Bald Regeländerungen im Fußball

Die IFAB will Regeln, die das Handspiel betreffen, ändern und zwei Maßnahmen gegen das Zeitspiel von Fußballern durchsetzen. Das entschieden die Regelhüter des IFAB in einer Generalversammlung.

Handspiel soll zukünftig nicht immer bestraft werden.

Auf der Generalversammlung der Regelhüter des IFAB wurden Regeländerungen im Fußball präsentiert. Dieses Gremium ist das einzige, welches die Möglichkeit hat, Regeln im internationalen Fußball zu ändern. Die wohl wichtigste Änderung betrifft das Handspiel. Hier soll in Zukunft entschieden werden, ob das Handspiel eine unnatürliche Handbewegung war oder unabsichtlich passiert ist. Sollte ein Handspiel mit dem Arm oder der Hand provoziert werden, ist das strafbar. Wer dagegen unabsichtlich mit der Hand ein Tor verhindert oder wenn der Ball an einem Körperteil abprallt oder der Arm bei einer Grätsche verwendet wird, um sich abzustützen, ist das Handspiel nicht strafbar.

Der IFAB erklärte, dass absichtliches Handspiel weiterhin geahndet wird und die Schiedsrichter sowie die Videoanalyse darüber Aufschluss geben werden. Wenn ein Spieler zum Beispiel mit Absicht eine bestimmte Armhaltung ausführt, wird dieser bestraft. Allerdings soll nicht jedes Handspiel als regelwidrig ausgelegt werden, da dies sonst dazu führt, dass Gegner den Ball mit Absicht auf den Arm des Gegners zielen.

Zeitspiel Änderungen

Beim Zeitspiel soll es ebenfalls Änderungen und Neuerungen geben. Unter anderem sollen Auswechselungen beschleunigt werden: Ein Spieler, der auswechselt wird, muss dort das Spielfeld verlassen, wo er sich gerade befindet. Der gemütliche Gang zur Bank würde so nicht mehr möglich sein. Kommt es zu einem Freistoß oder Abstoß im eigenen Strafraum, darf der Fußballer den Ball in Zukunft annehmen, auch wenn sich dieser noch im Strafraum befindet. Damit sollen vorgespielte Unachtsamkeit und Zeitspiel gestoppt werden.

Ebenso sollen Schiedsrichter zukünftig transparentere Möglichkeiten haben, Trainer und andere Vereinsoffizielle mit Gelben und Roten Karten zu verwarnen und aus dem Innenraum zu verweisen.

Weitere Neuerungen

In der Generalversammlung wurden noch zwei weitere Neuerungen beschlossen. Und zwar soll der Torwart zukünftig mehr Bewegungsspielraum bei einem Elfmeter haben. So darf er bald einen Fuß vor die Torlinie stellen. Weiterhin soll der Schiedsrichter, wenn er ein Spiel unterbricht, den Ball anschließend an die Mannschaft spielen, die diesen zuletzt hatte.

Über die IFAB

Die IFAB ist ein übergeordnetes Gremium der FIFA und besteht aus acht Mitgliedern. Es wurde vor der FIFA von vier Verbänden aus Großbritannien gegründet. Als die FIFA im Jahr 1904 ins Leben gerufen wurde, akzeptierte diese die Hoheit des IFAB, was Regelfragen betrifft. Das IFAB ist für die Regeländerungen zuständig. Damit neue Regelungen in Kraft treten, müssen drei Viertel der Mitglieder dafür stimmen. Die auf der Generalversammlung besprochenen Änderungen werden mit großer Sicherheit durchkommen, da die Mitglieder die Vorschläge selbst ausgearbeitet haben. Sie würden ab dem 1. Juni 2019 gelten.

Vier der acht Mitglieder stammen aus der FIFA. Die anderen vier Mitglieder kommen jeweils aus einem schottischen, walisischen, nordirländischen und einem englischen Verband. Die vier FIFA Mitglieder müssen gemeinsam abstimmen, die anderen können sich unterschiedlich entscheiden.