Super Bowl: Patriots holen sich sechsten Titel

Die New England Patriots haben es geschafft, und sich beim Super Bowl den 6. Titel in Folge geholt. Sie haben sich damit in den zweiten Rekordmeister verwandelt und liegen nun, was die Titel angeht, mit den Pittsburgh Steelers gleich auf.

New England Patriots mit Coach Bill Belichick feiern ausgelassen ihren Sieg beim Super Bowl.

Die 53. Auflage des Super Bowls war diesmal kein sportliches Highlight. Die New England Patriots mussten im Endspiel gegen die Los Angeles Rams antreten. Allerdings tat sich lange nichts, was Tore betrifft. Das sorgte für wenig Spannung. Erst kurz vor Ende des Spiels gelang den Patriots der erste Touchdown. Der bis dahin gültige Spielstand von 3:3 wurde in den letzten sieben Minuten in ein glorreiches 13:3 verwandelt. Zur Erinnerung: Beim letzten Super Bowl lieferten die Patriots ein Offensivspektakel mit zahlreichen Toren ab. Das am Sonntag stattfindende Finale war genau das Gegenteil. Beide Teams blieben in der Defensive. Insgesamt wurden nicht mehr als 16 Punkte erspielt. Weniger Punkte wurden bisher nur einmal im Jahr 1973 bei einem Super Bowl Finale erzielt.

Spielanalyse: Finale Super Bowl

Die erste Halbzeit verlief für den jungen Quarterback Jared Goff nicht sehr gut. Er steht bei den Rams unter Vertrag und sollte den Ballbesitz des Teams absichern. Doch von sechs Ballbesitzphasen musste er vier aufgeben. Lediglich zwei Versuche gelangen ihm und seinem Team, aber mehr als 57 Yards Raumgewinn waren nicht drin. Bei den Patriots erzielte der Quarterback Tom Brady auch kein besseres Ergebnis. Zum Start warf er seinen ersten Pass direkt in die Hände des gegnerischen Teams. Und da die Rams auf ein Defensivspiel vorbereitet waren, konnten sie die schwachen Angriffe der Patriots leicht abfangen.

Auf Tom Brady wurde permanent Druck ausgeübt, sodass über lange Zeit von keinem der beiden Teams neue Punkte erzielt wurden. Der erste Versuch eines Field-Goals von Stephen Ghostkowski verfehlte zudem sein Ziel. Einziger Offensivspieler der Patriots war Wide Receiver Julian Edelman. Er überbrückte bis zur Pause, fing sieben Bälle ein und sorgte für den notwendigen Raumgewinn. Am Ende des Matches wurde er deshalb zum besten Spieler des Super Bowls gekürt.

Lange Zeit nur ein defensives Spiel

Bis zur Pause gelang den Patriots lediglich ein mageres 3:0. Die Partie sorgte deshalb für keinen hohen Puls. Dafür kamen die Defensivliebhaber voll auf ihre Kosten. Aufregend wurde es dann in der Halbzeit, wo die Popband Maroon 5 aus Los Angeles für eine voluminöse Show mit viel Pyrotechnik, Lichteffekten und berühmten Gastauftritten sorgte. Die rund 75.000 Zuschauer in der Arena in Atlanta riss das aber nicht aus ihrer Lethargie. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen und auch die Medien zeigten sich von der Show erstaunlicherweise gelangweilt.
Nach der Halbzeit kam dann ein bisschen Leben in das Spiel. Beide Teams wurden mutiger, auch wenn explosive Offensivaktionen ausblieben. Als bei den Patriots Patrick Chung verletzt ausfiel, witterten die Rams ihre Chance. Nun mussten die Patriots ebenfalls anziehen und Cornerback Jason McCourty konnte in der letzten Sekunde einen Touchdown der Rams verhindern.

Dann gab es endlich den ersehnten Höhepunkt: Johnny Hekker, der bei den Rams Punter ist, stellte einen neuen Rekord auf. Er schoss den Ball aus der eignen Endzone über 65 Yards weit und übertraf damit die bisherige Bestleistung von Ryan Allen der New Englands. Die endgültige Spielentscheidung fiel sieben Minuten vor dem Spielende. Da gelang den Patriots der erste Touchdown. Die restliche Zeit wurde von den Patriots kontrolliert heruntergespielt. Das Endergebnis war ein 13:3