FIFA-Rat tagt nächste Woche

Der FIFA-Rat trifft sich kommende Woche in Miami und bespricht dort zahlreiche Streitfragen. Es geht um neue Wettbewerbe, die sich der Präsident Gianni Infantino gerne wünscht sowie um die WM 2026.

FIFA-Rat will unter anderem bei der Frauen WM den Video-Assistenten einführen.

Am kommenden Freitag trifft sich der FIFA-Rat in Miami, um mehrere anstehende Entscheidungen zu treffen und Streitfragen zu klären. Der Rat wurde gegründet, um das skandalträchtige Exekutivkomitee zu ersetzen. Er ist deshalb das höchste Entscheidungsorgan der FIFA. Neun europäische Vertreter wie der DFB-Präsident Grindel sind Mitglieder des Rates. Insgesamt gibt es 37 Sitze. Die Mitglieder entscheiden über alle anstehenden Themen. Dabei wird es vor allem um die Ideen von Präsident Infantino gehen. Dieser will große Kasse für den FIFA machen. Doch nicht alle Mitglieder sind seiner Meinung. Kritiker sehen Infantinos Idee als Ausverkauf des Fußballs an. Denn dem Weltverband liegt ein Angebot von rund 20 Milliarden Euro vor, dass für den Ausbau einer weltweiten Nations League und einer Klub-WM, die alle vier Jahre stattfinden und 24 Teams enthalten soll, genutzt werden kann. Woher das Angebot stammt, ist unklar.

UEFA übt Kritik

Die UEFA übt Kritik an den neuen Wettbewerben. Doch die Kritik ist sicher auch mit der Angst verbunden, weitere Konkurrenz zur Champions League und Europameisterschaft zu bekommen und dadurch weniger Einnahmequellen zu haben. Denn mit beiden Wettbewerben verdient die UEFA viel Geld. Der Fußballverband steht allerdings mit seiner Kritik eher alleine da. Denn in Afrika und Südamerika wird die Idee von FIFA-Präsident Infantino unterstützt. Zudem sitzen im FIFA-Rat nur neun Mitglieder der UEFA. Der Rest der 37 Sitze wird von außereuropäischen Verbänden besetzt. Der Einfluss der UEFA auf die Entscheidungen des FIFA-Rates ist zu gering.

Geplante Neuerungen in der FIFA

Bei der übernächsten Weltmeisterschaft 2026, die in Mexiko, den USA und Kanada stattfinden wird, sollen 48 Mannschaften teilnehmen dürfen. Bisher waren 32 Teams bei der WM dabei. Die Erweiterung soll, wenn es nach Infantino und verschiedenen Landesverbänden geht, bereits im Jahr 2022 umgesetzt werden. Dem FIFA-Rat wird nächste Woche eine sogenannte Machbarkeitsstudie vorgelegt. Zudem hat sich die FIFA bereits nach weiteren Gastgebern für Katar umgesehen, damit die Erweiterung der WM möglich wird. Sollte der FIFA-Rat positiv abstimmen, wird im Juni beim FIFA- endgültig über die Erweiterung abgestimmt. Lehnt der FIFA-Rat die Idee einer WM Erweiterung ab, wird das Thema wohl im Sande verlaufen.

Frauen WM mit Video-Assistent?

In drei Monaten beginnt die Frauen Weltmeisterschaft in Frankreich. Ob die Schiedsrichterinnen dann den Video-Assistenten nutzen dürfen, ist noch nicht klar. Das Organisationsteam hatte sich dafür ausgesprochen. Die FIFA hat bisher mit der Entscheidung gezögert. Der FIFA-Rat wird sich aber ziemlich sicher für die Nutzung eines Video-Assistenten einsetzen. Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass dieser bei der Frauen WM zum Einsatz kommt. Während der Weltmeisterschaft in Russland wurde der Video-Assistent bereits verwendet. Es spricht also wenig dagegen. Der FIFA-Rat entscheidet aber nicht nur über den Video-Assistenten, sondern wird zudem diskutieren, wo die Frauen-WM im Jahr 2023 stattfinden soll. Im Gespräch sind Australien, Thailand, Japan, Neuseeland, Südafrika und Kolumbien.