Bundesliga: Nürnberg gegen Bayern

An diesem Wochenende spielte der Tabellenvorletzte Nürnberg gegen die Bayern. Das Ergebnis war ein 1:1. Das überraschte beide Mannschaften.

Tim Leibold verschiesst den Elfmeter im Spiel gegen Bayern und kann es nicht fassen. 

Am 30. Spieltag in der Bundesliga strauchelte Bayern München auf dem Weg zum Meistertitel. Und das auch noch gegen den fränkischen 1.FC Nürnberg, der zu den letzten in der Tabelle gehört. Warum die Münchner nicht wie gegen Schalke 04 ein klares 1:0 erzielen konnten, ist unverständlich. Der Vorsprung, den die Bayern in der Tabelle haben ist gering. Nur zwei Punkte fehlen dem Tabellenzweiten Borussia Dortmund, um sich wieder auf Platz 1. zu bringen.

Und in den kommenden drei Spieltagen kann eine Menge passieren. Ein Remis sollte sich für die Bayern nicht mehr wiederholen. Gleiches gilt für die Nürnberger. Sie brauchen mindestens fünf Punkte, um sich vor dem Abstieg zu retten. Keine leichte Aufgabe. Zumal Konkurrent Stuttgart wieder stärker spielt.

Gnabry vermied die Blamage

Die Bayern waren schwach im Spiel. Nach dem ersten Treffer des Nürnbergers Matheus Pereira in der 48. Minute, gelang es den Bayern erst rund 30 Minuten später, für den Ausgleich zu sorgen. Der Mann der Stunde, Serge Gnabry verhinderte durch seinen Torschuss in der 75. Minute eine Blamage für die Bayern. Der Ausgleich gelang allerdings gerade so. Statistiken zeigen, dass bei den gewonnenen Zweikämpfen beide Mannschaften in etwa gleich gut waren. Auch bei der Passquote lagen die Nürnberger dicht hinter den Münchnern. Zwar hatten die Bayern den meisten Ballbesitz und erzielten 18 Torschüsse, doch wirklich erfolgreich war das Team von Kovac nicht.

Nürnberger haben Sieg vergeben

Der 1. FC Nürnberg ärgert sich. Das Team hatte mehrere Goldchancen, um zu gewinnen. Doch wurden diese nicht ausreichend genutzt. Tim Leibold schoss in der 90. Minute einen Foulelfmeter an den Pfosten und auch die anderen beiden Strafstöße sorgten für kein zweites Tor auf Nürnberger Seite. Die Bayern vergaben ebenfalls eine große Chance. Am Ende kurz vor Abpfiff kämpfte sich Coman im Alleingang durch, scheiterte allerdings am fränkischen Torwart Christian Mathenia. Dieser trauerte nach dem Spiel: „Es war ein perfektes Spiel für uns. Bis zur 75. Minute. Schade, dass wir uns nicht belohnen. Aber wir gehen voller Mut in die nächsten Begegnungen.“

Kovac versucht sich mit Ausreden

Bayerns Trainer Kovac versuchte es nach dem Spiel mit Ausreden. Als Grund, warum seine Mannschaft so schlecht spielte, nannte er das Pokalhalbfinale gegen Bremen. Auch hätten die Nürnberger Fans im Stadion der Bayern für eine intensive Atmosphäre gesorgt, die sein Team einschüchterte. Immerhin gab er am Ende doch Fehler zu: „Es ist ärgerlich, dass wir Punkte vergeben haben. Wir hätten einen Matchball spielen sollen. Immerhin erzielten wir einen Punkt. Das macht Hoffnung.“

Hat der Club noch Chancen?

Die Nürnberger sind wirklich zu bemitleiden. Der Club bewies im Auswärtsspiel, wie stark seine kämpferische Leistung ist. So hart kämpft keine andere Mannschaft in der Bundesliga. Der erzielte Punkt gegen Bayern ist für den neunmaligen deutschen Meister zu wenig, um den Klassenerhalt zu sichern. Jetzt liegt Nürnberg fünf Zähler hinter dem VfB Stuttgart, der am Samstag gewonnen hat. Ein erneuter Absturz des fränkischen Rekordabsteigers ist schwerlich zu verhindern. Doch die Mannschaft ist weiterhin vollen Mutes und weiß, dass sich das Glück noch in letzter Sekunde wenden kann. Club-Trainer Boris Schommers war zufrieden: „Wir erzielten einen Punkt und spielten auf Augenhöhe. Mein Team hat ganz wenig zugelassen und auch sind wir nicht in Ehrfurcht erstarrt. Wir zeigten spielerische Lösungen. Der Elfmeter in der 90. Minute wäre natürlich die Möglichkeit gewesen, um das Spiel zu gewinnen. Aber wir glauben weiter an uns, selbst wenn der Rückstand nun wieder größer ist.“

Am kommenden Wochenende tritt Nürnberg gegen den VfL Wolfsburg an. Die Bayern spielen gegen Hannover 96 und Stuttgart muss sich gegen Schalke 04 durchsetzen. Auf jeden Fall muss der Club mindestens zwei weitere Spiele gewinnen und hoffen, dass Stuttgart in den nächsten Begegnungen versagt.