Mainz mit den besten Transfers

Der 1. FSV Mainz 05 gehört in dieser Saison zu den Clubs mit den cleversten Transfers. Sportlich hat der Verein alles richtig gemacht und darüber hinaus die Finanzen immer im Blick gehabt. Von Stuttgart und Schalke lässt sich das nicht behaupten.

Die Rückrunde der Bundesligasaison 2018/19 hat begonnen. Die Vereine haben ihre Transfers abgeschlossen. Mainz gehört zu den Clubs, die kaufmännisch gehandelt und trotzdem für Neuzugang gesorgt haben. Dieser soll den Verein voranbringen. Denn im vergangenen Jahr hatten die Mainzer lediglich einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz. Am Schluss rettete Trainer Sandro Schwarz die Mannschaft vor dem Abstieg. Danach wurde neu justiert. Die Vereinsführung entschied sich dafür, Abdou Diallo, Suat Serdar, Yoshinori Muto und Pablo de Blasis abzugeben. Das war zwar nicht die beste Voraussetzung, um eine neue Spielzeit zu beginnen, doch letztendlich war es das Beste, was Mainz tun konnte. Denn für die Abgänge nahm der 1. FSV Mainz 05 über 50 Millionen Euro ein.

Mainzer mit Top-Neuzugängen

In der laufenden Saison hat Mainz zehn Zähler mehr als der Tabellenvorletzte VfB Stuttgart. Und mit einem Heimsieg am kommenden Samstag gegen den Tabellenletzten 1. FC Nürnberg wäre der Abstieg in diesem Jahr abgewehrt. Zudem könnte Mainz in die Europa League gelangen. Denn mit den Einnahmen aus den Spielerverkäufen der letzten Saison konnte sich der Mainzer Club neue Spieler leisten. Für insgesamt 30 Millionen Euro wurden in der Winterpause Pierre Kunde Malong, Jean-Philippe Mateta, Aaron Martín sowie Moussa Niakhaté eingekauft. Das Ergebnis war dann gleich ein 3:2 gegen die finanziell und sportlich angeschlagenen Stuttgarter.

Die ausgeklügelte Transferpolitik ist vor allem Sportchef Schröder zu verdanken. Dieser durfte sich als Dankeschön kurz vor Weihnachten über eine Vertragsverlängerung bis 2022 freuen. Er bedankte sich: „Wir wollen ein Entwicklungs- und Ausbildungsverein werden. Diesen Weg gehen wir mit Leidenschaft weiter und spielen dabei eine selbstbewusste und wichtige Rolle in der deutschen Bundesliga.“

Großes Entwicklungspotenzial

Entwicklungspotenzial ist in großem Maße vorhanden. Mainz hat derzeit mit einem Durchschnittsalter von rund 24,6 Jahren einen der jüngsten Kader der Bundesliga und wird hier nur von Leipzig überholt. Das Erfolgsrezept von Sportchef Schröder lautet wie folgt: „Wir wollten zuerst deutsche Spieler einkaufen, doch der Markt ist für uns zu schwer, weil wir nicht die gleichen finanziellen Möglichkeiten haben. Deshalb haben wir beschlossen, uns auf ausländischen Märkten zu orientieren. Dort kennen wir uns mittlerweile sehr gut aus.“

Stuttgart griff daneben

Von dieser kaufmännischen Taktik sollten sich andere Vereine der Bundesliga eine Scheibe abschneiden. Beispiel Stuttgart: Der Verein hat viel mehr Geld ausgegeben und zudem mehrfach daneben gegriffen. Sportchef Reschke entschied sich für den neun-Millionen-Einkauf von Pablo Maffeo, der aus der Manchester City Reserve stammt und jetzt angeblich wieder abgegeben werden soll. Das gilt wohl auch für den Einkauf von Stürmer González aus Argentinien. Der kostete ebenfalls viel Geld, überzeugte bisher aber wenig.
Zudem floppten die erfahrenen Spieler Daniel Didavi sowie Gonzalo Castro bisher.

Schalke außer Reichweite

Der FC Schalke 04 griff auch ins Klo. Er gab noch mehr aus als der VfB Stuttgart und investierte rund 53 Millionen Euro in den Transfer von neuen Spielern. Doch die Neuzugänge erzielen nicht die erhofften Ergebnisse. In der Champions-League sieht es nicht gut für Schalke aus. Ebenso ist der Einzug in die Europa League derzeit außer Reichweite. Sportvorstand Christian Heidel hatte in der Winterpause Sebastian Rudy für 16 Millionen Euro verpflichtet, um den interessierten RB Leipzig auszustechen. Allerdings ist der Mittelfeldspieler bisher eher ein Mitläufer als ein Torjäger.