Klassischer Sieger gesucht: Mehl-Mülhens-Rennen

Zweite Etappe der Triple Crown in den USA

Die aktuelle Kolumne von Hoffmanns Horses erscheint aus mehreren Gründen etwas später als geplant. Einer ist, dass die Starter für das Derby Italiano erst am Freitag verkündet wurden. Ich wollte abwarten, ob deutsche Starter in Rom laufen. Eigentlich ist zwar das Mehl-Mülhens-Rennen und somit der erste deutsche Klassiker mein Highlight an Pfingsten (und nicht nur meines), doch ich werfe natürlich auch einen Blick auf den internationalen Sport.

Unser Autor Marco Hoffmann ist ein Experte für den Galopprennsport. Diesem ist er seit seiner Kindheit verbunden und verfolgt den Sport im Inland und im Ausland intensiv. Der erste deutsche Klassiker, das Mehl-Mülhens-Rennen, steht in dieser Kolumne von Hoffmanns Horses im Mittelpunkt, ebenso wie einige weitere deutsche und internationale Highlights. An Pfingsten ist im Galopprennsport viel los. Hoffmann veröffentlicht in diesen Tagen das Buch „111 Gründe den Galopprennsport zu lieben“ im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf.



Das Mehl-Mülhens-Rennen in Köln: Ein Klassiker

Wie in den letzten Wochen bereits berichtet, gibt es Klassiker im Galopprennsport. Die ersten sind die 1000 Guineas und die 2000 Guineas. Letztere stehen in Deutschland am Pfingstmontag in Köln an. Der Titel lautet traditionell Mehl-Mülhens-Rennen. Es geht über die Distanz von 1600 Meter in dieser mit 153.000 Euro dotierten Prüfung. Drei Gäste aus England stehen im Fokus: Fajjaj, Fightin Risk und Zaman, der zuletzt in Dubai gewann. Besonders Fajjaj wird Beachtung finden, da mit Frankie Dettori extra ein weltweit beliebter Jockey anreist. Er ist mein Tipp. Der in der Generalprobe überraschend siegreiche Kronprinz wurde für 15.300 Euro nachgenannt. Mit ihm rechnet man sich sicherlich etwas aus. Julio und Weltstar sind die stärksten deutschen Pferde. Ich mag Weltstar, der Bruder eines Derbysiegers ist. Doch ich vermute, dass für ihn die Distanz zu kurz sein wird. RaceBets wird Montag ab 12 Uhr den besten Festkurs auf dem Markt präsentieren.

Berlin-Hoppegarten am Pfingstsonntag

Das Oleander-Rennen wird am Pfingstsonntag auf der Hauptstadtrennbahn Berlin-Hoppegarten entschieden. Deutschlands einzige Gruppeprüfung für die Extremsteher ist mit 100.000 Euro dotiert. Ein internationales Feld mit Gästen aus England und Tschechien rückt in die Startmaschine ein. Ich denke, dass Nearly Caught starke Beachtung finden wird, doch der Jüngste ist er mit acht Jahren nicht mehr. Sound Check gewann die Generalprobe vor Adler. Die beiden sind sicherlich starke deutsche Hoffnungsträger. Ich bevorzuge aber Sirius aus dem Stall von Andreas Suborics. Der kam Anfang Mai in Köln zu spät in Schwung. Das lag meiner Meinung nach am Reiter. RaceBets präsentiert auch hier einen grandiosen Festkurs. Am Pfingstsonntag veranstaltet ansonsten Saarbrücken. Am Samstag ist eine Veranstaltung in Düsseldorf. Das Highlight ist ein Listenrennen für drei Jahre alte Stuten. Felora ist mein Tipp. Sie ist Schwester einer Stutenderbysiegerin und war direkt bei ihrem Debüt erfolgreich, womit der Stall nicht gerechnet hatte. Das Rennen wurde aufgewertet.

Derbyvorprüfung in Hannover

In Hannover steht am Pfingstmontag eine wichtige Vorprüfung für das Deutsche Derby im Mittelpunkt. Vier Starter stellt Championtrainer Markus Klug. Meine kleine Insiderinformation lautet, dass Star Max sein bester drei Jahre alter Hengst sein soll. Das sagte Klug in einem Interview im vergangenen Monat mit dem Branchendienst Galopp Intern. Danach lief Star Max in München zwar schwach, doch das Tempo war für ihn viel zu langsam. Nun muss er natürlich Trumpf bedienen. Abgesehen von den Konkurrenten aus dem eigenen Stall ist Aldenham interessant. Er ist vielleicht nicht der größte Crack am Stall von Andreas Wöhler. Doch er gewann sein letztes Rennen nachdem er zuvor reiterlos um die Bahn gegangen war. Auch das zeugt von Qualität.

Ein Rückblick auf das letzte deutsche Highlight

Den Großen Preis der Sparkasse in Dortmund an Himmelfahrt und somit das wichtigste Rennen in den vergangenen Tagen in Deutschland, gewann mit Scapina eine Außenseiterin vor den favorisierten Daring Match und Shining Emerald. Mein persönlicher Favorit Schäng fand einmal mehr nicht das passende Geläuf vor. Er braucht es weich, ist wohl recht abhängig. Ansonsten war es im deutschen Galopprennsport eher ruhig: Drei Veranstaltungen an Himmelfahrt, aber nur eine mit Niveau. Keine am Samstag, sechs unspektakuläre Rennen am Sonntag und eine weitere Veranstaltung am Dienstagabend. An Pfingsten wird es wesentlich interessanter, wie die vorherigen Absätze hoffentlich aufgezeigt haben. Und ich meine nicht nur das Mehl-Mülhens-Rennen.

Pferderennen Finale

Derby Italiano ohne Beteiligung aus Deutschland

Wenn es um den Rennsport in Italien geht, dachten viele Interessierte lange vor allem an die Erfolge deutscher Pferde. Das ging vor einigen Jahren über in Ärger, denn Preisgelder wurde oftmals Monate zu spät gezahlt. Darunter litt das Niveau des Sports. Nicht einmal das Derby hat noch den höchsten Status. Es wird an diesem Sonntag in Rom entschieden mit einer Dotierung von 704.000 Euro! In der Vergangenheit gab es einige Derbysieger aus Deutschland: Kallisto 2000, Osorio 2003 und Feuerblitz 2012. Und dieses Jahr? 12 Starter, keiner aus Deutschland. Mitfavorit Wiesenbach entstammt aber der deutschen Zucht. Acht der Starter werden von einem Mitglied der Familie Botti trainiert. Der scheint als einziger im italisnischen Rennesport finanziell gut zu gehen.

Die Preakness Stakes in Pimlico

Justify gewann am ersten Maisamstag das Kentucky Derby. An diesem Samstag tritt er ein weiteres Mal, an, diesmal in den Preakness Stakes auf der Rennbahn Pimlico in Maryland. Es handelt sich um die zweite Etappe der Triple Crown, die eine herausragende Bedeutung im US-Rennsport hat. Jeder Besitzer eines drei Jahre alten Rennpferdes träumt davon, sie zu gewinnen. Vor American Pharoah im Jahr 2015 hatte Affirmed 1978 diese drei Rennen gewonnen. Es ist also alles andere als einfach. Jahr für Jahr hofft das Team rund um den Kentucky Derbysieger. Die große Herausforderung ist, dass alle drei Rennen innerhalb von nur sechs Wochen entschieden werden. Das ist nicht unproblematisch für die Tiere. Justify scheint mir ein Pferd zu sein, das auch die zweite Etappe gewinnen kann.

Rückblick auf die französischen Klassiker

Vergangenen Sonntag wurden wie in meiner letzten Kolumne erwähnt die beiden ersten Klassiker des Jahres in Frankreich entschieden. Bei den Hengsten gewann der Mitfavorit Olmedo und bei den Stuten überraschte Teppal aus England. Deren Quote von 133:10 war insofern bemerkenswert, da sie zuvor noch nie verloren hatte. Überschattet wurden diese beiden Prüfungen durch eine nicht perfekte Bahn. Die Jockeys gingen zur Rennleitung und gaben an, dass eine spezielle Passage für Unfälle prädestiniert sei. Das wollten die Schiedsrichter des Sports am Anfang wohl nicht hören. Es kam zu einer Verzögerung. Der Ruf der für Millionen umgestalteten Bahn hat ein wenig gelitten. Im TV sah man, dass die Jockeys stinksauer auf die Rennleitung waren.

Nächste Woche: 1000 Guineas in Düsseldorf

In meiner nächsten Kolumne Hoffmanns Horses geht es abermals klassisch zu: Diesmal mit den 1000 Guineas in Düsseldorf. Das ist quasi das Äquivalent für die Stuten zum von Hengsten bestrittenen Mehl-Mülhens-Rennen am Pfingstmontag in Köln. Außerdem stehen am kommenden Wochenende die ersten Klassiker in Irland an, also wiederum die 1000 Guineas und 2000 Guineas. In Parislongchamp werden einmal mehr Gruppe-I-Prüfungen entschieden. Es beginnt langsam die Zeit, in der sich im europäischen, wenn nicht weltweiten Galopprennsport Highlight an Highlight reiht. Vermutlich wird auch die kommende Ausgabe am Donnerstag veröffentlicht werden. Es kommt ein wenig auf die aktuellen Ereignisse an und wann die Starterfelder veröffentlich werden.


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