Bayern München im Achtelfinale

Die Bayern haben sich ins Achtelfinale der Champions League gespielt. Interimstrainer Hansi Flick hat gestern im Spiel gegen Olympiakos Piräus die Stabilität in der Defensive forciert. Das war ein guter Ansatz des Ersatztrainers.

Hansi Flick sorgt für neues Selbstvertrauen.

Bayern München spielte gestern im Heimspiel gegen Olympiakos Piräus und gewann 2:0. Damit hat sich der Verein vorzeitig ins Achtelfinale gespielt. Es war kein überwältigender Sieg aber ein guter Arbeitssieg. Die interne Wertschätzung war aber hoch. Und ehrlich gesagt brauchen die Spieler das nach dem Rausschmiss Kovacs jetzt auch. Manuel Neuer sagte lobend: „Wir haben gute Arbeit gezeigt und das Spiel über die 90 Minuten durchgezogen. Wir haben uns die Griechen so zurechtgelegt, wie wir es haben wollten.“ Und Thomas Müller freute sich: „Wir haben dominant gewonnen und zwar so, wie wir uns das vorstellen. Das war zwar nicht das höchste der Gefühle, doch wir waren da.“

Dass die Bayern gewonnen haben, liegt sicher auch an Hansi Flick, dem aktuellen Trainer. Er erklärte die Defensive Stabilität zur höchsten Priorität. Ihm ging es vor allem darum, gegentorfrei aus dem Spiel zu gehen und den Gegner fern vom eigenen Strafraum zu halten. Und tatsächlich gerieten die Bayern gestern nicht wirklich in Gefahr. Das freute Neuer, der im Tor wie ein Kind strahlte: „Das ist für uns und das Selbstbewusstsein gut und die Defensivarbeit ist wichtig. Wir haben gut nach vorne verteidigt und den Gegner unter Druck gesetzt. Thomas Müller erwähnte: „Ich weiß nicht, ob der Manuel eine Parade hatte. Heute haben wir das geschafft, was wir die letzten Wochen vergeblich versucht hatten: zu Null zu spielen und den Gegner zu dominieren.

Flick könnte das Bild der Mannschaft ändern

Interimstrainer Hansi Flick hat klare Vorstellungen und will die Mannschaft umkrempeln. Sein Ziel ist es, durch schnelle Balleroberungen nicht in Bedrängnis zu kommen. In der Statistik war das deutlich zu erkennen. Den Gegnern gelangen in 90 Minuten nur drei Torschüsse. Im Hinspiel konnten die Griechen zehnmal auf Neuers Tor zielen und trafen davon auch zweimal. Gestern wurde der Strafraum der Bayern zur Sperrzone erklärt. Flick orientierte sich dabei an der Methode von Joachim Löw, der ein langjähriger Freund des Interimstrainers ist. Joshua Kimmich wurde als Ordnungshüter ins Mittelfeld geschickt. Das sorgte im Nu für eine große Verlässlichkeit. Der 24-Jährige hatte unzählige Ballkontakte und ließ seine Gegenspieler nicht frei herumlaufen. Der Spanier Thiago, der unter Kovac im Mittelfeld spielte, war gestern nicht eine Minute im Einsatz. Flicks Formation war ein 4-1-4-1-System, sodass Coman und Gnabry ständig besetzt waren. An Ende holten sich die Bayern 65 Prozent Ballbesitz und bei der Anzahl an Pässen waren sie klar überlegen.

Torjäger Hakimi mit herausragender Leistung

Da Flick sich auf das Defensivspiel konzentrierte, geriet die Offensive in der ersten Halbzeit etwas ins Abseits. Flick war dieser Mangel klar, er konzentrierte sich aber auf das Positive. „Mir ging es vor allem darum, nach vorne zu verteidigen und die Initiative hochzuhalten. Das hat das Team gut gemacht. Wir haben hoch verteidigt und den Gegner ständig unter Druck gesetzt. Wir waren dominant.“ Flicks Mission ist also zuerst der Mannschaft neues Vertrauen zu geben und ein neues Fundament zu gründen. Selbst mit Zureden versucht er die verunsicherten Spieler wieder zu ermutigen. Das wird am Samstag im Spitzenspiel gegen Dortmund sicher wieder notwendig sein. Die Bayern benötigen gerade Stabilität, Ordnung und Kampfgeist, anstatt Kunst, Chaos und Kreativität. Die von Flick aufgestellte Elf scheint jedenfalls ganz gut zu funktionieren.