Deutschland nicht wie gewünscht war. Wenn sich das mal nicht als ein Fehler erweist….

Pferderennen Finale

Ein weiteres Mal Winx

Am Samstag letzter Woche sollte die australische Superstute Winx ihr 25. Rennen in Folge gewinnen. Und das tat sie imponierend. Lange am Ende des Feldes liegend, fand sie in der Zielgeraden den nächsten Gang und ließ ihre Gegner einfach stehen. Die stammten teils aus Japan, teils aus Irland. Dass die offizielle Weltrangliste im Galopprennsport diese Stute nicht alle alleinige Nummer 1 ausweist, sondern nur als Co-Nummer-1 gemeinsam mit dem Amerikaner Gun Runner ist nicht wirklich zu verstehen. Dieser Hengst läuft aber nicht mehr. Winx hingegen schon. Vermutlich haben die Verantwortlichen bereits einen Plan, wann Sieg 26 erfolgen soll. Mir ist dieser aktuell nicht bekannt.

Tiger Roll rollt im Grand National nach vorne

Im Grand National am vergangenen Samstag in Aintree starteten 38 Pferde (zwei waren Nichtstarter). 12 kamen ins Ziel und ein kleiner Ire gewann. Was war das spannend. Tiger Roll, eine meiner Wetten, hatte nach dem letzten Sprung die Führung übernommen. Dann ging ihm die Luft aus. Der zweitplatzierte Pleasant Company wurde zu keiner Pleasant Company, denn er kam immer näher. Tiger Roll nickte zur Siegquote von 110 für 10 Euro Einsatz genau auf der Ziellinie ein. Im Sattel saß mit Davy Russell der älteste Jockey im Feld. Mich hat sein Jahrgang etwas verwundert, denn der Ire wurde laut Wikipedia im Jahr 1979 geboren. Das ist nun wahrlich nicht alt. Schaut man sich die deutschen Jockeys an, ist er ein absoluter Jungspund. Für mich hätte das Ergebnis noch besser sein können: Als noch zwei Sprünge zu nehmen waren, lagen drei meiner vier Wetten im Vorderfeld.

Was sonst noch wichtig war

Der aus deutscher Sicht interessanteste Sieg war der von Lalor am Freitag beim Grand National Festival in Aintree. Auch sein Vater ist der zuvor erwähnte It’s Gino, der als Deckhengst etwas unterschätzt wurde, unter anderem aus diesem Grund nun in Frankreich wirkt. Sowohl für Bützje als auch für Lalor zeichnet der Stall 5-Stars verantwortlich. Hinter diesem steht Tonya Rogge, Präsidentin des in diesen Wochen arg gebeutelten Bremer Rennvereins. Ich verweise hiermit auf meine früheren Kolumnen. Zu Lalor gibt es indirekt eine bemerkenswerte Geschichte. Dessen eigentlicher Trainer beging vor wenigen Wochen Selbstmord. Die Ehefrau übernahm. Und kam nun zu einem großen Treffer bei dem wohl viele Tränen flossen.

Nächste Woche: Startpunkt Punchestown

Meine nächste Kolumne werde ich etwas früher online setzen, aber wohl nicht mehr rechtzeitig vor dem Start zum Punchestown Festival, auf das ich hiermit schon hinweisen möchte. Es beginnt am kommenden Dienstag und handelt sich quasi um das irische Äquivalent zum spannenden Cheltenham Festival. In Deutschland steht ein Wochenende mit vielen Highlights an, bedingt auch durch den 1. Mai. Galopprennen gibt es in Magdeburg (Freitag und Samstag), in Düsseldorf und Mannheim (am Sonntag), sowie in Hannover, München und Leipzig (am 1.Mai). Auch in Frankreich und in England wird einiges geboten, das kann ich versprechen.


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