Newbury und Neuss: Hohe Quoten

Es ist auch wieder White Turf

In dieser Kolumne von Hoffmanns Horses steht einmal mehr im Winter der Hindernissport im Fokus: Samstag ist ein großer Renntag in Newbury. Unter anderem wird für den Gold Cup geprobt, den im Vorjahr der wieder startende Native River gewann. Sonntag sind dann Rennen in Neuss und es ist eine weitere Veranstaltung beim White Turf in St. Moritz. Langweilig wird es also nicht und hohe Quoten sind den Erfahrungen nach zu erwarten.

Unser Autor Marco Hoffmann ist, wie regelmäßig an dieser Stelle erwähnt wird, ein Experte für den Galopprennsport. Er mag Hindernisrennen, also gefällt ihm die Veranstaltung am Samstag in Newbury. Sonntag sind Rennen in Neuss. Ergänzend der gewohnte Hinweis, dass der Bremer „111 Gründe, den Galopprennsport zu lieben“ im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf veröffentlicht hat. Er war zudem beteiligt am Buch „Die Galopprennbahn Bremen – Ende einer Ära?“, welches kürzlich im MusketierVerlag erschien.



Sonntag: Ein Renntag in Neuss

Alle Renntage in Deutschland in diesem Winter beginnen um 10.50 Uhr. So auch der am Sonntag in Neuss, das sich also wieder mit Dortmund abwechselt. Das Programm ist wie gewohnt. Wegen der Tradition des Ehrenpreises steht die Perlenkette im Mittelpunkt. Natürlich kämpfen nur Amazonen im Sattel um das wertvolle Schmuckstück. Die im ersten Lauf erfolgreiche Rebecca Danz liegt in der Pole Position. Sie reitet Circulate, die ihre letzten Formen steigern muss, aber überraschen kann. Es handelt sich um eine schwer zu durchschauende Prüfung, in der Lacato die beste aktuelle Form hat. Er gewann in den letzten Wochen mehrfach, war zuletzt Zweiter. Die besten Pferde laufen zum Abschluss, darunter mit Mister Spock einer der Stars des Winters. Er muss Revanche an Town Charter und Highly Favoured nehmen und das traue ich ihm zu.

Spitzenhindernissport in Newbury

(Nachtrag nach Veröffentlichung: leider sind alle Veranstaltungen in England seit Donnerstag und bis mindestens kommenden Mittwoch abgesagt wegen der Pferdegrippe.) In Newbury ist am Samstag die interessanteste Veranstaltung mit Hindernisrennen in England. Mich interessiert die Denman Chase, denn es wird für den Gold Cup im März geprobt. Da Clan des Obeaux überraschend die vergleichbar wichtige King George Chase an Weihnachten gewann, ist er natürlich der Favorit. Er blieb vor Native River, der Vorjahressieger in der Denman Chase ist. Vor allem aber triumphierte er im März in Cheltenham. Somit ist eine Revanche mit Clan des Obeeau möglich, auch wenn ich das Gefühl habe, dass bei Native River in diesen Wochen eine Kleinigkeit fehlt. Erwähnen möchte ich noch Coneygree, der vor Jahren Champion Chaser war, mit 12 Jahren natürlich nicht mehr so gut ist. Anibale Fly aus Irland war in der letzten Champion Chase platziert, auch ihn muss man zwar beachten, aber nach der Überraschung im vergangenen März lief nicht mehr viel nach Plan.

Weitere Highlights in Newbury

Nominelles Highlight am Samstag in Newbury ist das Betfair Hurdle. Im Vorfeld ist viel Gutes über Getaway Trump zu hören. Irgendwie lässt sich gut erkennen, weshalb dieser Name gewählt wurde. 😉 Der Wallach unterlag kürzlich nur einem Champ (der passenderweise Champ heißt). Drei Siege in Folge sprechen für Al Dancer. Zuvor in der Betfair Exchange Chase gehe ich mit dem tollen Frontrenner Un De Sceaux. Es heißt, dass er bei seiner Niederlage vor einigen Wochen gegen Altior eine der besten Leistungen der Karriere zeigte. Schon deshalb müsste er eigentlich gewinnen. Andererseits ist Kalashnikov ein schussreifes, interessantes Nachwuchspferd. Aber wohl noch nicht gut genug.

Zweiter Sonntag beim White Turf in St. Moritz

Der White Turf geht am Sonntag in St. Moritz in der Schweiz in die zweite Runde. Los geht es um 12 Uhr und das Programm ist wie gewohnt gemischt. Übrigens gibt es dieses Jahr einen Live Stream unter der Adresse www.enjy.tv. Das Skikjöring ist natürlich die Besonderheit. Fünf der Starter kommen aus Deutschland und in der Vorwoche hatten sie gegen Strade Kirk das Nachsehen. Usbekia, vor zwei Jahren Königin des Engadin, kam auf dem vierten Platz ein. Ich denke, dass das diese Woche anders aussehen kann. Im 6.Rennen, einem normalen Galopprennen (sofern Galopprennen auf Schnee normal sind) startet Hidden Oasis aus dem Stall von Christian von der Recke. Den vierten Platz in der Vorwoche kann er steigern. Ich gebe zu, es sind bemerkenswert wenige Pferde aus Deutschland am Start. Nächste Woche ändert sich das, wenn der Grand Prix ansteht.

Pferderennen Finale

Ein Rückblick auf den letzten Samstag

Wie in der letzten Kolumne von Hoffmans Horses erwähnt, gab es etliche Highlights am vergangenen Wochenende. Die Sieger in den großen Prüfungen in Sandown am Samstag hatte ich erwartet. Mehr oder minder unschlagbar war Buveur d‘air. Defi du Seuil war zumindest mein Favorit. Der Wallach hat sich zu einem Kämpfer entwickelt. Zeitgleich in Leopardstown galoppierten Apple‘s Jade, Envoi Allen, Min und Le Richebourg als Sieger über die Linie. Sie sind alle für die anstehenden großen Prüfungen zu beachten. Besonders die zuerst genannte Stute. Für die höchste Quote sorgte bei dieser Veranstaltung übrigens ein Starter aus Deutschland: Quamino.

Bemerkenswert am letzten Sonntag

Bellshill gewann am Sonntag den Gold Cup in Leopardstown. Leider liefen allgemein viele angekündigte Pferde nicht wegen des tiefen Geläufs, was den sportlichen Wert vermindert. Dass die englische Stute La Bague au Roi vom Start bis ins Ziel führend eine überzeugende Siegerin war und dass bei der Jugend Sir Erec sich als großes Talent zeigte, ist zu vermerken. Auf einem zweiten Platz landete der Ex-Deutsche Aramon. Es war knapp hinter Klassical Dream. In St.Moritz war nichts Bemerkenswertes festzuhalten, in Dortmund gewann Trainer Henk Grewe dreimal bei drei Startern. Wisperwind siegte mit 72 Kilo, was unglaublich viel Gewicht ist. Es war Sieg Nummer 15 in seiner Karriere.

Neue Wettarten in Deutschland

Folgendes wurde vor wenigen Tagen verkündet: Am 7. April wird es in Berlin-Hoppegarten zwei neue Wettarten geben – die „Multi“-Wette und die „2 aus 4“. Erstgenannte bedeutet, dass Wetter vier Pferde vorhersagen, die auf den ersten vier Plätzen einkommen werden. Es handelt sich um eine eine einfachere Form der bisherigen Viererwette. Während dieser die ersten vier Pferde in richtiger Reihenfolge vorherzusagen sind, ist die Reihenfolge der gewetteten Pferde bei der „Multi“ nicht relevant. Die „2 aus 4“ -Wette ist dagegen relativ einfach zu treffen. Es müssen nur zwei der ersten vier Pferde richtig vorhergesagt werden. Dabei ist es gleichgültig, welche der ersten vier Plätze die beiden gewetteten Pferde erreichen. Diese Wettoption soll die bisherige Platz-Zwillingswette ersetzen.

Hoffmanns Horses: Es geht immer weiter

In der nächsten Kolumne von Hoffmanns Horses wird natürlich der Renntag am Sonntag in Dortmund Erwähnung finden. Hindernissport gibt es auch wieder jenseits des Kanals: Highlights sind die Ascot Chase auf der gleichnamigen Bahn und ein Trial für das berühmte Grand National.


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