Größte Anti-Doping Razzia der Welt

In über 33 Ländern wurde zur gleichen Zeit nach Dopingmitteln gesucht. Es war die größte Anti-Doping Razzia, die es überhaupt gab. Rund 4 Millionen Dopingpräparte wurden laut Europol sichergestellt. Zudem wurden zahlreiche Geheimlabore aufgedeckt.

Europol beteiligte sich an der größten Anti-Doping-Razzia der Welt.

Am Dienstag fand die größte Anti-Doping Razzia statt, die es jemals gab. In 33 Ländern wurde zur gleichen Zeit agiert. Mehr als 230 Menschen kamen in Gewahrsam. Der internationale Einsatz erfolgte unter der Federführung Griechenlands und Italiens. Das europäische Europol stellte laut eigenen Angaben mehr als 3,8 Millionen Dopingmittel sowie Dopingpräparte sicher. Bei der Aktion Viribus entdeckten die Ermittler darüber hinaus neun geheime Labore sowie 24 Tonnen Steroidpulver.

Zudem wurden im Rahmen der Ermittlungen 17 illegale Doping-Gruppen ausgehoben, die organisiertes Verbrechen begangen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada lobte das grenzübergreifende Vorgehen. Chefermittler Günter Younger erklärte, dass eine solche Aktion echte Ergebnisse eingebracht hätte. Dank der sichergestellten, gefälschten Medikamente und Dopingmittel, die weltweit von Sportlern genutzt werden, sei die Verfügbarkeit nun eingeschränkt, so Younger. Die Fahndung fand in 23 EU-Ländern sowie der USA, Kolumbien und der Schweiz statt.

Über 800 Strafverfahren

Neben den Festnahmen und der Sicherstellung von Medikamenten und Dopingmitteln fanden zahlreiche Razzien auf Sportveranstaltungen statt. Insgesamt wurden rund 1.360 Blut- und Urintests durchgeführt. Welche Events das waren und welche Sportler einem Test unterzogen wurden, ist noch nicht klar. Vermutet wird aber, dass Spitzensportler ins Visier der Ermittler gerückt sind. Europol gab an, dass etwa 1.000 Menschen wegen Dopings, der Produktion von Dopingpräparaten sowie der Veräußerung dieser Mittel angezeigt und mehr als 800 Strafverfahren eingeleitet wurden. Die Anti-Doping-Kommission erklärte, dass der weltweite Handel mit illegalen Hormonen und Anabolika in den letzten Jahren enorm angestiegen sei. Selbst Züchter und Landwirte würden diese Mittel anwenden.

Wichtige Ermittlungsergebnisse

Die internationale Anti-Doping-Aktion brachte den Ermittlern wichtige Erkenntnisse ein. Unter anderem wissen die Ermittler jetzt, wie das Vertriebs- und Verkaufsnetz der illegalen Substanzen funktioniert. Vor allem sind es halbprofessionelle Sportler und Hobby-Sportler, die online auf der Suche nach Steroiden sind und diese zunehmend erwerben. Der Vertrieb erfolgt über Fitnessstudios und bestimmten Online-Apotheken. Kunden, die diese Mittel bestellen, zahlen mit Prepaidkarten oder Kryptowährung. Die Werbung erfolgt in den sozialen Medien.

Staaten ermitteln gemeinsam

Die staatlichen Behörden der einzelnen Länder arbeiten mittlerweile eng zusammen. Das hilft bei der Aufklärung von Dopingfällen und anderen Betrügereien im Sport. Viele Razzien, die jetzt stattfanden, waren nur möglich, weil die Polizei Abhörmethoden und andere Ermittlungsarten verwendete und die Ergebnisse mit internationalen Kollegen teilte. Den Anti-Doping-Agenturen stehen diese Mittel nicht zur Verfügung.

Diese weltweit stattfindende Anti-Doping-Aktion ist jedenfalls ein weiterer Versuch, den Schwarzmarkthandel und das Doping in Griff zu kriegen. Das Ergebnis ist beeindruckend. Den internationalen Ermittlern und Behörden ist ein Coup gelungen.