Handball-EM: Deutsche gegen Weißrussen

Nach der relativ durchwachsenen Vorrunde treten die deutschen Handballer heute in der Hauptrunde gegen Weißrussland an. Die DHB-Auswahl hat sich dafür gut gerüstet und einen Neustart verkündet.

Bundestrainer Christian Prokop gibt letzte Anweisungen.

Das Spiel gegen Weißrussland findet heute um 20.15 Uhr in der Wiener Stadthalle statt. Eine Niederlage würde für die DHB-Auswahl ein wahrscheinliches Aus des Halbfinales bedeuten. Das Team gibt sich selbstbewusst und Trainer Prokop hat einen Neustart verkündigt. Rückraumspieler Julius Kühn sagte gestern Abend bei der Pressekonferenz: „Wenn wir das abrufen, was wir draufhaben, sind wir von der Qualität deutlich besser.“ DHB-Sportdirektor Kromer sagte mit Blick auf den kommenden Gegner: „Wenn wir an unser Optimum kommen, können wir jedes Team schlagen.“ Beide Aussagen zeigen, dass die Mannschaft selbstbewusst ist. Eine Garantie für den Erfolg sind diese Sätze aber nicht.

Was ist die Lösung?

Die deutsche Mannschaft muss Lösungen in allen Bereichen der Mannschaft entwickeln, damit die Europameisterschaft kein all zu frühes Ende nimmt. Bundestrainer Christian Prokop erklärte auf der Pressekonferenz: „Die Abwehr muss an ihr WM-Niveau herankommen und die Torhüter sollten stabiler werden. Dazu möchten wir ein schnelles und disziplinierteres Angriffsspiel hinbekommen.“ Das sollte der DHB-Auswahl bereits heute gegen Weißrussland gelingen. „Wenn wir uns verbessern im Team werden wir eine kontinuierliche stärkere Leistung bringen, dann werden wir in den Flow kommen“, fügte Prokop noch hinzu. Mannschaftskapitän Kapitän Uwe Gensheimer betonte: „Wir wissen alle, dass wir mehr können. Deswegen ist der Glaube da. Wir haben ja nicht verlernt, Handball zu spielen.“ Der Linksaußenspieler, der im Turnier bereits einmal die Rote Karte bekam, will nach der schwachen Vorrunde endlich zum Zug kommen.

Ziel: Weißrussland provozieren

Kühn hat bereits eine Taktik gegen Weißrussland entwickelt: „Wir müssen Fehler provozieren, uns aggressiver verteidigen und sie zu Würfen aus der zweiten Reihe zwingen.“ Damit hat er nicht unrecht, denn das Zusammenspiel der Weißrussen mit den eigenen Kreisläufer funktioniert hervorragend und das gilt es zu durchbrechen. Wenn die DHB-Auswahl über eine starke Defensive Tempo ins Spiel bringen kann und ihre zehn Treffer pro Tempospiel erzielt, könnte sie ihren eigenen Vorstellungen und Zielen mehr als gerecht werden. Gelingt das nicht, wäre das bitter. Weißrussland ist kein Handball-Neuling. Das Team holte sich in den letzten beiden Europameisterschaften jeweils den 10. Platz. Auch bei der WM schnitten die Weißrussen gut ab. Das Team qualifizierte sich zudem zu vierten Mal hintereinander für die Hauptrunde. Und der Trainer von Weißrussland ist kein geringer als das Bundesliga-Legende Juri Schewzow.

Mit Emotion zum Sieg

Falls die angepeilten Konzepte nicht funktionieren, bleibt den deutschen Handballern noch die Emotion. Sie ist ein weiterer potenzieller Erfolgsfaktor. Denn das deutsche Team weiß um die Kraft der Emotion. Torwart Johannes Bitter sagte: „Ich bin voller Vorfreude, und freue mich, in einer gefüllten Halle mit vielen tausend deutschen Fans spielen zu können. Das wird uns tragen.“ Und Coach Prokop verlangte prompt mehr Emotionalität von seinem Team. Gensheimer brachte es dann auf den Punkt: „Wir müssen uns gegenseitig mehr pushen und im Anschluss auch gelungene Aktionen feiern“. Heute Abend muss die DHB-Auswahl zeigen, dass den Worten Taten folgen. Sonst kommt das EM-Aus schneller, als erwünscht.