Regionalliga-Reform steht auf der Kippe

Am Freitag wird der DFB in einer Präsidiumssitzung über die Regionalliga Reform diskutieren, bei der es unter anderem um eine neue Aufstiegsregelung geht. Diese kam ins Stocken und das sorgte in den vergangenen Tagen für heftige Diskussionen. Die Drittligisten organisierten sogar einen Streik.

STILL STEHEN GEGEN STILLSTAND, Drittliga ruft zum Protest auf.

Die Drittliga Mannschaften, die am vergangenen Wochenende am 17.Spieltag aufeinandertrafen, streikten aus Protest gegen die geplante Regionalliga-Reform. Spieler, Trainer und Schiedsrichter hielten eine Minute nach Anpfiff die Beine still und taten nichts. Die Aktion nannten sie „Stillstehen gegen den Stillstand“. Die 3. Liga Spieler brachten damit ihren Unmut über das mögliche Scheitern der Reform zum Ausdruck. Für den DFB-Präsidenten Grindel ist der Protest ein offener Affront. Er kritisiert die Drittligisten und spricht von einem „fragwürdigen Verständnis von Demokratie“.

Reform dringend notwendig

Dass die 3. Liga protestiert, ist wenig verwunderlich. Eine Reform ist dringend notwendig. Die bisherige Regel, die besagt, dass nur drei von den fünf Regionalligameistern in die 3. Liga aufsteigen dürfen, ist ungerecht. Der DFB erkannte das an und entwickelte eine Übergangslösung, in der immerhin vier Vereine eine Liga höher gehen. In der Folge steigen aber seit dieser Saison auch vier Klubs aus der 3. Liga in die Regionalliga ab. Die Drittligisten waren mit dieser zweijährigen Übergangslösung einverstanden. Es wurde eine Arbeitsgruppe organisiert, die sich um eine dauerhafte Lösung kümmern sollte. Allerdings wurde diese inzwischen aufgelöst.

Wütende Drittligisten

Es tut sich also nichts. Die Drittligisten fühlen sich über den Tisch gezogen und setzen auf Konfrontation. Geschäftsführer Malte Metzelder des in der 3. Liga spielenden Vereins Preußen Münster begründete den Protest mit den folgenden Worten: Wir sind in Vorleistung gegangen und haben einfach so einen Abstiegsplatz hergegeben. Das alles in der Hoffnung, dass es eine klare Regionalliga-Reform gibt. Dem ist aber nicht so. Wir fordern deshalb die alte Regelung zurück. Bei den Drittligisten soll kein vierter Verein für die fehlende Umsetzung einer Lösung mit vier Regionalligen mit einem Abstieg bestraft werden“. Ein konkreter Vorschlag sieht nämlich vor, dass die Mannschaften der Regionalliga Bayern, Nord und Nordost in zwei Ligen zusammengefasst werden. Die Regionalligen West und Südwest würden erhalten bleiben.

DFB macht unerwünschten Gegenvorschlag

Der Vorschlag von DFB-Vizepräsident Rainer Koch, aus einer Drittliga zwei Drittligen zu formen, stößt bei den Mannschaften auf taube Ohren. Für Koch würde mit einer zweigleisigen 3. Liga eine funktionierende pyramidale Struktur entstehen. Die bisherigen Regionalligen könnten so erhalten bleiben. Warum dieser Vorschlag bei den Drittligisten nicht ankommt, verkündeten diese in einer offiziellen Mitteilung: „Die Drittligisten verlangen, die inzwischen stärkste 3. Liga aller Zeiten in ihrer eingleisigen Form zu erhalten und weiter zu professionalisieren, anstatt den traditionellen Machterhalt der Regional- und Landesverbände beizubehalten“.

Grindel fordert die Mannschaften der 3. Liga zu Kompromissbereitschaft auf. Er wünscht sich, dass sich alle gleichberechtigt am Diskussionsprozess beteiligen und akzeptieren, das nicht alle zu 100 Prozent zufriedengestellt werden können. Wie es in der Regionalliga-Reform weitergeht, bleibt allerdings weiter offen.