Wanka präsentiert sich als WADA Präsident

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat bei der Anti-Doping-Konferenz in Kattowitz einen neuen Welt-Anti-Doping-Code präsentiert und zudem stellt sich der neue Präsident. Witold Banka erstmals auf großer Bühne vor.

Witold Banka ist neuer WADA-Präsident.

Im polnischen Kattowitz steht derzeit das Thema Doping auf der Tagesordnung. Bei der 5. Welt-Anti-Doping-Konferenz, an der rund 1.500 Teilnehmer geladen sind, geht es außerdem um einen verbesserten Welt-Anti-Doping-Code. Er wird als Regelwerk im internationalen Kampf gegen Doping gehandelt und existiert seit dem Jahr 2003. Zentraler Aspekt dieses Codes ist, einen dopingfreien Sport und somit Chancengleichheit zu garantieren und grundlegende Werte des Sports zu verteidigen.

Um auf die neuen Dopingaktionen und Veränderungen im organisierten Sport reagieren zu können, ist der Welt-Anti-Doing-Code bereits zweimal erneuert worden. Der neue WADC wird voraussichtlich ab Januar 2021 gültig sein. Das WADA Gründungskomitee muss diesen Code nämlich noch absegnen. Auf der Konferenz präsentiert sich auch der Pole Witold Banka. Er wird der neue Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur werden und die Nachfolge von Craig Reedie antreten. Die Übergabe des Amtes findet am Jahresende statt.

Was enthält der neue WADA-Code

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat in den letzten Monaten zahlreiche Verbesserungsvorschläge gesammelt. Davon wählte die WADA rund 50 Änderungen aus, um diese in den neuen Code aufzunehmen. Unter anderem fordert eine Neuerung, Personen zu bestrafen, die Athleten einschüchtern oder bedrohen, damit diese keine Doping-Informationen an zuständige Organisationen weitergeben. Neu ist zudem, dass Athleten, die eine Doping-Sünde gestehen, nur noch drei anstatt wie bisher vier Jahre bestraft werden sollen. Zudem sollen zukünftig Verfahren abgekürzt werden, die sich mit Modedrogen Vergehen beschäftigen. Sportler, die diese Drogen genommen haben, werden mit einer maximal dreimonatigen Sperre belegt. Sollte die Einnahme von Doping bei Wettkampf nachgewiesen werden, wird es ein normales Verfahren geben. Zudem sind in der Zukunft zur Überführung von Doping-Tätern Beweise wie analytische Methoden, DNA-Tests und Fingerabdrücke erlaubt.

Der neue WADA Präsident

Der aus Polen stammende Präsident Witold Banka wird Nachfolger des amtierenden WADA Präsidenten Sir Craig Reedie. Er wird ab Januar 2020 sein Amt antreten. Der Europarat empfahl den ehemaligen Leichtathleten, damit dieser in Kattowitz vom WADA-Gründungskomitee offiziell gewählt werden kann. Banka wird der 4 Präsident in der aktuellen 20-jährigen Geschichte der Anti-Doping-Agentur. Bisher ist der Präsident entweder ein Vertreter der Politik oder des Sports. In Zukunft soll durch einen Nominierungsausschuss ein unabhängiger Präsident gewählt werden.

Frischen Wind darf man aber trotzdem schon von Banka erwarten. Der neue Präsident hat unter anderem mehr Geld gefordert: „Der Haushalt entspricht nicht den aktuellen Erwartungen“, sagte der Pole am Dienstag in Kattowitz. „Wenn die WADA gezielt seine Aufgaben erfüllen und und sich für einen sauberen Sport einsetzen soll, wird ein entsprechendes Budget benötigt, 40 Millionen Dollar jährlich reichen dafür nicht aus. Selbst Fußballvereine bekommen mehr Geld“, so Banka. In seiner Rede erklärte er weiterhin, dass er mit aller Kraft dafür kämpfen würde, um Betrug und Manipulation im Sport zu verhindern. „Ich werde alles tun, um den sauberen Sport zu verteidigen und zu schützen“. Der Ex-Leichtathlet will außerdem eine neue Ära im Kampf gegen Doping beginnen.