Der Startschuss für Cheltenham erfolgt

Vier Tage Spitzenhindernissport

Die Startmaschine öffnet sich für Hoffmanns Horses! Ich möchte mit dieser wöchentlichen Kolumne zeigen, dass Pferdewetten eine spannende Alternative zu normalen Sportwetten sind. Mein Blick wird den anstehenden Großereignissen gelten, aber auch bemerkenswerten Nachrichten abseits der Rennbahn. Da ich mich seit vielen Jahren mit diesem Sport intensiv befasse, kann ich gute Tipps an dieser Stelle versprechen. Beispielsweise jetzt für Cheltenham. Ich empfehle eine Anmeldung bei dem einen oder anderen Buchmacher für Pferderennen. Wegen der Gewinnmöglichkeiten und der Videostreams.

Mein Fokus gilt diesmal Cheltenham, dem ersten großen Highlight eines jeden Rennjahres. An vier Tagen in Folge wird Spitzenhindernissport geboten. Gruppe-I-Rennen sind die Champions League im Galopprennsport. Dass das bedeutendste Festival für Hindernisrennen standesgemäß am Dienstag um 14.30 Uhr mit einer Prüfung dieser Kategorie beginnt, sagt viel über den Status aus.



Am Dienstag: Start zum Cheltenham-Festival

Der Knallerrennen-Reigen beginnt mit dem Supreme Novices‘ Hurdle. Dieses wollen traditionell die Iren gewinnen, schon um die Engländer zu ärgern. Getabird, der übrigens vom deutschen Deckhengst Getaway stammt, gilt als Vorabfavorit. Doch vielleicht schießen die Engländer mit Kalashnikov scharf. In der Arkle Case hat meines Erachtens der in Irland trainierte Footpad die besten Chancen. Das Champion Hurdle wird sich Vorjahressieger Buveur D’air kaum nehmen lassen. Ein Pferd, das ich sehr mag und das trotz einer Vergangenheit als Seriensieger für eine hohe Quote sorgen könnte, ist Faugheen. Er wurde als Monster und Maschine beschrieben. Nach einer längeren Verletzung scheint er nicht mehr der alte zu sein. Sein Vater Germany wurde einst in Deutschland trainiert. Deutsch gezüchtet ist Melon aus dem gleichen Stall. Unterschätzen würde ich ihn für die Platzierung nicht.

Die Highlights am Mittwoch

Im Mittelpunkt der sieben Rennen am Mittwoch in Cheltenham steht die Betway Queen Mother Champion Chase. Es ist mit einem kleinen Starterfeld zu rechnen, was sich ebenso bei den Pferdewetten Anbietern abzeichnet. Der Favorit und Seriensieger Altior hat in der aktuellen Saison nur ein einziges Rennen bestritten und dies natürlich gewonnen. Auf 100 % wird er nicht gewesen sein. Eventuell trifft er auf einen Gegner, der noch gar nicht gelaufen ist in dieser Season. Douvan war über Jahre ein unbesiegbarer Star, bis er ausgerechnet bei diesem Festival 2017 als Unverlierbarer nicht siegte. Das könnte ein spannendes Duell werden. Vermutlich wird erst kurzfristig entschieden, ob Douvan läuft oder eine Startoption am Donnerstag wahrnimmt. Für viele Experten ist im einleitenden Ballymore Novice Hurdle Samcro der Tipp des Meetings! Er wird bereits mit den ganz Großen dieses Sports in einen Topf geworfen, obwohl er nie außerhalb von Irland gelaufen ist. Der Wallach hat ebenfalls den erwähnten Germany als Vater.

Der Donnerstag in Cheltenham

Im Stayers Hurdle am Donnerstag läuft eines der am schwersten zu schreibenden Rennpferde: Unowhatimeanharry. Bei seinem letzten Start kurz vor Weihnachten hatte der Vorjahresdritte keine Möglichkeiten gegen den ebenfalls antretenden Sam Spinner. Solche Dinge sind für Pferdewetten Tipps im Hinterkopf zu behalten. L‘ami Serge ist mein persönlicher Freund. Bei ihm ist das Problem, dass er bis zum letzten Sprung meist grandios geht und dass dann die letzten Prozente fehlen. In der Ryanair Chase war Vorjahressieger Un De Sceaux Vorabfavorit. Der in Irland vom unfassbar erfolgreichen Willie Mullins trainierte Wallach galoppiert normalerweise von der Spitze aus die Konkurrenz aus den Hufen. Lange galt: Entweder erreicht er das Ziel als Sieger, locker und leicht vor den Gegnern. Oder er leistet sich unterwegs einen Fehler und fällt. Es kann sein, dass der zuvor erwähnte Douvan hier läuft. Er wäre in Bestform der Sieger. Den alten Mann Cue Card würde ich nicht auslassen. Seine Erfahrung kann sich als Vorteil erweisen.

Ein grandioser Gold Cup am Abschlusstag

Der Gold Cup ist das Rennen der Rennen beim Cheltenham Festival. Wer etwas auf sich hält und sich für den Hindernissport begeistert, wird für diese Highlight-Prüfung bereits seit Monaten einen Favoriten haben. Meiner ist Might Bite. Bei ihm fragt man sich, wie er wohl zu seinem Namen kam… Fünf Siege in Folge sprechen für den neun Jahre alten Wallach. Vor allem siegte er in einer vergleichbar wichtigen Aufgabe an Weihnachten. Und er war beim letzten Festival erfolgreich, allerdings in anderer Klasse. Definitly Red gilt als sein stärkster Konkurrent. In einer Generalprobe auf diesem Kurs im Januar gewann er auf schwerem Geläuf deutlich. Dennoch bin ich skeptisch. Seine Leistungen zuvor machen ihn nicht zu einem logischen Sieger im wichtigsten Rennen der Saison. Nicht unterschätzt werden sollten meiner Meinung nach der Vorjahresdritte Native River und der im Vorjahr überraschend in diesem Rennen siegreiche Sizing John.

Pferderennen Finale

Ein Blick in den deutschen Galopprennsport

Im deutschen Galopprennsport geht es aktuell vergleichsweise ruhig zu. Im Winter wird bekanntlich auf den Sandbahnen von Neuss und Dortmund galoppiert. Das Niveau ist eher niedrig, auch wenn in einigen kleineren Rennen bessere Pferde für größere Aufgaben proben. Es zeigt sich jedes Jahr wieder, dass nach Frost die Starterfelder kleiner werden. Und außerdem ist wie jedes Jahr klar zu erkennen, dass die deutschen Sandbahnen einer Erneuerung bedürfen. Sie sind nicht mehr zeitgemäß und halten keinem internationalen Vergleich stand. Doch wie immer fehlt das Geld. Zugegeben, einer der Vorteile im Winter ist, dass es häufiger Überraschungen gibt. Das führt zu guten Quoten. Es ist leider nicht leicht, die Siege der Außenseiter im Vorfeld zu erahnen. Wie auch immer, die Sehnsucht auf den Beginn der Grasbahnsaison ist nicht nur bei mir groß. Am Sonntag, dem 25. März ist es so weit. Es veranstalten Düsseldorf und Mannheim.

Es wird weiter gekämpft

Gekämpft werden muss national und international auf und neben der Bahn. Seit 1857 gibt es Galopprennen in Bremen. Im Jahr 1907 wurde die Rennbahn in der Vahr eröffnet. Am Karfreitag in diesem Jahr gibt es den Abschiedsrenntag des Bremer Rennvereins. Die Stadt will die Anlage bebauen. Ob es so weit kommt? Es wurden noch nicht einmal Bau-Gutachten erstellt. Eine Bürgerinitiative kämpft verbissen gegen die Entscheidung der Politiker. Die Bremen-Wahlen im kommenden Jahr werden aller Voraussicht nach final über die Zukunft des Galopprennsports in der Hansestadt entscheiden. Dass man immer gewinnen kann, zeigen Beispiele vom anderen Ende der Welt: Am 5.März ritt in Santiago de Chile der 72 Jahre alte Jockey Emeterio Guzman einen Sieger. Die bemerkenswerte Serie der australischen Wunderstute Winx will ich ebenfalls nicht verschweigen. Sie kam am 3. März zu ihrem 23. Sieg in Folge! Unbedingt vormerken: Sie soll am 24.März das nächste Mal starten.

Weitere internationale Highlights

Die Traber möchte ich nicht vergessen: Im mit 1 Million Euro dotierten Prix d’Amerique siegte am 28. Januar nicht wie in den zwei Jahren zuvor Bold Eagle. Der Schwede Readly Express machte seinem Namen Ehre. Apropos Frankreich: Auch in diesem Jahr gab es bereits Siege deutscher Galopper im Nachbarland. Es vergeht kaum ein Tag, an dem sich keine Transporter von deutschen Rennställen auf den Weg machen. Ein Ausrufezeichen setzte der deutsche Trainer Andreas Wöhler im mit 1 Million US-Dollar dotierten Emirs Cup in Katar am 24. Februar. Noor Al Hawa belegte wie im Vorjahr den zweiten Platz auf für ihn nicht idealer Distanz. Vielleicht gibt es am kommenden Wochenende das nächste Highlight aus deutscher Sicht: Sonntag steht das Hongkong Derby an. Starten soll der letztes Jahr in die ehemalige Kronkolonie verkaufte Rosenpurpur, der jetzt den Namen Sawy Six trägt. Vergangenen Sommer war er Dritter im Deutschen Derby in Hamburg.

Ein kurzer Ausblick auf kommende Ereignisse

Diese Kolumne erscheint einmal in der Woche. In der nächsten blicke ich auf das Cheltenham Festival zurück und schaue voraus. Wie angedeutet, werfen die ersten deutschen Grasbahnrennen ihre Schatten, ebenso der nächste Start von Winx. Und auch die ganz großen Highlights erscheinen bereits am Horizont: Am 31. März ist auf der Rennbahn Meydan der Renntag rund um den Dubai World Cup. Wenn ich mich nicht täusche, ist das Hauptrennen auch dieses Jahr wieder mit zehn Millionen US-Dollar dotiert. Am letzten Samstag gab es beim Super Saturday mit seinen hochdotierten Vorbereitungsrennen keine neuen Erkenntnisse. Der von Peter Schiergen trainierte Ross blieb ohne Möglichkeiten. Mitte April wird in England dann wieder auf hohem Niveau gesprungen. Das Meeting rund um das weltberühmte Grand National in Aintree steht auf dem Programm. Ich garantiere: Das ganze Jahr hindurch reiht sich Highlight an Highlight.


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