Al Oraibi bleibt in Haft

Der bahrainische Nationalspieler Al Oraibi ist derzeit in Thailand inhaftiert. Ein Gericht in Bangkok hat den Arrest soeben verlängert. Für Al Oraibi stellt das ein Hoffnungsschimmer dar. Sollte er in sein Heimatland ausgeliefert werden, drohen ihm Folter und sogar der Tod.

Scheich Salman bin Ebrahim Al Khalifa, President der Asian Football Confederation setzt sich bisher nicht für seinen Landsmann ein.

Die endgültige Entscheidung im Falle Hakeem Al Oraibi soll in 60 Tagen fallen. Der bahrainische Nationalspieler, der in seinem Heimatland ein politischer Häftling war und gefoltert wurde, floh 2014 von Bahrain nach Australien. Dort wurde er als Flüchtling anerkannt. Als er Ende November mit seiner Frau nach Thailand reiste, um dort Urlaub zu machen, wurde er bei seiner Ankunft von den dortigen Behörden verhaftet. Sein Heimatland hatte via Interpol einen internationalen Haftbefehl erlassen.

Thailändisches Gericht gewährt Aufschub

Am Dienstag den 11.12.2018 gewährte ein thailändisches Gericht in Bangkok einen Aufschub, und verlängerte die Auslieferungshaft um weitere 60 Tage. Die Entscheidung fiel nach einer Anhörung Al Oraibis. Die endgültige Beschluss fällt nach diesem Zeitraum. Der Fußballer wurde von den Richtern zwar aufgefordert, einer Rückkehr nach Bahrain einzuwilligen, doch das lehnte dieser erwartungsgemäß ab. In seinem Heimatland drohen Folter und der Tod.

Internationale Aufmerksamkeit

Al Oraibis Anwältin Nadthasiri Bergman äußerte sich gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP positiv. Sie glaubt, dass Fußballer Oraibi gute Chancen hat, nicht ausgeliefert zu werden, da Beweise vorliegen, die das hohe Risiko im Falle einer Rückkehr ins Heimatland aufzeigen. Seine Verhaftung hat weltweit für Aufsehen und internationale Proteste gesorgt. Selbst Australiens Außenministerin Marise Payne äußerte sich zu dem Fall. Sie bat bei einem kürzlich stattfindenden Treffen mit Thailands Außenminister Don Pramudwinai um eine Ausreiseerlaubnis für Al Oraibi, sodass dieser nach Australien zurückkehren kann.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch appelliert derweil an den FIFA-Weltverband. Dieser sollte sich stärker für den in Haft sitzenden bahrainischen Fußballer einsetzen und helfen, ihn freizubekommen. Ansonsten würden sie der grundsätzlichen Aufgabe, sich für Fußballer einzusetzen, nicht nachkommen.

Folter und Tod in Bahrain

Die World Players Association rief die FIFA ebenfalls dazu auf, zu handeln. Auch wendete sich die Organisation an den bahrainischen Präsidenten der Asian Football Confederation Scheich Salman, damit sich dieser für die Freilassung Al Oraibis einsetzt. Während des Präsidentenwahlkampfes der FIFA 2016 hatte Al Oraibi die Folter gegen Fußballspieler aus Bahrain öffentlich gemacht. Denn diese demonstrierten im Jahr 2011 während des arabischen Frühlings für die Bürgerrechte und spielten dort eine wichtige Rolle. Daraufhin wurden sie als Staatsfeinde deklariert, bedroht und gefoltert. Der damalige Fußballverbandspräsident war Scheich Salman.

Al Oraibi war mehrmals in Bahrain in Haft. Das erste Mal im Alter von 16 Jahren. Ihm wird vorgeworfen, eine Polizeistation angegriffen zu haben, obwohl er zu diesem Zeitpunkt nachweißlich im Nationalteam spielte. Er wurde zu Unrecht gefoltert und zu weiteren 10 Jahren Haft verurteilt. Sollte er nach Bahrain ausgeliefert werden, drohen im dort erneut Gefängnis, Folter und sogar der Tod. Denn Al Oraibi fürchtet um sein Leben.