EM 2024 in Deutschland soll barrierefrei werden

Die Fußball-Europameisterschaft soll komplett barrierefrei werden, damit zukünftig alle Fans Fußball live erleben können, unabhängig von ihrer Behinderung oder sonstigen körperlichen Einschränkung.

Fans mit Handicap dürfen sich bald über barrierefreie Stadien freuen Copyright: xMatthiasxKochx

Verantwortlich für das Konzept „Vision inklusives Stadion – Barrierefrei ohne Reservate“ sind der Deutsche Fußballbund, die Arbeiterwohlfahrt, Aktion Mensch und KickIN. Der Gedanke, der hinter dem Projekt steckt, ist „ein Stadion für alle“, in dem auch Rollstuhlfahrer und andere körperlich eingeschränkte Menschen ein Spiel von einem Oberrang aus verfolgen können. Bisher dürfen behinderte Personen – das gilt ebenso für Sehbehinderte und Gehörlose – nur in einen separaten Bereich. Damit sich das in Zukunft ändert und diese Menschen zusammen mit Freunden, Bekannten oder der Familie ein Fußballballspiel erleben dürfen, wurde das Konzept ins Leben gerufen.

Weitere Details zum Projekt

Jörg Rodenbüsch von der Arbeiterwohlfahrt, der das Konzept mitentwickelt hat, wünscht sich, dass für behinderte Menschen die Dinge einfacher gestaltet werden, sie durch Umbaumaßnahmen Zugang zu den verschiedenen Rängen haben, und Ordner eine entsprechende Schulung erhalten, um diese zu unterstützen. Rodenbüsch findet es zudem sinnvoll, spezielles Personal zu engagieren, die Behinderten den Weg weisen und sie im Stadion in allen Belangen unterstützen. Seine Wünsche werden vom DFB und der UEFA ernst genommen. Sie haben sich vorgenommen, die insgesamt zehn deutschen Fußballstadien, in denen 2024 während der EM gespielt wird, genau zu untersuchen und, wenn nötig, umzubauen, damit komplette Barrierefreiheit herrscht. Es ist das erste EM Großprojekt, welches sich diesem Thema widmet.

Barrierefreiheit auch außerhalb der Arenen

Nicht nur in den Fußballarenen, sondern auch außerhalb soll für Barrierefreiheit gesorgt werden. Geplant ist, bis zum Start der EM 2024 die Verkehrsanbindungen sowie die Hotelinfrastruktur zu erweitern. Um das Konzept finanziell umsetzen zu können, werden der DFB, die UEFA und die DHL Geldmittel zur Verfügung stellen. Der DHL will in Zukunft auch in der Bundesliga für barrierefreie Stadien sorgen. Das Konzept ist für Rodenbüsch erst der Anfang. Der Fußball dient als „Stahlkraft, von der alle profitieren können und die wichtig ist, um für diese Menschen etwas Positives zu erreichen“.

Barrierefreie Stadien bisher Fehl am Platz

Fans mit Behinderung haben es nicht leicht, wenn sie ein Fußballspiel im Stadion miterleben wollen. Für sie bedeutet das ein enormer Planungsaufwand. Zumal der Zugang zum Stadion nur über bestimmte Bereiche erfolgt. Hinzukommt, dass wenige Behindertenplätze in einer Arena zur Verfügung stehen. Diese werden – zumindest in der Bundesliga – vornehmlich an Dauerkartengäste vergeben. Wer nur ab und zu ein Spiel seines Heimatvereins ansehen will, geht so oft leer aus. In einigen Stadien wird der Zutritt zudem nur mit einer erwachsenen Begleitperson oder eines Volunteers gewährt. Ein Konzept zur Barrierefreiheit ist deshalb lange überfällig.