Es kriselt bei Manchester United

Seitdem sich Sir Alex Ferguson von Manchester United verabschiedet hat, steckt der Club in der Krise. Einige behaupten, dass der sportliche Absturz des Vereins hausgemacht ist. Damit Manchester United erneut erfolgreich ist, benötigt der Traditionsclub einen Neustart sowie eine realistische Einschätzung der Lage.

Die Szene, die Fans im letzten Gruppenspiel der Champions League sahen, spiegelte den erbärmlichen Zustand von Manchester United wider. Valencias Carlos Soler spielte aus dem Mittelfeld einen Pass zu Michy Batshuayi. Doch der Ball wird von Phil Jones abgefangen. Dieser trifft ihn dann so unglücklich, dass er aus 18 Metern Entfernung ins eigene Tor fällt. Eigentor erzielt. Durch diese Pleite hat sich Manchester United den Gruppensieg verspielt. Ganz zu schweigen davon, dass dieser bereits so gut wie in der Tasche war, nachdem Juventus Turin im anderen Gruppenspiel 2:1 verlor. Der englische Rekordmeister zeigt in dieser Saison leider nur Mittelmaß. Die Zeit der Titelkämpfe scheint vorbei zu sein. Denn der Club liefert eine peinliche Vorstellung nach der anderen ab. Und das nicht nur auf dem Fußballfeld.

Manchester United hat nichts zu lachen

Manchester United war unter Sir Alex Ferguson ein brillanter Verein, davon ist heute fast nichts mehr übrig. Der Ruf des Clubs ist besser, als die Fakten. Denn in den letzten fünf Jahren gelang es der englischen Top-Mannschaft nicht, einen Titel in der Champions League zu ergattern. Der letzte Sieg ist fast zehn Jahre her. Natürlich ist United noch immer ein großer Club, doch das Fußball-Schwergewicht muss Verantwortung für vergangene Fehlentscheidungen übernehmen. Denn die Entscheidungspolitik der letzten Jahre war gelinde gesagt katastrophal. Die zahlreichen Veränderungen haben wenig funktioniert. Besonders fatal war der Einkauf von schlechten Spielern und Managern. Und der aktuelle Coach José Mourinho verbessert die Situation nicht. Er liegt im Dauerstreit mit einigen seiner Spieler und scheint, was seine Arbeitsweise anbelangt, einen Freifahrtschein zu haben.

Wirtschaftliche Probleme zwingen zum Umdenken

Die Manchester United Fans sind unzufrieden und wütend. Sie machen vor allem den portugiesischen Trainer für das Desaster verantwortlich. Doch trotz ausbleibender Erfolge kann der englische Club Mourinho nicht entlassen. Denn dieser hat einen Vertrag bis 2020. Ihn vorzeitig gehen zu lassen, wäre für den Verein ein teures Geschäft. Rund 12 Millionen Euro müssten sie diesem als Abfindung zahlen. Trotzdem, nicht zu handeln und den Fokus auf Marketing und Werbung zu legen, ist ebenfalls nicht sinnvoll. Sportexperten glauben, dass United umdenken muss. Ein strategischer Plan wäre unter anderem die Einstellung eines Fußball- oder Sportdirektors. Das wäre ein Blick nach vorne. Auch scheint es, trotz aller Gegenwehr des englischen Clubs, notwendig zu sein, sich von dem temperamentvollen Mourinho zu trennen. Schon jetzt gibt es Gerüchte über einen möglichen Nachfolger: den Trainer Mauricio Pochettino, der derzeit bei Tottenham angestellt ist.